Déjà-vu mit Vilsmaier im Park-Kino

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Filmregisseur Joseph Vilsmaier wieder einmal in der Kurstadt

Bad Reichenhall – Einige Besucher hatten im Park-Kino ein Déjà-vu: Nach 23 Jahren reiste Filmregisseur Joseph Vilsmaier wieder einmal in die Kurstadt, um einen neuen Film vorzustellen.

Filmregisseur Joseph Vilsmaier wieder einmal in der Kurstadt

Im Januar 1989 kam der Münchner Kameramann nach Bad Reichenhall, um seinen Heimatfilm „Herbstmilch“ zu präsentieren. Im Park-Kino-Foyer bezeugt ein Zeitungsausschnitt den Besuch mit Hauptdarstellerin Dana Vávrová (schon zuvor seine Gattin), Werner Stocker und Buchautorin Anna Wimschneider, deren Leben verfilmt wurde. Alle drei leben nicht mehr.

Jetzt stellte Vilsmaier „Bavaria – Traumreise durch Bayern“ vor, einen Streifzug durch die Geschichte des Freistaats, seiner Traditionen und Bräuche und seiner modernen Technologie: Gedreht in neun Monaten, aus 30 Stunden Rohmaterial musste der 73-Jährige einen 90-minütigen Streifen zusammenschneiden. „Keine einfache Aufgabe, denn am liebsten würde ich Euch alles zeigen“, verriet er den Premieren-Zuschauern in Bad Reichenhall, die das Lichtspielhaus bis auf den letzten Platz gefüllt hatten. „Vielleicht lasse ich alles auf DVD kopieren und bringe die 30 Kassetten dann an Weihnachten vorbei“, scherzte der Münchner Filmemacher.

Schlafende Hexe eine Jungfrau?

Sein Publikum hatte auch kritische Anmerkungen – vor allem bezüglich seines nur kurzen Flugs über Bad Reichenhall und das Berchtesgadener Land: Es hieße „Schlafende Hexe“ und nicht „Schlafende Jungfrau“, so eine Kino-Besucherin resolut. „Stimmt“, so Vilsmaier, „aber meine Version stimmt auch“, beharrte er, selbst wenn am Sonntag niemand zustimmen konnte. Selbst Wikipedia spuckt nichts darüber aus und „versetzt“ die „Schlafende Jungfrau“ ins Wendelstein-Gebiet.

Filmregisseur Joseph Vilsmaier wieder einmal in der Kurstadt

Auf die Presse-Frage nach seiner Perfektion und ob ihn beispielsweise die vielen Kräne (unter anderem bei Walhalla Donaustauf oder Freiheitshalle Kelheim) auf seinen Bildern selbst stören würden, antwortete Vilsmaier schlagfertig: „Sehr sogar, sie ärgern mich wirklich. Aber ich konnte das nicht ändern, weil ich den Film in einem Dreiviertel-Jahr fertig bringen wollte. Ich hätte freilich zwei, drei Jahre warten und nochmal hinfliegen können – aber dann wäre es ein Ewigkeitswerk geworden. Und so kann man wenigstens mit Fug und Recht behaupten, dass in Bayern gearbeitet wird“.

Nürnberg ohne Lebkuchen

Filmregisseur Joseph Vilsmaier wieder einmal in der Kurstadt

München, seine Heimatstadt, stimmungsvoll im Morgennebel und bei Nacht, aber viel zu lang, Nürnberg zu kurz und pauschal Plätze und Brunnen erwähnt, die es überall gibt, aber die wichtigen Lebkuchen vergessen, zu wenig Abwechslung, massig Trachtler und ihre Musik, Umzüge, Fest, gute Filmmusik von Hans-Jürgen Buchner („Haindling), eine teils „seltsame“ Bildqualität, kein Laufen mit seiner Salzachschleife... – all das brachten die Besucher offen oder hinter vorgehaltener Hand zum Ausdruck.

Beifall brandete auf, als Vilsmaier im Anschluss in den auch bereits mit den Zuschauern der Abendvorstellung gefüllten Kinosaal schritt, euphorisch begeisternd klingt aber anders. Mit seinen atmosphärischen Aufnahmen aus der Luft, aus einem umgebauten Hubschrauber gedreht, hatte er nicht alle überzeugt.

Vilsmaier in Rosenheim:

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