Olympia: Konjunkturprogramm oder sittenwidrig?

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Bad Reichenhall - Es war eine klare Entscheidung, die der Kreistag Berchtesgadener Land in Bezug auf Olympische Winterspiele 2018 am Königssee getroffen hat, doch die Kritik verstummt nicht.

Was Landrat Georg Grabner als "Konjunkturprogramm für die Region" sieht, bezeichnet Bartl Wimmer von den Grünen als "sittenwidrig". Winfried Köpnick (Grüne) stimmt ihm da zu: "Kein Mensch kann die Verantwortung übernehmen, so ein Machwerk zu unterschreiben."

Den Grünen und der ÖDP geht es konkret um das Vertragswerk, dass die Bewerbungsgesellschaft und das Internationale Olympische Komitee unterschreiben. "Darin behält sich das IOC vor, Änderungen an den Veranstalter heranzutragen, und der erklärt, sich bereit, sie ohne Vorbehalt zu ändern", erklärte Köpnick in der Kreistagssitzung am Montag noch einmal den Sachverhalt. "Kein Privatmann oder Unternehmer würde eine solchen Vertrag unterschreiben", waren sich die Grünen einig.

Doch der Münchner Stadtrat, der Gemeinderat Garmisch-Partenkirchen und der bayerische Landtag haben dem bereits zugestimmt. Auch CSU, FWG und SPD im Berchtesgadener Land halten die Bewerbung für "in sich schlüssig" (Franz Schießl, FWG), vor allem, da das "Durchführungsrisiko quasi ausgeschlossen sei". Außerdem wäre es ein "Schildbürgerstreich", sich mit der Kunsteisbahn am Königssee nicht an so einer Bewerbung zu beteiligen, betonte Hans Metzenleitner von der SPD.

Dementsprechend stimmten 42 Kreisräte den endgültigen Bewerbungsunterlagen, dem Bid Book, zu. Die acht Gegenstimmen der Grünen und der ÖDP werden demnach nichts daran ändern, dass die Bewerbungsgesellschaft am 11. Januar 2011 das Bid Book einreicht. Dann wird im Februar und März die Evaluierungskommission des IOC am Königssee erwartet. Bevor am 6. Juli die Entscheidung fällt, wo die Olympischen Winterspiele 2018 stattfinden - in Annecy in Frankreich, in Pyeong Chang in Korea oder in München, Garmisch-Partenkirchen und Königssee.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © pa/cz

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