Alles für den guten Zweck

Alles für den guten Zweck

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Bad Reichenhall - Sie arbeiten eher im Hintergrund und haben doch viele Projekte in der Region unterstützt: Nun feierte der Rotary-Club seinen 60. Geburtstag.

Sie arbeiten eher im Hintergrund. Und haben in den vergangenen Jahrzehnten doch viele Projekte in der Region finanziell unterstützt: Der Rotary-Club Bad Reichenhall/Berchtesgaden unter Präsident Dr. Michael Gugg hat in den letzten zehn Jahren über 160.000 Euro ausgeschüttet. Kürzlich feierten die Mitglieder im Parkhotel Luisenbad das 60. jährige Bestehen. Mit der Gründung des rotarischen Interact-Jugendclubs blickt man zuversichtlich nach vorne.

Alles begann mit einer Zeitungsannonce: 21 "Freunde" waren es damals, die sich auf Initiative des Gründungspräsidenten Georg Stöhr versammelten und die im Jahr 1951 den Rotary-Club gründeten. Die offizielle Verleihung der Charter-Urkunde fand am 10. April 1952 statt und wurde in festlichem Rahmen im Hotel Axelmannstein in Bad Reichenhall verliehen. An zwei Tagen feierten die Gründungsmitglieder sowohl auf dem Kehlstein, dem Obersalzberg als auch bei einer abschließenden gemeinsamen Fahrt über den Königssee nach St. Bartholomä. In Deutschland gab es zu diesem Zeitpunkt 53 Rotarier-Clubs. Eines verbindet sie von Anfang an: Regelmäßig treffen sich deren Mitglieder, einmal pro Woche, so Präsident Michael Gugg. Das regelmäßige Erscheinen der Mitglieder gehört zur Pflicht. Schon während der Anfangszeiten wurde bei Nichtabmeldung vor 12 Uhr ein "Strafgeld" in Höhe von fünf Mark eingefordert, sagt Gugg. Das entsprach den Kosten für ein Abendessen. Doch nahm man zu Beginn die strengen Regularien nicht allzu ernst. 1955 lag die Präsenz einiger Mitglieder deutlich unter den geforderten 60 Prozent. Will heißen: Bei mehr als jedem zweiten Treffen musste man anwesend sein, ansonsten drohte der Ausschluss. Das Clubleben schien nicht ausreichend ernst genommen zu werden. Die Folge: Der Club wurde "von oben" im Auge behalten. Die Clubleitung vor Ort reagierte zügig. Sechs Mitglieder wurden verwarnt, einem wurde die Mitgliedschaft sofort entzogen. Einem weiteren Mitglied wegen mangelnder Präsenz die Zugehörigkeit zu den Rotariern versagt. "Heute sind wir nicht mehr ganz so streng", sagt Präsident Gugg.

Die Präsenzpflicht liegt nur noch bei 50 Prozent. Heutzutage zählt der Rotary-Club Bad Reichenhall/Berchtesgaden 56 Mitglieder, die sich einmal pro Woche treffen und austauschen. Darüber, welche sozialen Projekte unterstützt werden. "Sicherlich ist die Summe der Anfragen und Bitten zu groß, um nach dem Gießkannen-Prinzip zu unterstützen", so Gugg. Eine wohlüberlegte Selektion falle nicht immer leicht$. Auch wenn der Fokus auf regionalen Projekten liegt - "Rotary ist und bleibt eine international agierende Institution, die den Blick für das Globale nicht verlieren darf", weiß er. Der Club sei "gesund und florierend", das Clubleben "abwechslungsreich". "Gerade die gesunde Mischung von Älteren und Jüngeren macht ein fruchtbringendes Agieren in der heutigen Zeit möglich", sagt Gugg. Aber gerade das scheint auch ein Problem zu sein, das den aktuellen Präsidenten, der im Jahresturnus wechselt, plagt: Der Altersdurchschnitt der Mitglieder liegt bei 64,1 Jahren. Ob da nicht etwas passieren müsse? "Auf jeden Fall", sagt er. Und auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit habe man Nachholbedarf. Nur wenigen sei die Existenz des Clubs überhaupt bekannt. Aber es sei nicht einfach, potenzielle Clubmitglieder zu finden, oft erfolgreiche Geschäftsmänner, die auch die entsprechende Zeit aufbringen können. Trotzdem ist die zurückliegende Zeit von vielen Projketen gekennzeichnet: Seit 2002 hat der Rotary-Club Bad Reichenhall/Berchtesgaden 160.000 Euro ausgeschüttet. Die Mitglieder haben die Aktion Knochenmarkspende unterstützt, Hausaufgabenbetreuung für Aussiedlerkinder ermöglicht, hiesigen Vereinen, etwa der Feuerwehr Bad Reichenhall oder dem Bayerischen Roten Kreuz, mit Sachspenden geholfen, jedes Jahr auf ein Neues die Minderheitenschule China unterstützt, den Hospizverein Berchtesgadener Land finanziell bedacht, eine direkte Spende für die Fluthilfe Pakistan realisiert oder, im Jahr 2011, der Grundschule Bad Reichenhall Finanzhilfe gegeben. 61 größere Projekte sind in zehn Jahren zusammengekommen. Und auch aktuell gibt es in Berchtesagden ein kirchliches Denkmal, das man unterstützen möchte: den Kalvarienberg. Dort wird für 300.000 Euro saniert, etwa 100.000 Euro stemmt die Pfarrei St. Andreas selbst, der Rest setzt sich aus Spenden und Zuschüssen aus verschiedenen Töpfen zusammen. Bei den Rotarieren in Bad Reichenhall und Berchtesgaden schaut man zuversichtlich nach vorne. Auch deshalb, weil während der Jubiläumsfeier der Interact-Club, der jugendliche Ableger des Rotary-Clubs, gegründet wurde.

kp

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser