Reichenhaller Wasserwacht trainiert Eisrettung

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Bad Reichenhall - Bei einer Nachtübung am Thumsee haben nun die Einsatzkräfte der BRK- Wasserwacht-Ortsgruppe Bad Reichenhall die Eisrettung geübt.

„Leichtsinn und Übermut haben jeden Winter Eiseinbrüche zur Folge, die nur bei rascher Rettung glimpflich ausgehen“, erklärt Kreis-Wasserwacht-Chef Rudolf Schierghofer. Aufgrund der für Januar ungewöhnlich hohen Temperaturen sind die Eisdecken auf den heimischen Seen und Weihern wieder gefährlich dünn. Bei einer Nachtübung am Thumsee haben nun die Einsatzkräfte der BRK- Wasserwacht-Ortsgruppe Bad Reichenhall für den Ernstfall geübt, der jederzeit eintreten kann.

Wasserwacht trainiert Eisrettung

„O helft, ich muss versinken in lauter Eis und Schnee! O helft, ich muss ertrinken im tiefen, tiefen See! Wär nicht ein Mann gekommen, der sich ein Herz genommen, o weh! Der packt es bei dem Schopfe und zieht es dann heraus, vom Fuß bis zu dem Kopfe wie eine Wassermaus. Das Büblein hat getropfet, der Vater hats geklopfet zu Haus.“ Auch bei der Übung am Thumsee naht rasch Hilfe; aber nicht ein Mann, sondern die 15-jährige Elisabeth Bergner von der Wasserwacht-Jugendgruppe fasst sich ein Herz und eilt im Kälteschutzanzug zur Hilfe. Sie darf zum ersten Mal den Eisrettungsschlitten ausprobieren. „Im Ernstfall wäre ein Eingebrochener nach nur wenigen Minuten völlig ausgekühlt und könnte sich aufgrund der einhergehenden Muskellähmung nicht mehr richtig bewegen“, erklärt Wasserwacht-Ortsgruppenvorsitzender Siegfried Hauber. Ein Scheinwerfer erhellt die Nacht und mit einem Eisrettungsschlitten und an einer Leine gesichert bewegt sich Elisabeth Bergner auf das Loch zu, in dem Günter Eisenschink dank des Schutzanzuges noch immer planschend Hilfe herbeiwinkt. Dann geht alles flott: Der fiktive Eingebrochene wird auf die Plattform hochgezogen und das gesamte Gespann samt Retter und Gerettetem von den restlichen Kameraden per Leine unter vereinten Kräften an Land gezogen. „Alles nur eine Frage der richtigen Technik, weniger der Kraft“, meint Hauber. Glück gehabt, keiner ist unterkühlt, alles war ja nur eine Übung.

Durch die schwankenden Temperaturen und viele Lufteinschlüsse sind die geschwächten Eisflächen auf den heimischen Gewässern derzeit besonders brüchig, was optimale Übungsbedingungen für die entsprechend mit Kälteschutzanzügen ausgestatteten Einsatzkräfte schafft. „Für alle anderen besteht aber Lebensgefahr!“, warnt Hauber. Die BRK-Wasserwacht rät daher für das kommende Wochenende dringend davon ab, Eisflächen zu betreten. Hauber: „Bei einem Eiseinbruch sollte man laut um Hilfe rufen und auf jeden Fall vermeiden, dass man unter das Eis gerät. Betroffene sollten sich so wenig wie möglich selbst bewegen, damit sie nicht noch mehr Körpertemperatur verlieren. Ersthelfer können mit Rettungsringen, Leitern, Ästen, Abschleppseilen oder anderen Hilfsmitteln versuchen, die eingebrochene Person abzusichern, bis professionelle Hilfe eintrifft. Ins Eiswasser springen dürfen Retter nur, wen sie selbst über weitere Helfer per Seil gesichert sind und einen Kälteschutzanzug tragen. Der Eingebrochene sollte beruhigt und am Ufer in die stabile Seitenlage gebracht sowie vor weiterem Kälteeinfluss geschützt werden.

Die vier Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Wasserwacht im Berchtesgadener Land sind rund um die Uhr einsatzbereit und werden bei Notfällen von der Leitstelle Traunstein per Funkmeldeempfänger verständigt. Ein Eiseinbruch ist immer eine Notarztindikation, da der Patient aufgrund seiner Unterkühlung intensivmedizinisch überwacht werden muss. Im Ernstfall sollte man vor allen anderen Maßnahmen unter der vorwahlfreien Notrufnummer 112 Wasserwacht, Notarzt und Rettungsdienst anfordern.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser