Sensationserfolg für Philipp Reiter

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Philipp Reiter hinter Teamkollege Ika Karrera.

Bad Reichenhall - Philipp Reiter gelang eine grandiose Vorstellung beim Transalpine Run: Sieg im Team mit dem Spanier Iker Karrera.

Das Team Salomon International mit dem Spanier Iker Karrera und dem jungen Reichenhaller Philipp Reiter überquerte nach acht Etappen mit insgesamt 320 Kilometern und weit über 15.000 Höhenmetern als erstes von 300 gestarteten Teams aus über 20 Nationen die Ziellinie in Sexten. In der heimischen Berglaufszene ist diese grandiose Vorstellung von Reiter auf internationaler Ebene zweifellos eine Sensation

Spontane Entscheidung

Die Entscheidung zur Teilnahme an der Alpenüberquerung im Laufschritt war für die den beiden Salomon-Athleten mehr als nur spontan: Während sich Iker Karrera nach seinem letztjährigen 2. Platz beim weltgrößten Trailrennen um das Mont Blanc-Massiv, dem UTMB, heuer Chancen auf den Sieg ausgerechnet hatte, war Reiter nach Chamonix gekommen, um seine Teamkameraden dort anzufeuern und eventuell im Anschluss den höchsten Berg der Alpen zu besteigen.

Allerdings wurde die Originalstrecke von über 160 Kilometern und 10.000 Höhenmetern aufgrund des schlechten Wetters und Schneefalls bis weit unterhalb der Baumgrenze zu einem Forststraßenlauf über 100 Kilometer in das Chamonixtal verlegt. Entsprechend groß war die Enttäuschung vieler Teilnehmer: Manche weigerten sich zu starten. Alternativen wurden gesucht, und der Spanier fragte seinen jungen Kollegen, ob dieser nicht am nächsten Tag in Ruhpolding beim Gore-Tex Transalpine Run mitmachen will. Kurzentschlossen willigte dieser ein, und nach einer zehnstündigen Fahrt quer durch Italien erreichten die beiden gegen Mitternacht den Startort.

Kurz nach dem Startschuss um 9 Uhr ging es sofort heiß zu Sache, eine Spitzengruppe lieferte sich auf der ersten Etappe mit knapp unter 50 Kilometern ein Duell um den Tagessieg. Auf den letzten sieben Kilometern nach St. Johann in Tirol konnte sich dann das britische Inov8-Team absetzen und so das begehrte Leader-Shirt gewinnen - das sie jedoch schon am nächsten Tag an Karrera/Reiter abgeben mussten.

Etliche Athleten gaben auf

Auch auf den folgenden Etappen herrschte bestes Laufwetter: Leichte Bewölkung und teilweise etwas Regen begleitete das immer dünner werdende Feld über den Alpenhauptkamm mit der Birnlücke (2.665 Meter), dem höchsten Punkt des Rennens, bis nach Südtirol. Etliche Athleten mussten dem zu schnellen Tempo zu Rennbeginn und den langen Anfangsetappen Tribut zollen und aufgeben. Nicht nur die fast täglich zu laufenden Marathondistanz, sondern auch technisch anspruchsvolle Passagen über steile Anstiege und felsige Downhills gehörten zur Herausforderung. Die Schlangen vor dem Rescue-Zelt in der Früh zum Tapen und Bandagieren wurden mit jedem Tag länger, doch die Begeisterung und Motivation, das Ziel in Sexten zu erreichen, erlitt kaum Schaden.

Die Dolomiten belohnten die Läufer auf den letzten beiden Streckenabschnitten mit wolkenlosem Himmel und angenehmen Temperaturen. Das Baskisch-Bayerische Salomon-Team konnte seinen Vorsprung vor dem deutschen Team Gore Running Wear (Florian Holzinger/ Volkmar Rolfes) weiter ausbauen und lief mit einer Gesamtzeit von 31:53 Stunden vor atemberaubender Kulisse mit den weltbekannten Drei Zinnen in Sexten über die Ziellinie.

Das erste Damenteam (Mountain Heroes mit Gitti Schiebel und Ildiko Wermescher) benötigte insgesamt 41:28 Stunden für die Alpenüberquerung.

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