"Olympische Idee verraten"

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Bad Reichenhall - Die jüngste Mitgliederversammlung der Grünen Jugend Südost in Bad Reichenhall stand ganz im Zeichen der Olympiabewerbung Münchens, Garmisch-Partenkirchens und Königssees für 2018.

Rund dreißig Jugendliche lauschten gebannt den Ausführungen von Kreisrat Dr. Bartl Wimmer, der als Referent eingeladen wurde. In seinem Vortrag konzentrierte er sich schwerpunktmäßig auf die Vertragsgestaltung des IOC, die er als "sittenwidrig" bezeichnete. Besonders demokratiefeindlich sei es, dass die Mandatsträger den Vertrag ohne Kenntnis des Vertrags unterschreiben müssten. "Ich kann doch nix unterschreiben, wo ich den Inhalt nicht kenne!"

Und dass Teile des Vertrags nicht bekannt seien, habe seine guten Gründe: "Alle Rechte werden dem IOC zugeschrieben, alle Pflichten liegen bei den Austragungsorten!" so Dr. Bartl Wimmer. Nach den bisherigen Erfahrungen würden das IOC, Immobilienfirmen, Banken und Sponsoren den Profit machen, den Kommunen aber bleibe ein Defizit.

Alexander Reitzenstein, der Sprecher des Jugendverbandes stellte fest: "Nicht umsonst hat die Grüne Jugend auf Bundesebene einen Beschluss gegen diese Olympiabewerbung gefasst - wir wollen diese Spiele nicht!" Man solle viel mehr den Breitensport fördern, anstatt den nachfolgenden Generationen hoch verschuldete Haushalte zu hinterlassen.

Denn die Finanzierung der Bewerbung tragen anteilig alle Gesellschafter. Ein nicht durch Förderbeiträge von Sponsoren gedeckter Finanzbedarf wird durch die Gesellschafter ausgeglichen. Das Berchtesgadener Land ist dabei mit etwa vier Prozent beteiligt. Die Sprecherin Katharina Aschauer fügte zynisch hinzu: "Die Vorsitzende der Münchner Grünen Katharina Schulze hätte es nicht treffender formulieren können: Das einzige was an diesen Spielen grün sein wird, werden die schneefreien Hügel in Garmisch Partenkirchen und Schwaiganger sein!"

Sie spielte damit darauf an, dass die Münchner Bewerbung auf vermeintlich ökologische Spiele ausgerichtet sei. Doch der enorme Wasserbedarf für die künstliche Beschneiung, der Bau von Infrastruktur und Übernachtungsmöglichkeiten im großen Stil sowie die erheblichen Verkehrsbelastungen mit denen zu rechnen seien, seien alles andere als ökologisch.

Das ursprünglich als besonderes Highlight gedachte Leitprojekt “Biosphärenreservat Green GAP+” wurde im Frühsommer 2009 als politisch nicht durchführbar beerdigt. Damit sei das einzige Projekt, welches im Zusammenhang mit der so genannten ökologischen Bewerbung um die Spiele positiv hätte sein können, endgültig gestorben.

Die Grüne Jugend Südost legte an diesem Abend fest, dass sie ihre Heimat vor diesem Raubbau an der Natur und der Ausbeutung der kommunalen Kassen im Sinne der nachfolgenden Generationen bewahren wolle. "Wir werden uns auf allen Ebenen gegen diese unsinnige und hochriskante Bewerbung einsetzen", so die Bad Reichenhallerin Katharina Aschauer. Alexander Reitzenstein ergänzte: "Unsere Stärke liegt im Sommertourismus, da liegt unsere Zukunft. Das Traurige an der ganzen Sache ist, dass mit einem korrupten Verein, wie dem IOC, die Idee der Olympischen Spiele gänzlich verraten wird.

Pressemitteilung Grüne Jugend Südost

Rubriklistenbild: © pa

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