Wolfi-Schmid-Gedächtnislauf am Hochschlegel

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Reichenhaller Bergretter beim Wolfi-Schmid-Gedächtnislauf

Bad Reichenhall - Insgesamt 27 Männer und Frauen nahmen am ersten Skirennen zum Gedenken an Ausbildungsleiter Wolfgang Schmid teil. Er war 2005 bei einer Lawine verunglückt.

Die Bergwacht Bad Reichenhall hat am vergangenen Samstag ihren „1. Wolfi-Schmid-Gedächtnislauf“ veranstaltet. Insgesamt 27 Männer und Frauen von zehn bis 87 Jahren nahmen an dem Skirennen Teil, darunter Reichenhaller Bergretter oder Mitglieder des Fördervereins Bergrettung Bad Reichenhall e.V.. „Von Pulverschnee über Firn zu Bruchharsch war alles geboten, was das Herz eines schneidigen und furchtlosen Abfahrtsläufers höher schlagen lässt“, schwärmt Organisator Urs Strozynski.

In Gedenken an Wolfgang Schmid

In Gedenken an Wolfgang Schmid, Ausbildungsleiter der Bergwacht Bad Reichenhall, der am 16. Dezember 2005 mit nur 33 Jahren in einer Lawine auf der Hochalm im Hochkalter-Gebiet starb, fand bei herrlichem Wetter über dem Hochnebelmeer am Predigtstuhl ein Abfahrtsskirennen der Reichenhaller Bergretter statt. „Bestens initiiert und organisiert von Urs Strozynski galt es in unwegsamem Gelände vom Hochschlegel so schnell wie möglich zur 400 Höhenmeter tiefer gelegenen Unteren Schlegelalm abzufahren“, berichtet Bergwacht-Pressesprecher Marcus Goebel.

Mindestausrüstung: Lawinen-Verschütteten-Suchgerät!

Nicht wenige, besonders ausdauernde Teilnehmer stiegen die 1.200 Höhenmeter zum Startplatz zu Fuß entlang des Röthelbachs auf. Der Rest begab sich nach Auffahrt mit der Bahn mit Tourenskiern von der Schlegelmulde zum Hochschlegel-Gipfel. Die Abfahrtsstrecke war nicht ausgesteckt, das heißt, jeder Teilnehmer konnte vom Start zum Ziel seine eigene Spur fahren. „Und das war auch gut so, denn die Schneeverhältnisse konnten auf der Strecke unterschiedlicher, besser widriger, nicht sein“, erklärt Goebel. Dennoch gab es einige Rennregeln zu beachten: Eine Mindestausrüstung mit Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Lawinenschaufel, Rucksack und Skihelm war Pflicht. Gestartet wurde in 30-Sekundenabständen, und so konnte ein waghalsiger Rennläufer ein oder gar zwei Vorstarter bei der Abfahrt überholen.

„Der Spaß stand ganz klar im Vordergrund. So war es auch nicht verwunderlich, dass sich die meisten Gespräche im Zielraum um die beste Spurwahl drehten. Hat doch, man staune, der ein oder andere zwischen dem vielen harten Harsch auch den einen oder anderen Meter Pulverschnee gefunden“, scherzt Bereitschaftsleiter Dr. Klaus Burger. Noch ganz außer Puste von der Abfahrt meinte Ideengeber und Organisator Urs Strozynski lachend: „Wem ist denn dieser Blödsinn eingefallen!“ Auch Hubert Assmann, mit seinen stolzen 87 Jahren einer der ältesten Reichenhaller Bergretter, ließ es sich nicht nehmen, die Rennstrecke aus eigener Kraft zu meistern. Ebenso dabei waren die beiden nachfolgenden Generationen der Assmanns, sein Sohn Walter und seine Enkelin Monika. Damit waren die Altersklassen auch schon im Wesentlichen abgesteckt: „UFU“ (unter Fünfzig), „UHU“ (unter Hundert) und Damen.

Stüberlwirt Marcel Häusler übernahm die Versorgung der Teilnehmer nach dem Rennen auf der Schlegelalm und Fahrzeugwart Helmut Lutz sorgte mit dem mit Raupen ausgestattetem Quad für den Transport des benötigten Materials von Baumgarten zum Ziel. Auch die Erstversorgung für mögliche Unfälle war bei knapp 25 Bergrettern überall und zu jeder Zeit sicher gestellt. „Zum Glück waren aber keine Verletzungen zu beklagen“, freut sich Rettungsassistent Christian Zelzer, der die sanitätsdienstliche Absicherung des Rennens leitete. Die Siegerehrung fand dann am Abend in der Bergrettungswache statt. Alle waren sich einig, „das machen wir nächstes Jahr wieder“ und klopften ihrem Urs Strozynski anerkennend auf die Schulter.

Pressemeldung BRK BGL

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