Flatscher: "Weil wir viel für Familien tun"

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Einführung des Landkreis-Familienbüros mit den beteiligten Bürgermeistern Josef Flatscher (rechts) aus Freilassing und Franz Schießl aus Teisendorf sowie den beiden Pädagoginnen Katharina Theißig und Petra Braun (Zweite von rechts).

Berchtesgadener Land - Die Familienförderstelle des Landratsamtes sowie das Netzwerk KoKi "Frühe Kindheit" stellten heute das kommunale Familienbüro der Öffentlichkeit vor.

Das Familienbüro ist erste Anlauf- und Kontaktstelle zur schnellen und unbürokratischen Unterstützung, beispielsweise bei der Suche nach der geeigneten Kinderbetreuung in den Ferien oder bei Krankheit, sie berät bei persönlichen Anliegen, wenn zum Beispiel Stolperstein in der Erziehung der Kinder auftreten. Die Kontaktstelle vermittelt Hilfsangebote und Experten zur weiteren Unterstützung, sie informiert über aktuelle Angebote, Veranstaltungen, Aktionen in den jeweiligen Gemeinden (wo findet beispielsweise ein Mutter-Kind-Turnen statt). Das Familienbüro bietet Elternbildung (Fachvorträge/Elternkurse) und führt themenorientierte Projekte und Veranstaltungen durch. Zudem unterstützt die Einrichtung ehrenamtliches Engagement bei der Bildung von Gremien oder Arbeitskreisen sowie bei der Gründung eines Elterntreffs für Alleinerziehende.

Start in zwei Gemeinden

Der Start des Familienbüros erfolgt in zunächst zwei Gemeinden im Landkreis als Servicezentrum für Familien. In Teisendorf jeden ersten Dienstag im Monat von 9 bis 14 Uhr im Besprechungszimmer des Rathauses, in Freilassing jeden letzten Donnerstag im Monat von 9 bis 16 Uhr im Seniorenbüro. Eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig. Zusätzlich pro Gemeinde gibt es einen Nachmittag beziehungsweise einen Abend für familienorientierte Projekte und Veranstaltungen. Selbstverständlich ist das Familienbüro auch im Landratsamt nach wie vor erreichbar, von Montag bis Freitag jeweils zwischen 8 und 12 Uhr, Telefon 08651 / 773 428.

Wir tun sehr viel

Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher: "Ich bin da ganz selbstbewusst: Wir in Freilassing tun nicht nur etwas für Familien, wir tun sogar sehr viel für Familien, weil sie uns am Herzen liegen". Zusammen mit seinem Amtskollegen Franz Schießl aus Teisendorf war sein Rathaus das schnellste, das auf das Angebot des Landratsamtes reagierte. Deshalb sind Freilassing und Teisendorf nun auch die Vorreiter, was das Familienbüro betrifft.

"Freilich hoffen wir, dass alle anderen Städte und Gemeinden rasch nachziehen - aber da bin ich guter Dinge, denn sie werden bald sehen, dass es eine gute Sache ist", stieß Landrat Georg Grabner ins gleiche Horn. Auch Piding, Schönau am Königssee und Bad Reichenhall bekundeten bereits Interesse, weitere sollen folgen. Franz Schießl: "Für unsere Gemeinde sind Familien ein zentrales Thema. Wir haben zum Glück immer noch mehr Geburten als Todesfälle, einen gesunden Familien-Zuzug, nur wenig Problem-Familien, über 80 Vereine und ein starkes ehrenamtliches Engagement". Das gelte es zu fördern und mit dem Familienbüro zu unterstützen, so der Teisendorfer Bürgermeister.

Die Ziele

Das Familienbüro ist als niederschwelliges Beratungsangebot gedacht, eine zentrale Anlaufstelle vor Ort, die über sämtliche Fragen in den Bereichen Kinder, Jugend und Familie Auskunft gibt. Dabei stehen Information und Beratung des einzelnen Bürgers im Vordergrund. Gleichzeitig ist es Aufgabe des Familienbüros, bereits bestehende Angebote im Ort transparent zu machen und den Bürgern als „Lotse“ zu dienen. Ziel ist es auch, die Bürger an bestehende Einrichtungen und Angebote weiterzuvermitteln, sie bei der Herstellung des Kontaktes zu unterstützen und gegebenenfalls zu begleiten. Dazu gehört beispielsweise auch die Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen.

"Dabei helfen und beraten wir mit niedriger Hemmschwelle, unbürokratisch und schnell, ohne Formulare, ohne eine Akte anzulegen", informiert Diplom-Sozial-Pädagogin Petra Braun, die zusammen mit ihrer Kollegin, Diplom-Pädagogin Katharina Theißig das Familienbüro führen wird. Dabei sollen die Bürgerinnen und Bürger den Verantwortlichen auch mitteilen, was sie von der neuen Einrichtung erwarten.

Als Impulsgeber gedacht

Das Familienbüro sieht sich auch als Impulsgeber für Angebotsentwicklung und -gestaltung in der jeweiligen Gemeinde. Dazu gehört die Vernetzung mit Kommunen, Vereinen, Organisationen und Verbänden, die Ermittlung von Bedürfnissen der Eltern und Erziehenden. Daraus resultieren regelmäßige bedarfsorientierte Angebote für Familien unter Berücksichtigung der in der Gemeinde vorhandenen Ressourcen. Das Familienbüro will dabei als Bindeglied zwischen den einzelnen sozialen Bereichen und deren Akteure verstanden werden, um die Vernetzung und Erweiterung der bestehenden Angebote voranzutreiben.

Vorteile für die Bürger

Vorteile sind eine niederschwellige, bürgernahe Anlaufstelle, unbürokratische Beratung ohne Terminvereinbarung, Angebotstransparenz, die Lotsenfunktion sowie die Durchführung zusätzlicher bedarfsorientierter Angebote für Eltern und Erziehende sowie das Problemlösen, solange die Sorgen noch klein sind. "Sie sollen auf gar keinen Fall groß werden - wir sind dafür da, Abhilfe zu schaffen", so Petra Braun.

"Ziel ist ein breit gefächertes, bedarfsgerechtes Serviceangebot vor Ort, in den Kommunen", so Landrat Georg Grabner. Ab sofort müssen die Familien nicht mehr 20 oder mehr Kilometer fahren, um beraten zu werden, künftig soll dies an der Basis geschehen: "Deshalb gehen wir raus, Vor Ort funktioniert das vielleicht besser", hofft Grabner, denn die Beratungsstelle im Landratsamt wurde definitiv zu wenig genutzt.

Vorteile für die Kommune

Lokale Kooperation und Vernetzung zwischen Familienbüro und Gemeinde, fachliche Anlaufstelle für Gemeindemitarbeiter/-innen und Ehrenamtliche, Zusammenarbeit mit Einrichtungen, Organisationen und Verbänden in der Gemeinde, Plattform für familienbezogene Netzwerke. "Wir streben einen attraktiven Lebensraum für alle an. Deshalb nehmen wir Familien so gerne auf", so Georg Grabner abschließend. 

Hans-Joachim Bittner / Pressemeldung Landratsamt BGL

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