Sport- und Familienbad "für alle ein Gewinn"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Spaß mit dem spritzenden Wasserigel hatte dieses Kleinkind im Kinderbecken des neuen Sport- und Familienbades.

Bad Reichenhall - Das Neue Sport- und Familienbad ist erst 150 Tage in Betrieb und schon wird über Verbesserungen diskutiert. Was der CSU-Bürgerstammtisch besser machen möchte:

Der Bürgerstammtisch „Zam’gredt“ der Reichenhaller CSU drehte sich rund ums Thema Therme: Als kompetenter Gast des Abends war Geschäftsführer Dirk Sasse von der KurGmbH gekommen und berichtete den interessierten Bürgern aus erster Hand über Neuigkeiten und Erfahrungen aus dem Badbetrieb. Das Sport- und Familienbad ist nun knapp 150 Tage in Betrieb und so gibt es schon erste Erfahrungswerte aus Daten und direkten Kundenrückmeldungen. Interessiert waren die anwesenden Kommunalpolitiker und besonders Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner vor allem an der Frage:Was kann man noch besser machen, damit das Schmuckstück Sport- und Familienbad beste Akzeptanz findet?

In ihren Begrüßungsworten ging CSU-Ortsvorsitzende Steffi Kunz auf die Entstehungsgeschichte des Sport- und Familienbades ein. Mittlerweile müsse aber wohl jeder und auch vormalige Gegner des Projektes eingestehen, dass das Sport- und Familienbad neben der eigentlichen Therme für alle ein Gewinn ist. Sie hoffe, dass die „Erfolgsgeschichte“ der RupertusTherme Fortsetzung findet und leitete damit über zu dem detailreichen und ehrlichen Bericht von Geschäftsführer Dirk Sasse.

Zunächst beleuchtete Sasse kurz die Situation der Therme an sich: Diese ist nun seit 6 Jahren am Markt, hat sich fest etabliert und weist ein ganz anderes Zielklientel auf als das neue Sport- und Familienbad. 2011 machten die touristischen Gäste knapp 30% aus, das Haupteinzugsgebiet liegt im Umkreis von 40 Kilometern. Besonders die Gäste aus Salzburg sind dabei eine bedeutende Gruppe, die man willkommen heiße.

Das Konzept der Bäder sei auf 4 Säulen aufgebaut: Aktiv & fit (z.B. Fitnesscenter), Entspannen & Verwöhnen (Kurmittel Laist, Sole, Salz), Sport & Familie mit dem Bad sowie Prävention & Therapie. Mittlerweile sind nun 90 Mitarbeiter fest angestellt, die allesamt hochqualifiziert sind und dementsprechend eine hervorragende Leistung bringen.

Lesen Sie auch:

Das neue Sport- und Familienbad soll ein genauso großer Erfolg wie die bestehende Therme werden und die ersten Zahlen und Fakten bieten Anlass zur Hoffnung: Trotz des hallenbad-unfreundlichen guten Wetters im Herbst besuchten in knapp vier Monaten mehr als 42.000 Besucher das Bad! Gerade über Weihnachten sei die Auslastung hervorragend gewesen. Gut angenommen werden vor allem der 3-Stunden-Tarif und die Familienkarte, die in ihrer Art und Weise einzigartig ist und fast 9000 Mal verkauft wurde. Die Vereine nutzen ihre Trainingszeiten rege und er höre nur positive Stimmen, so Sasse. Die Schulen der Umgebung belegen vormittags das Sport- und Familienbad und sorgen damit für eine hohe Auslastung. Am Wochenende ist das Bad ohenhin bestens besucht. Oftmals müsse schon um 11 Uhr kurzzeitig ein Eingangsstop verhängt werden.

Zu der Frage nach Verbesserungspotenzial räumte Sasse ein, dass vor allem unter der Woche noch Schwächen in der Auslastung beim Sport- und Familienbad bestehen. „Als Familienvater kann ich das natürlich nachvollziehen: Haben meine Kinder, habe ich wochentags regelmäßig Zeit, einfach mal drei Stunden Schwimmen zu gehen?“ fragte Sasse in die Runde. Deswegen will er durch attraktive Angebote die Auslastung wochentags verbessern und damit auch gerade den Bürgern Reichenhalls entgegenkommen.

Badespaß im Sport- und Familienbad

Badespaß im Sport- und Familienbad

Auf Nachfrage und Kritik eines Bürgers verdeutlichte Sasse allerdings, dass er aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht in größerem Ausmaß direkt an der Preisschraube drehen könne. Aber: Er kenne natürlich die Problematik der Preise und sehe da auch noch Handlungsbedarf. Es sei durchaus ein gangbarer Weg, feinzujustieren, die hinter dem Preis stehende Leistung zu verbessern und damit quasi „verdeckte Preissenkungen“ vorzunehmen. Zum Beispiel werde die Abendkarte ab 19 Uhr in der Therme hervorragend angenommen, die Abendkarte im Sport- und Familienbad werde dagegen praktisch nicht genutzt. Er könne sich vorstellen, die Zeiten für die Familienbad-Abendkarte nach vorne zu verlegen und auch sonst spezielle Wochentags-Angebote zu schaffen.

Gut laufe die Entwicklung hingegen bei den 6er-Karten, die unter anderem viel von Sportlern genutzt werden. Mit einem verschmitztem Lächeln meinte Sasse dazu: „Oberbürgermeister Dr. Lackner hat im Vorfeld ganz schön für diese Karte und für einen so günstigen Tarif gekämpft und mir das Leben damit wahrlich nicht immer leicht gemacht.“ Aber: Die Bemühungen waren erfolgreich und die Entwicklung sei absolut positiv.

Dirk Sasse gab auch einen kleinen Ausblick in die Zukunft und verdeutlichte, das künftig mehr auf Veranstaltungen gesetzt werden solle, auch einen Kinderschwimmclub oder ein Tauchangebot kann sich der Geschäftsführer vorstellen. Schon jetzt erfreuen sich Kurse wie das Babyschwimmen größter Beliebtheit. Als Fazit zu knapp 150 Tagen Sport und Familienbad meinte Sasse: „Man kann mit der Eröffnung und der Entwicklung durchaus zufrieden sein. Natürlich gibt es noch Dinge, die wir besser machen können – aber wir bleiben am Ball und werden uns auch noch weiter steigern!“.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde zuerst die Frage nach der Vereinbarkeit von Therme und Sport- und Familienbad gestellt. Konzipiert ist das neue Sport- und Familienbad ja als sinnvolle Ergänzung: Als zusätzliches Angebot für Thermenbesucher einerseits, als eigenständiges Angebot an eine bisher vernachlässigte junge und sportliche Zielgruppe andererseits. Bis heute haben mehr als 35.000 Thermen-Besucher von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ins Sport- und Familienbad zu wechseln.

Die feierliche Einweihung

Die Einweihung des Sport- und Familienbades

Zwei Mütter von Kindern, die am Vereins-Schwimmtraining teilnehmen, gaben zu Bedenken, dass sich selbst die vergünstigten Tarife über die Zeit summieren und bei drei Kindern knapp 1000 Euro Schwimmbadeintritt im Jahr zusammenkommen. Außerdem stellten sie einige Fragen zum Betrieb des Sport- und Familienbads – auf die angesprochenen Punkte will Geschäftsführer Sasse demnächst verstärkt achten und sein Personal sensibilisieren. Zur Kritik an der Preisgestaltung für die Vereine (2,50 Euro) zeigte sich Sasse hingegen überrascht: Der Preis sei an der absoluten Untergrenze angesetzt und damit hart an der Grenze des Möglichen kalkuliert – ausnahmslos alle Vereine zeigten sich bislang zufrieden damit.

Von einem weiteren Diskutanten wurde in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit eines separaten Einheimischentarifs hingewiesen, wie er beispielsweise in Österreich vielfach angeboten wird. Grundsätzlich wäre ein günstiger Tarif speziell für Einheimische natürlich wünschenswert, aber: Eine Bevorzugung ortsansässiger Bürger widerspricht evident dem EU-Recht und der ständigen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs. Sasse dazu: „Ich weiß, dass es diese Modelle in Österreich gibt – und ich wundere mich selber immer wieder darüber. Das ist ein klarer Rechtsverstoß. Das können wir als teilstaatliche Kur-GmbH schlichtweg nicht machen, wir sind nunmal an Recht und Gesetz gebunden.“

In einer abschließenden Wortmeldung freute sich Oberbürgermeister Dr. Lackner über die engagierte Diskussion, die den ein oder anderen interessanten Verbesserungsvorschlag zu Tage treten ließ. Nach Meinung von Lackner sei die Therme mit Sport- und Familienbad eine einzigartige Einrichtung in Deutschland für eine Stadt der Größe Bad Reichenhalls. Dem Geschäftsführer Dirk Sasse dankte Dr. Lackner für seine Gesprächsbereitschaft und seine erfolgreiche geleistete Arbeit, verbunden mit dem Wunsch möglichst vieler zufriedener Gäste in der Therme.

Pressemitteilung CSU Ortsverband Bad Reichenhall

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser