Rekordbesuch beim Wirtschaftsempfang

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Bad Reichenhall – Beim Wirtschaftsempfang kam Landrat Georg Grabner kaum aus dem Händeschütteln: Rund 600 Gäste folgten seiner Einladung ins Alte Königliche Kurhaus.

„Das war Rekord, so viele Besucher hatten wir noch nie“, musste sich Gastgeber Landrat Georg Grabner vom Begrüßungsmarathon in der Vorhalle des herrlichen Gebäudes im Zentrum Bad Reichenhalls erst einmal ein paar Minuten erholen, ehe er seine kurze Auftaktrede im großen Saal begann. Einmal mehr hatte er mit seinem Organisationsteam aus dem Landratsamt Firmenchefs und Geschäftsleute aus dem Berchtesgadener Land zum feinen Wirtschaftsempfang geladen, seit 2006 zum siebten Mal. Noch nie folgten so viele der Einladung, ein Umstand, den Grabner höchst erfreut quittierte.

Wirtschaftsempfang - Teil eins

„Arm, aber glücklich“

Der Landrat beschränkte seine Begrüßung, um mehr Luft für bedeutenderes zu haben: „Ich bin stolz, auf unsere innovativen mittelständischen Firmen, auf unsere leistungsstarken handwerklichen Betriebe. Sie sorgen trotz Krise für die so wichtigen Arbeits- und Ausbildungsplätze“. Seit 2005 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer im Berchtesgadener Land um 1.700 auf 30.100. „Und das trotz Fachkräftemangel, der auch bei uns mittlerweile deutlich spürbar ist“, so Grabner. Er bezeichnete die Situation seines Aufgabenbereich in finanzieller Hinsicht als „arm, aber glücklich“ und möchte deshalb nicht jammern, sondern eher seinem Stolz Ausdruck verleihen: „Das neue Schülerforschungszentrum in Berchtesgaden ist bayernweit einmalig, unsere heimischen Firmen engagieren sich für dieses Pilotprojekt – vielen Dank dafür“.

Für die Zukunft wünschte sich Grabner eine noch bessere Zusammenarbeit mit Salzburg und dessen Umland: „Ein in diesem Bereich teilweise noch immer vorhandener Egoismus ist nicht angebracht“. 14 heimische Betriebe und ihre Besitzer zeichnete Georg Grabner zusammen mit Dr. Thomas Birner, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land mbH, mit dem Qualitätssiegel aus.

Wirtschaftsempfang - Teil zwei

Karlsgymnasium begeistert musikalisch

Zusätzliche Stühle mussten herbeigeschafft werden, einige Gäste mussten dennoch stehen, genossen einen einzigartigen Abend aber dennoch. Dies lag auch an der außergewöhnlichen musikalischen Umrahmung: Die Big Band und der große Chor des Karlsgymnasium sorgten für mehr als nur

Unterhaltung zwischen den gesprochenen Programmpunkten und begeisterten das Publikum: „Die haben unsere Philharmonie glatt in den Schatten gestellt“, lobte ein Besucher im Anschluss den modernen und schwungvollen Auftritt der Schülerinnen und Schüler.

Der Kurzweil des Abend hatte noch einen anderen Grund: Professor Pater Dr. Karl Wallner, 1963 in Wien geboren, Zisterzienser und Rektor der Päpstlichen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz, Professor für Dogmatik und Sakramententheologie in Heiligenkreuz, Jugendseelsorger und Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit im Stift Heiligenkreuz. Bei seinem Vortrag zum Thema „Warum sind Mönche die besseren Manager?“ bekam kein Gast das beklemmende Gefühl, den Saal vorzeitig verlassen zu wollen. Im Gegenteil: Er hätte ruhig noch weiter erzählen dürfen. Die mit jeder Menge Pointen gespickte Rede strapazierte jene Lachmuskeln, die bei so manchem Geschäftstüchtigem - in laut Landrat Grabner „eher schwierigen Zeiten“ - schon ein wenig eingerostet waren.

Wirtschaftsempfang - Teil drei

Chartstürmer ohne Priestermangel

Mit einem ansteckenden Schmunzeln betrieb der Pater viel Werbung für die eigenen Publikationen, in erster Linie die Debüt-CD seines Klosters, „Chant Amor Et Passio“, mit der er und seine Glaubensbrüder 2008 und in den Folgejahren die Charts stürmten. „Wir taten das nicht des Geldes wegen, wir machten Promotion für Gott“. Er selbst kommt pro Monat mit 220 Euro aus. 36 Cent bekamen Wallner und seine 80 Mönche pro verkaufter CD, eine Million ging weg, also 360.000 Euro insgesamt - das Kloster mit Fitnessraum benötigt Millionen, um erhalten werden zu können. 208 junge Menschen studieren an der Hochschule im Stift Heiligenkreuz, 120 befinden sich auf dem Weg zum Priester: „Von Priestermangel also keine Spur“, freut sich Wallner.

Der chorale Gesang hievte Heiligenkreuz an die Spitze der Charts, und Wallner & Co. stiegen zu den „Pop-Mönchen“ auf: Siebenmal Platin, das schaffte keine österreichische Band bislang. Dr. Karl Wallner futterte auf Thomas Gottschalks „Wetten, dass...?“-Couch in Nürnberg Gummibärchen, trank mit Carla Bruni Kaffee und mit Sebastian Vettel Red Bull. „Ein anstrengendes Leben wurde das, aber die Freude überwog immer“, so der Vortragende, „bis heute“. Er ist stolz, der ältesten „Firma“ der Welt anzugehören: „Uns gibt es 1.500 Jahre“. Die zweite CD nahmen die Mönche selbst auf, mit einem eignen Label. Wallners Buch „Wer glaubt wird selig“ stürmte die Spiegel-Bestseller- Liste – geschrieben, um vom Rummel wieder runterzukommen, sich „von der Erschöpfung des Erfolges zu erholen“, wie er selbst sagt.

Drei Lebenstipps

Dr. Karl Wallner verurteilt Geiz als Todsünde und gibt seinem Publikum drei Tipps für ein glücklicheres Leben mit auf den Weg: „Suche, aber suche das richtige“, „rechne stets mit dem Unberechenbaren“ und „nur gemeinsam sind wir stark, trotz Singlegesellschaft“. Wenn wir all das beherzigen, können „wir echte Wunder erleben“, weiß der Österreicher, der gern in Bayern ist: „Dann ist man nicht mehr in Österreich, aber noch nicht in Deutschland“.

„Was wir erlebt haben, kann man nicht inszenieren. Wir Mönche sind auch Menschen des 21. Jahrhunderts, haben eine Homepage, sind auf Facebook vertreten und haben einen eigenen You-Tube-Kanal. Aber wir streiten nicht und lieben Gott wirklich. Er öffnet uns die Tür, wir müssen nur hindurchgehen“. Geiz ist laut Wallner tödlich: „Warum lassen wir es zu, dass eine Firma mit Geiz wirbt? Geiz ist alles andere als geil. Wir brauchen Entschlackung und Entgiftung“.

Richtige Einladung

Landrat Georg Grabner oblag das Schlusswort: „Pater, es war richtig, sie eingeladen zu haben“. Er überreichte Dr. Karl Wallner drei Liter Bier einer heimischen Brauerei – „da sie in Österreich mit Bier ja nicht so reichlich gesegnet sind“ -, und einen Bildband über das Berchtesgadener Land, das sich der Geistliche doch bei seiner Rückfahrt nach Heiligenkreuz (15 Kilometer vor Wien im Wienerwald) in aller Ruhe anschauen solle.

Mit einem Büffet und guten Getränken klang der Abend mit guten Gesprächen im Foyer sowie bei aufgelockertem Himmel auch noch auf der Terrasse des Kurhauses aus.

bit

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