Vermisster (83) übernachtete im falschen Heim

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Bayerisch Gmain - Am Donnerstagabend startete eine großangelegte Suche nach einem demenzkranken 83-Jährigen. Wie sich nun herausstellte, verbrachte er die Nacht in einem anderen Heim:

Zehn Stunden war ein Großaufgebot von Rettungs- und Hilfskräften in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Bayerisch Gmain im Einsatz. Insgesamt 137 Frauen und Männer verschiedener Organisationen waren teils die ganze Nacht in die Suchaktion der Polizei Bad Reichenhall eingebunden um den nur mit einem Pyjama bekleideten demenzkranken Mann vor dem drohenden Tod zu finden und zu retten.

Gegen 20.30 Uhr teilte das Altenheim aus Bayerisch Gmain bei der Polizei mit, dass der dortige Bewohner abgängig sei. Er sei nur dürftig bekleidet und wurde zuletzt beim Abendessen gesehen. Temperaturen um den Gefrierpunkt bedeuteten höchste Lebensgefahr für den kranken, aber noch gehrüstigen Mann, der bereits zuvor zweimal abgängig war und jeweils gesucht werden musste. Nachdem eine Absuche des Gebäudekomplexes und des Nahbereichs ergebnislos blieb, wurde eine Öffentlichkeitsfahndung in die Wege geleitet und starke Suchkräfte alarmiert. Es war die Feuerwehr Bayerisch Gmain und die Feuerwehr Großgmain mit jeweils 30 Mann angerückt. Weiter waren die Rettungshundestaffel des BRK Traunstein, Mühldorf, Rosenheim und die Rettungshundestaffel Inntal mit je 18 Helfern vor Ort. Weiter waren 26 Polizeibeamte aus Deutschland und Österreich und 15 Helfer der Bergwacht im Einsatz. Ein Polizeihubschrauber mit Nachtsichtausrüstung und insgesamt 21 Suchhunde ergänzten die Schar der größtenteils ehrenamtlichen, hoffnungsvoll engagierten Suchenden.

Insbesondere der Hubschraubereinsatz sorgte für Resonanz in der Bevölkerung, da er bis kurz vor Mitternacht gut hörbar im Einsatz war und manchem die Nachtruhe verkürzte. Nach einer Betankung vor Ort durch die Bergwacht, sollte die Suche, länger als sonst möglich, ausgedehnt werden. Aufziehender Nebel zwang die Hubschrauberbesatzung jedoch zum Abbruch der Suche. Als die Absuche Bayerisch Gmains, Großgmains und angrenzender Bereiche von Bad Reichenhall keinen Erfolg zeigte, ging aus der Bevölkerung ein Hinweis ein, dass der Mann angeblich auf der B20 bei Hallthurm gesehen wurde. Daraufhin wurden die Suchhundestaffeln in den Raum Hallthurm verlegt und fanden dort auch eine vielversprechende Spur die zum Einsatz der Bergwacht im angrenzenden Bergwald führte.

Um 6.30 Uhr wurde die Suche dann vorübergehend eingestellt und sollte nach Tagesanbruch fortgesetzt werden. Um 6.45 Uhr ging dann die Mitteilung aus dem Haus Hohenfried ein, dass ein verwirrter Mann dort in einem Speisesaal sitze und dort aber nicht hingehöre. Tatsächlich handelte es sich um den Vermissten, der offenbar am Abend irgendwie den Weg in das Gebäude fand und danach aber nicht mehr auffiel. Der Mann hat offenbar dort die Nacht verbracht und fiel erst beim Anrichten des Frühstücks wieder auf. Er war unverletzt und konnte von der Polizei in sein Heim zurück gebracht werden. D/Mo

Polizeiinspektion Bad Reichenhall

Rubriklistenbild: © Reisner (Symbolfoto)

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