Unterstützung aus der Luft

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Bad Reichenhall - War es bei Ihnen etwas laut die letzten Tage? Die Gebirgsjäger haben jetzt die Zusammenarbeit mit dem Hubschrauber geübt.

Bad Reichenhall, Hubschrauberlandeplatz der Kaserne, 16 Uhr: Mit Ausrüstung und Waffe steht der Führernachwuchs, wie die angehenden Feldwebel gerne bezeichnet werden, im Halbkreis um den abgestellten Hubschrauber in der Reichenhaller Kaserne. Der Bordmechaniker weist die Soldaten in die Sicherheitsvorschriften ein, erklärt wie die Maschine zu besteigen ist und zeigt die Sicherungspunkte, an denen sich die Passagiere während des Flugs mit ihren Karabiner einhängen müssen. Weil man sein eigenes Wort nicht mehr versteht, wenn „Luise“ Gas gibt, wie der Mechaniker den über 40 Jahre alten Hubschrauber liebevoll nennt, muss die Verständigung an und in der Maschine über Handzeichen funktionieren. „Noch Fragen?“ will der Mechaniker wissen. Betretenes Schweigen der sichtlich angespannten Soldaten. „Wartet nur. Wenn die Luise richtig aufdreht, alles schnell gehen muss und Waffe und Rucksack dabei sind, werdet ihr schnell merken, wo es noch hakt. Aber zum Üben sind wir ja da!“

Der Hubschrauber ist aus dem Alltag der Gebirgstruppe nicht wegzudenken. Zur Versorgung von Soldaten mit Ausrüstung und Munition, zum Verbringen ins Einsatzgebiet oder Abholen vom Gipfel, zum Lawinensprengen und vor allem für die Bergrettung. Die Gebirgsjäger, die auf den Einsatz in schwierigstem Gelände spezialisiert sind, müssen die Zusammenarbeit mit dem Hubschrauber und seiner Besatzung beherrschen. Vergangene Woche übten die Feldwebelanwärter des Gebirgsjägerbataillons 231 aus Bad Reichenhall an zwei Tagen genau diese Fähigkeiten – bei Tag und bei Nacht.

Standortübungsplatz Kirchholz, 17.30 Uhr: Eine Lichtung auf einer Anhöhe. Mit leisem Knattern kündigt sich der Hubschrauber an. Flüstern im Unterholz am Waldrand. Hier warten die Gebirgsjäger auf die Aufnahme durch „Libelle“, wie die Maschine im Funkverkehr gerufen wird. „Noch eine Minute“ meldet der Funker knapp, die Soldaten reihen sich wortlos auf, Blickrichtung auf die Freifläche. „ 30 Sekunden“. Plötzlich erscheint der Hubschrauber über den Baumwipfeln, setzt zur Landung an, es ist ohrenbetäubend laut und Gras und Laub fliegen den Soldaten ins Gesicht. Doch die Maschine setzt nicht auf dem Boden auf – das kann sie in schwierigem, felsigen Gelände auch nicht – sondern schwebt einen guten Meter über dem Boden. Der Bordmechaniker gibt das Zeichen und nacheinander laufen die Soldaten auf den Helikopter zu und klettern hinein. Aufmerksam beobachtet der Ausbildungsleiter, ein Heeresbergführer, die Übung: „Das ist mir noch zu hektisch. Sie müssen ruhiger werden und konzentrierter arbeiten. Aber das wird schon noch!“, erklärt der Hauptfeldwebel. Dann dreht der Hubschrauber eine kurze Runde, schwebt etwa 10 Meter über den Soldaten und nimmt sie paarweise an den Haken der Seilwinde. Wie es zur Bergung von Verletzten nötig ist, zieht der Bordmechaniker die Männer dann hinauf in die Maschine.

Standortübungsplatz Kammer, 21 Uhr: Inzwischen ist es finstere Nacht geworden. Wieder halten sich die Soldaten im Unterholz auf, den Rucksack auf dem Rücken und die Waffe in der Hand. Am Helm tragen sie Nachtsichtgeräte, die die Umgebung in grün-weißen Farbtönen erscheinen lässt. „Eine Minute“ meldet der Funker. Während sich alle Soldaten bereitmachen, läuft einer auf die Wiese und schleudert ein an eine Schnur gebundenes Infrarotknicklicht im Kreis. Mit bloßem Auge gesehen unsichtbar, durch die Nachtsichtgeräte der Piloten und Soldaten aber ein wahres Feuerwerk. Punktgenau landet der Hubschrauber vor dem Einweiser und schon verschwinden die Soldaten in der Maschine. Keine halbe Minute später ist der Spuk vorbei und alles wieder still. „Jetzt haben sie´s drauf!“ meint der Heeresbergführer stolz.

Die Bundeswehr bittet die ortsansässige Bevölkerung um Verständnis für die entstandene Lärmbelästigung.

Pressemitteilung Gebirgsjägerbrigade 23

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