„In Schönheit sterben?“ – Wohin mit der Alpenklassik?

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Bad Reichenhall - "Will die Alpenklassik nicht 'in Schönheit einsam sterben', muss sie gründlich neu überdacht werden", fordert der Oberbürgermeister-Kandidat der FWG, Martin Knabenreich.

„Die Alpenklassik hatte 2011 20 Prozent weniger Besucher als 2010 und das Programm für 2012 steht schon fest“. Beide Aussagen wurden auf einer einzigen Pressekonferenz zum Ende der diesjährigen Konzertreihe getroffen, quasi in einem Atemzug. Begründet wird dieser scheinbare Widerspruch mit der Aussage, es dauere eben etwas länger, Anspruchsvolles zu etablieren.

Wäre die Alpenklassik eine rein privat finanzierte Kulturveranstaltung, so wäre gegen diese Argumentation überhaupt nichts einzuwenden. Die Alpenklassik muss jedoch aus dem städtischen Haushalt mitfinanziert werden. 40.000 Euro durfte die hoch verschuldete Stadt dieses Jahr für diese Premium-Veranstaltung zuzahlen. Geld, das an vielen anderen Ecken und Enden fehlt, beispielsweise beim Philharmonischen Orchester oder anderen Institutionen, die den Bad Reichenhaller Bürgern unmittelbar dienen.

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An dieser Stelle muss also gefragt werden, ob das Geld sinnvoll investiert ist. Es macht Sinn, ein hochkarätiges Musikfestival städtisch zu subventionieren, wenn dadurch Übernachtungszahlen deutlich und spürbar steigen oder aber die Bürger zahlreich die Konzerte annehmen. Die Alpenklassik macht auch Sinn, wenn sie in überregionalen Medien Resonanz findet und so für die Stadt wirbt. Sie macht aber keinen Sinn, wenn nur ein kleines, handverlesenes Publikum zur Alpenklassik nach Bad Reichenhall findet.

Ich selbst konnte mir ein Konzert an einem Samstagabend anhören. Rund 40 Zuschauer hatten sich eingefunden und erlebten ein qualitativ hochwertiges Kammermusikkonzert. Da ich selbst bereits eine Reihe erfolgreicher kultureller Veranstaltungen organisiert habe, stellte sich mir aber die Frage, ob städtisches Geld bei der Alpenklassik sinnvoll angelegt worden ist. Die Alpenklassik ist eine exklusive Premiumveranstaltung, die einen negativen Zuschauertrend zu verzeichnen hat. Sie sollte dringend auf den Prüfstand: Stimmt der Zeitpunkt der Veranstaltung? Stimmt die musikalische Ausrichtung? Stimmt die Medienresonanz? Diese Fragen hätten gründlich überdacht werden müssen. Stattdessen steht aber schon das Programm für 2012, selbstverständlich wieder mit städtischen Zuschüssen und der amtierende Oberbürgermeister nickt dieses auf der Pressekonferenz ab. Dieser Prozess gleicht einem kulturellen Blanko-Scheck auf Kosten des städtischen Haushaltes. Will die Alpenklassik nicht „in Schönheit einsam sterben“, muss sie gründlich neu überdacht werden!

Pressemitteilung Martin Knabenreich

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