Vorstandswahlen der Wasserwacht

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Die neue und alte Vorstandschaft: Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer, Ortsgruppenvorsitzender Siegi Hauber, sein bisheriger Stellvertreter Rainer Moltke, sein neuer Stellvertreter Peter Bruckner, Kassenwart Grit Schulz und der Technische Leiter Günter Eisenschink (von links).

Bad Reichenhall - Die BRK-Wasserwacht hat bei der Jahreshauptversammlung ihren neuen Vorstand gewählt und zugleich eine Bilanz für das Jahr 2012 gezogen.

Die Mitglieder der BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Bad Reichenhall sind mit ihrem Chef zufrieden: Einstimmig wurde Siegfried Hauber am Freitag bei der Jahreshauptversammlung im BRK-Haus von seinen Kameraden per Handzeichen für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. An seiner Seite bleibt Günter Eisenschink als Technischer Leiter, Peter Bruckner löst Rainer Moltke als stellvertretenden Ortsgruppenvorsitzenden ab und Grit Schulz übergibt die Arbeit des Kassenwarts an Albert Bruckner. Der Nachfolger von Jugendleiterin Alexandra Hausmann wird in den nächsten Tagen noch gewählt.

Mehr Trainingszeit im Familienbad

Seit über einem Jahr schwimmen die Wasserretter des Roten Kreuzes wieder auf Erfolgskurs und haben sich mit den wiedergewonnenen Trainingsmöglichkeiten im neuen Sport- und Familienbad an der Therme nach einer fast sechsjährigen Durststrecke personell gut erholt. Im November traten zwei Mannschaften beim 24-Stunden-Benefiz-Schwimmen im Freilassinger Badylon an, wobei ein Team in der Profi-Wertung mit 91,35 Kilometern den zweiten Platz nach dem TSV Freilassing belegte.

Zum Jahresende konnte die Wasserwacht endlich auch ihre Bahnkapazitäten mit Unterstützung von Thermen-Geschäftsführer Dirk Sasse erweitern und damit der großen Nachfrage beim Nachwuchs- und Einsatzkräftetraining gerecht werden, wo es bereits lange Wartelisten gab.

46 Erste-Hilfe-Leistungen und elf SEG-Einsätze

Während die mobile Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) 2012 zu elf Notfällen ausrücken musste, hatten die Ehrenamtlichen mit 46 Erste-Hilfe-Leistungen auch im Wachdienst an den Seen und in den Bädern und mit dem Ausbau ihres Kinder- und Jugendtrainings viel zu tun. „Vom schweren Verkehrsunfall, über Vermisstensuchen und Sachbergungen war alles geboten“, berichtete Hauber.

Von ihrer 2008 neu bezogenen Rettungswache in der Frühlingstraße rückt die SEG der Reichenhaller Wasserwacht aus, wenn sie von der Integrierten Leitstelle Traunstein zu Notfällen an den heimischen Gewässern alarmiert wird. Neben ihrem Einsatzfahrzeug verfügen die Retter über drei Anhänger, vier Motorrettungsboote und drei Raftingboote für Sucheinsätze im Wildwasser. Zwei der Boote sind fest am Thumsee und am Höglwörther See stationiert. „Unterhalt und Ausrüstung kosten jede Menge Geld. Ohne Spenden wäre vieles überhaupt nicht möglich für uns“, erklärte Hauber, der die Kosten für die persönliche Schutzausrüstung eines Wasserretters auf rund 800 Euro beziffert. „Bei 38 Aktiven kommt so ganz schön viel zusammen, zumal bestimmte Ausrüstungsgegenstände wie Seile aus Sicherheitsgründen immer wieder ausgetauscht werden müssen.“

288 unentgeltliche Stunden hat die Wasserwacht 2012 bei der Wartung ihrer Geräte und Ausrüstung verbracht, wobei vor allem Gerätewart Christian Hausmann gefordert war. Weitaus weniger spektakulär aber ebenso wichtig ist der Dienst, den die Ehrenamtlichen oft weitgehend im Verborgenen leisten: Sie passen an ihren Wachstationen am Thumsee, am Höglwörther See und im Aufhamer Staufenbad auf, dass nichts passiert und stehen für Notfälle aller Art bereit, wobei sie dabei im vergangenen Jahr 1643 Stunden leisteten. 46 Mal musste die Reichenhaller Wasserwacht 2012 vor allem während dieser Wachdienste Erste Hilfe leisten und war im Ernstfall rasch zur Stelle.

Spezialisten mit vielfältigen Ausbildungen

Die Wasserwachtler sind Spezialisten mit oft gleich mehreren Fachausbildungen: 19 Wasserretter, 16 Motorbootführer, neun Rettungstaucher, 13 Wach- und Einsatzleiter, fünf Canyon-Retter und drei bestellte Einsatzleiter Wasserrettung gibt es bei der Reichenhaller Wasserwacht. Im vergangenen Jahr haben sie fast 1300 Stunden bei Aus- und Fortbildungen verbracht hat, um im Notfall bestens vorbereitet zu sein.

Bei Günter Eisenschink, ihrem Technischen Leiter laufen alle Fäden zusammen: Er ist für die Ausbildung und Ausrüstung der Mitglieder verantwortlich und berichtete bei der Jahreshauptversammlung in Wort und Bild von den Einsätzen im vergangenen Jahr. „Zusammen helfen, wenn andere in Not sind, aber auch die Freundschaft und Kameradschaft im richtigen Augenblick pflegen, das macht unsere Gemeinschaft aus“, erklärte Hauber. Deshalb kam auch die Gaudi 2012 nicht zu kurz: Neben vielen Stüberlabenden und Festen nahm die Wasserwacht an der Ski-Alpin-Stadtmeisterschaft in Heutal teil, stellte bei den Karlsteiner Schützen im Wettkampf ihre Treffsicherheit mit Luftgewehr und Zimmerstutzen unter Beweis und genoss eine besinnliche Weihnachtsfeier mit Andacht in Höglwörth.

Quereinsteiger sind willkommen

„Grundlage für unser Tun ist das Schwimmen; das gilt sowohl für Anfänger als auch für Quereinsteiger. Auch mit 35 oder 40 ist es noch nicht zu spät, ehrenamtlich bei uns Wasserrettungsdienst mitzumachen“, erklärte Hauber, der sich bei seinem Stellvertreter Rainer Moltke, Jugendleiterin Alexandra Hausmann und Kassenwart Grit Schulz bedankte, die nach teilweise jahrzehntelanger Vorstandsarbeit im Spagat zwischen Familie und Beruf nicht mehr für ihre Ämter kandidierten. Moltke war zuerst stellvertretender Ortsgruppenvorsitzender, dann zehn Jahre lang Ortsgruppenchef und stand seinem Nachfolger Siegi Hauber weitere vier Jahre als Stellvertreter zur Seite. „Die Zeit, die zwischen Familie und Beruf noch übrig war, widmete er der Wasserwacht“, lobte Hauber.

Hausmann kam selbst aus der Wasserwacht-Jugend und musste mit ihrer Gruppe nach dem Einsturz der Eishalle und dem Abriss der Schwimmhalle schwierige Zeiten ohne Trainingsmöglichkeiten meistern. „Grit Schulz sprang vor acht Jahren kurzfristig als Kassenwart ein und kümmerte sich während der letzten beiden Amtsperioden gewissenhaft um unsere Finanzen. Jetzt engagiert sie sich stark im Nachwuchs-Schwimmtraining und im Kriseninterventionsdienst (KID)“, sagte Hauber.

Nachwuchsarbeit boomt

Bei Jugendleiterin Alexandra Hausmann und ihrem Team hat sich mit der Eröffnung des neuen Sport- und Familienbads an der Therme der gewünschte Erfolg eingestellt: Hauber konnte nur Positives aus ihrem Jahresbericht zitieren. Aktuell gibt es wieder zwei Gruppen mit 15 Kindern von fünf bis zehn Jahren und 17 Jugendlichen von zehn bis 15 Jahren.

„Nach Engpässen während der ersten Monate können wir seit kurzem am Montag eine Bahn von 17 bis 19 Uhr nur für uns nutzen, wodurch jede Gruppe eine Stunde am Stück trainieren kann. Stil, Ausdauer und Tempo haben sich dadurch bei vielen erkennbar verbessert“, freut sich Hauber. Monja Moltke und Grit Schulz begleiten die Anfänger dabei spielerisch, wobei die abschließende Rutschpartie für den Nachwuchs jedes Mal ein Highlight ist.

Rudi Schierghofer führte die Jugendlichen der zweiten Gruppe zum Rettungsschwimmabzeichen in Bronze und zum Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold. Die zahlreichen Aktivitäten der Fünf- bis 15-Jährigen umfassten außerdem aktiven Dienst an der Seite erfahrener Wasserretter an den Wachstationen, praktische Übungen am Thumsee, eigene Fortbildungstermine mit Themen aus der Ersten Hilfe und Wasserrettung, die Weihnachtsfeier mit Andacht in Höglwörth bis hin zu einem Ausflug in die Therme Erding und einem Besuch an der Reichenhaller Rettungswache, wo der Nachwuchs die medizinisch-technische Ausstattung von Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug erkunden konnte.

Jahreshauptversammlung der Wasserwacht

Neuer Jugendleiter wird noch gewählt

Hausmann kandidiert wegen einer beruflichen Veränderung mit Schichtdienst und einem Wohnortwechsel nicht mehr für das Amt des Jugendleiters und wurde bereits während der vergangenen eineinhalb Jahre von ihrer Stellvertreterin Julia Wedel voll ersetzt; ihr Nachfolger wird in den kommenden Tagen von der Jugend selbst gewählt.

Hauber dankte Monja Moltke und Grit Schulz, die sich um das Kinderschwimmtraining kümmerten und lobte Julia Wedel und Günter Eisenschink für ihren Einsatz beim Jugendtraining. Beide sind wegen Studium und Fortbildung die meiste Zeit nicht mehr am Ort, weshalb kurzfristig Elisabeth Bergner und Franziska Kornes einsprangen und ihre Aufgaben übernahmen.

Wasserwacht braucht Spenden zur Finanzierung ihrer Aufgaben

Die Reichenhaller Wasserwacht braucht noch dringend Spenden zur Finanzierung ihrer Aufgaben. Kassenwart Grit Schulz konnte das Minus am Jahresanfang von über 6400 Euro auf aktuell rund 600 Euro reduzieren. „Es kommen aber noch weitere Ausgaben hinzu, da das letzte Quartal von 2012 noch nicht eingerechnet ist“, so Schulz.

Fahrzeuge werden im Wasserrettungsdienst durch den Freistaat Bayern bezahlt. Die Betriebs- und Unterhaltskosten sowie die Unterbringung der Fahrzeuge und zusätzliche Ausstattung finanziert das Rote Kreuz über Spenden und Benutzungsentgelte für Einsätze. „Wir mussten 2012 über 4200 Euro für technische Ausrüstung, Material, Schutzkleidung, medizinischen Bedarf, Taucher-Untersuchungen, Weiterbildungen und für den Unterhalt unseres Fahrzeugs und der Boote ausgeben“, berichtete Schulz, die zugleich den treuen Spendern dankte, die die Arbeit der Wasserwacht unterstützen.

Ehrenzeichen für langjährigen aktiven Dienst

Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer und Ortsgruppenvorsitzender Siegi Hauber zeichneten Alexandra Eidenmüller (zuvor Jugendrotkreuz und BRK-Bereitschaft) und Doris Kögelsperger für 15 und 30 Jahre aktiven Dienst aus. Landrat-Stellvertreter Helmut Fürle, Reichenhalls dritter Oberbürgermeister Sebastian Renoth, Angers Bürgermeister Sylvester Enzinger, Bad Reichenhalls Polizeichef Wilhelm Bertlein, BRK-Chefarzt Dr. Franz Leipfinger und Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer lobten die Reichenhaller Wasserwacht für ihre ehrenamtliche Arbeit und ihren Dienst in den heimischen Bädern.

„Ein besonderer Dank gilt den engagierten Ausbildern, die es mit interessanten Themen schaffen, die Aktiven trotz der wenigen Einsätze das ganze Jahr über zu motivieren und bei der Stange zu halten“, sagte Leipfinger.

Pressemitteilung BRK Berchtesgadener Land

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