"Das ist keine Revolution in Bad Reichenhall"

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Staatssekretär Christian Schmidt bei seiner Festrede in Bad Reichenhall.

Bad Reichenhall - Ein Festakt machte es heute Vormittag amtlich: Die Bundeswehr-Anlage in Bad Reichenhall heißt jetzt Hochstaufen-Kaserne.

"Das ist aber keine Revolution, hier in Bad Reichenhall", stellte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesverteidigungsministeriums, Christian Schmidt, in seiner Festrede klar. "Hier handelt es sich um eine Umbenennung, ja besser die Neubenennung der Kaserne in der Garnissionsstadt Bad Reichenhall". Der Ehrengast untermauerte sogleich den Grund: "Vor allem die jungen Soldatinnen und Soldaten konnten mit dem alten Namen nichts mehr anfangen oder verbinden".

Fotos vom heutigen Festakt:

Neuer Name für Kaserne

Über sechs Jahre zog sich der Prozess, der laut Schmidt letztlich verantwortungsbewusst und ausgewogen vollzogen wurde, hin, bis die Entscheidung vor einigen Wochen fiel. Der Hausberg der Reichenhaller, der 1.771 Meter hohe Hochstaufen, ist ab sofort Namenspatron für den Standort der Gebirgsjägerbrigade 23 in der Saalachstadt. "Damit können sich doch hier alle bestens identifizieren", so Schmidt mit direktem Blick auf den Gipfel.

Festakt außerhalb

Der Ort des Festaktes wurde vor dem Haupttor absichtlich so gewählt, dass der Hochstaufen selbst bestens zu sehen war und zur Geltung kam - bei traumhaftem Wetter für alle Anwesenden ein Genuss. Die Nonner Straße wurde extra für die Feierlichkeiten vor rund 100 geladenen Gästen - darunter zahlreiche Generäle aus Deutschland und Österreich - gesperrt. Auch MdL Roland Richter aus Laufen und Landrat Georg Grabner aus Teisendorf wohnten der Veranstaltung bei.

Weitsicht erwünscht

Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner stellte den teils ortsunkundigen Anwesenden die vielfältigen Möglichkeiten vor, wie der Hochstaufen bestiegen werden kann: Relativ gemütlich über den Normalweg, steil ansteigend über die Goldtropfwand in der Mitte durch, anspruchsvoller über den "Steinernen Jager" oder mittels professioneller Kletterei über die Nordseite von Piding aus. "An einem Tag wie heute ist die Fernsicht dort oben grandios", so Lackner, der allen Verantwortlichen innerhalb der Bundeswehr "exakt jene Weitsicht in ihren Entscheidungen" wünschte. "Viel Glück und Gottes Segen mit dem neuen Namen", so das Stadtoberhaupt erleichtert - schließlich ist eine jahrelange Diskussion um die Umbenennung der Reichenhaller Kaserne mit dem heutigen Tag beendet.

Eine emotionale Verbindung

Brigadegeneral Michael Matz hatte die Gäste begrüßt. Beide Redner, OB Dr. Herbert Lackner und Staatssekretär Christiand Schmidt, hoben die innige Verbindung der hiesigen Bürger/-innen mit ihren Soldatinnen und Soldaten hervor: "Das ist eine emotionale Verbindung", so Schmidt. Sie floss vor knapp einem Jahr auch in die Entscheidung für den Erhalt des Standortes mit ein, so der Politiker, der per Hubschrauber eingeflogen war.

Schmidt ging auch auf den alten Namen - Generald-Konrad-Kaserne -, der nun 46 Jahre Bestand hatte, ein: "Die Bundeswehr ist kein lästiges Übel, sondern ein Kern unserer Gesellschaft. Mit dem überholten Namen konnten sich vor allem die jungen Leute nicht mehr identifizieren beziehungsweie etwas darunter vorstellen". Der Staatssekretär erläuterte, dass über General Rudolf Konrad "nicht überwältigend viel bekannt ist - weder im Positiven noch im Negativen". Deshalb sei ein abschließendes Urteil schwierig. Und der neue Name trage zur Identitätsbildung bei.

"Von unten nach oben"

Zusammen mit dem Standortältesten, Oberstleutnant im Generalstab Stefan Leonhard, und dem ehemaligen Sprecher der Vertrauenspersonen, Hauptmann Johannes Kampfl, der die Namensfindungssitzungen leitete, enthüllten Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer, OB Lackner und Kommandeur Matz das neue Kasernen-Schild rechterhand des Haupttores. Schmidt dankte allen, die konstruktiv mitgewirkt haben und legte Wert auf die Tatasche, dass es sich dabei um einen Prozess "von unten nach oben und somit einem zutiefst demokratischen" gehandelt habe. Linkerhand des Eingangs gibt es jetzt eine übersichtliche Informationstafel zur nun einheitlichen Liegenschaft.

Zwischen den Ansprachen intonierte das Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen unter der Leitung von Major Christian Prchal "Kaiserjäger-Marsch", "Kreuzritter-Fanfare" sowie den "Prinz Eugen-Marsch". Zum Abschluss erklangen Bayerische Hymne und Deutsche Nationalhymne, ehe es in die Kaserne zum Empfang ging. Die Verantwortlichen nutzten die Gelegenheit zur gemütlichen Aussprache.

bit

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