Wohin führt diese Treppe?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
In Bad Reichenhall wird derzeit ein Haus freigelegt, das aus dem Mittelalter stammen könnte.

Bad Reichenhall - In der Kurstadt finden derzeit spannende Ausgrabungen statt. Vielleicht tauchen in der Salinenstraße noch richtig alte Exponate auf.

Die Grundmauern eines Hauses - aus dem 18. oder 19. Jahrhundert - sind bereits rund zwei Meter tief freigelegt. Diese Woche kam obendrein eine bestens erhaltene Treppe zum Vorschein. Wohin führt sie? "Wir vermuten zu einem Gewölbe", so die hauptverantwortliche Archäologin im Gespräch mit BGLand24. Sie ist zusammen mit einem Kollegen und einem Archäologie-Studenten aus München seit rund drei Wochen in Bad Reichenhall beschäftigt.

Fotos von der Ausgrabungsstelle:

Ausgrabungen in der Kurstadt

In der Postgasse hinter dem alten Schuhhaus Walter, das derzeit von grund auf saniert wird - und zwischenzeitlich einsturzgefährdet war (wir berichteten) -, zwischen Zollamtsgebäude und Beamtenstock, der derzeit ebenfalls saniert wird, soll eine Tiefgarage entstehen. Doch während der Bauarbeiten im Rechteck zwischen Post-, Kammerboten-, Salinenstraße und Rathausplatz tauchte plötzlich eine alte Mauer auf, woraufhin das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in München informiert wurde sowie im Anschluss die drei Archäologen in die Saalachstadt bestellt wurden.

Keramik und Tierknochen

Seitdem wird auf einem kleinen Areal feinsäuberlich Stein für Stein freigelegt: "Wir haben schon alte Keramikteile und Tierknochen von Rindern, Schafen und Ziegen gefunden", so die hauptverantwortliche Archäologin. Sie und ihr Team gehen äußerst behutsam um, damit bei den Grabungen nichts, womöglich Wertvolles, zerstört wird. Bleistift und Papier sind dabei mit die wichtigsten Utensilien: "Wir dokumentieren ganz genau, alles wird vermessen, fotografiert und gezeichnet".

Doch an der Ausgrabungsstelle liegt noch viel mehr Werkzeug: Spaten, Spitzhacke, Schaufel für die gröberen Arbeiten; Besen, Pinsel und Stukkateureisen für die feineren. Kleine weiße Zettel mit Nummern zeigen die Fundstellen an, in kleine Plastikbeutel gelangen Fundstücke wie ein paar verrostete Gabeln, die gleichfalls auftauchten. Ein Minibagger verrichtet die ganz groben Tätigkeiten.

Taucht der Stadtbrand auf?

Das Trio geht davon aus, in den kommenden zwei Wochen, die zusätzlich bewilligt wurden, um weiterzugraben, unter anderem noch den Stadtbrand von 1834 zu "entdecken". Vielleicht sogar jenen von 1515. Schwarzes Gestein oder Holzkohle würden diesen belegen. Auch Funde aus dem Mittelalter sind möglich und wären freilich ein zusätzlicher, besonderer Aspekt, der weitere Kreise ziehen könnte.

Ist es möglich, dass sogar keltische oder römische Funde mitten in der Stadt gemacht werden: "Auszuschließen ist es nicht", so die Archäologin. "Schließlich gibt es genug entsprechende Ausgrabungen in der Region". Momentan sieht es jedoch nicht nach derart geschichtlichen Exponaten aus.

Hans-Joachim Bittner

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser