Gebirgsjägerbrigade 23 Bad Reichenhall bei der Übung Edelweiß

Gebirgsjäger im Kampf um die Höhe

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Schnell und unter gegenseitiger Sicherung verschieben sich die Soldaten.

Lizum/Walchen (Österreich) -  Besonders befähigt für den Kampf im schwierigen bis extremen Gelände einschließlich großer Höhen und unter extremen Klima- und Wetterbedingungen stellten die Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 ihr Können bei der Übung Edelweiß 2016 unter Beweis.

Zusammen mit dem österreichischen Bundesheer übte die Gebirgsjägerbrigade 23 in bis zu 2800 Metern Höhe auf dem Übungsplatz Lizum/Walchen in Tirol den Gebirgskampf. Etwa 1600 deutsche Soldaten aus allen Verbänden und selbstständigen Einheiten der Gebirgstruppe arbeiteten bei der Brigadegefechtsübung Hand in Hand.

Gefecht in den Bergen

Die Soldaten tragen mit Waffe, Munition, Rucksack und Gefechtsausrüstung rund 30 Kilogramm den Berg hinauf.

Seit Tagen tobte das Gefecht in den Bergen. Getreu dem Grundsatz: „Wer die Höhen hat, der hat auch die Täler“, kämpften die Gebirgsjägerbataillone um beherrschende Höhen, so unter anderem auch um die Tarntaler Köpfe (2757m). Dort haben sich die Kräfte Blau im Zuge der Dunkelheit an die Stellungen der roten Kräfte angenähert und diese genommen. Im Morgengrauen bei starkem Wind und eisigen Temperaturen setzte der rote Hochgebirgsjägerzug zum Gegenstoß an, mit dem Ziel die Tarntaler Köpfe zurückzuerobern. 

„Auf geht’s Männer!“, der Zugführer trieb seine Soldaten zu Höchstleistungen an. Unter Deckungsfeuer stürmten die Gebirgsjäger trittsicher von Fels zu Fels. Immer wieder waren Feuerstöße eines Maschinengewehrs (MG) zu hören. Die MG-Schützen hielten dabei die blauen Kräfte in ihren Stellungen nieder, sodass die roten Kräfte sich immer weiter nach vorn kämpfen konnten. Nach hartem Kampf war es schließlich geschafft, die roten Kräfte hatten das Gipfelkreuz erreicht und ihre Stellungen zurückerobert.

Aufklärung voraus

Seit dem 10. Oktober waren aus allen Truppenteilen der Gebirgsjägerbrigade 23 Soldaten mit ihren spezifischen Fähigkeiten zusammengezogen worden, um die Übung Edelweiss auf einer Fläche von 80 km mal 130 km durchzuführen. Das System Gebirgsjägerbrigade 23 wurde damit in Gänze abgebildet. Brigadegeneral Alexander Sollfrank, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, über die Übung: „Das Ziel ist es, dass wir als Gebirgsjägerbrigade 23 Operationen verbundener Kräfte im schwierigen bis extremen Gelände einschließlich großer Höhen führen können.“ 

Auf Grundlage der Rahmenlage namens „Obsidia“ wurden verschiedene Szenarien abgebildet und die einzelnen Verbände der Brigade beübt. In der Lage ist die Gebirgsjägerbrigade 23 in einer multinationalen Division eingebunden und im Staat „Obsidia“ eingesetzt, um die Souveränität des Staates zu schützen und dessen Stabilität zu gewährleisten. Durch Aufklärungsergebnisse des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 im Raum Murnau konnte bestätigt werden, dass der Staat „Wislanien“ einen Angriff auf „Obsidia“ plant. Dabei kamen unter anderem der Hochgebirgsspähzug, die Spähkräfte auf ihren Fenneks sowie die Drohne LUNA (Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungsausstattung) zum Einsatz. 

Ein Soldat mit dem neu eingeführten Gewehr G27.

Hauptfeldwebel Vanessa B. ist Spähtruppführerin auf einem Fennek: „Unser Auftrag ist es, Aufklärungsergebnisse für die übergeordnete Führung zu gewinnen, um somit das Lagebild zu verdichten“. Gesichert wurden die Aufklärungskräfte dabei immer von einem Zug des Gebirgsjägerbataillons 231, der mit seinen gepanzerten Transportkraftfahrzeugen (GTK) Boxer und seinen infanteristischen Fähigkeiten in der Lage ist, die Aufklärungskräfte bei feindlichen Übergriffen zu schützen. Diese erste Phase der Übung, die sich im hauptsächlich im Raum Murnau, Mittenwald und Altenstadt abspielte, diente auch der Einsatzvorbereitung. Bereits Anfang des nächsten Jahres verlegen die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 231 sowie des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 gemeinsam in den Auslandseinsatz nach Mali.

Gebirgsjäger trotzen widrigem Wetter 

In der zweiten Phase folgte dann die Angriffsoperation der Kräfte Blau des Gebirgsjägerbataillons 233 aus dem Naviser Tal. Im Kampf um die Höhen und die Gipfel wurde den Gebirgsjägern nicht nur körperlich, sondern auch mental viel abverlangt. Nach mehreren Tagen und Nächten im Gebirge bei widrigem Wetter mit kalten Temperaturen, starkem Wind, Nebel und Schneefall sowie einem Gepäck mit rund 30 Kilogramm war trotz allem höchste Konzentration von den Soldaten gefordert. 

Neben den alpinen Gefahren, die im Gebirge stets präsent sind, mussten die Soldaten aufmerksam ihre Umgebung beobachten und entsprechend schnell und taktisch klug bei Feindkontakt handeln. Brigadegeneral Alexander Sollfrank betont: „Die Soldaten müssen nicht nur die schwierigen Wetterbedingungen und das Gelände bewältigen, sondern sie werden auch vor besondere Herausforderungen in den simulierten Gefechtslagen gestellt, die sie in einem außerordentlich hohen Maß fordern.“

Das System Gebirgsjägerbrigade 23

Dabei wurde das Vorgehen der Gebirgsjäger stets von den Unterstützungsverbänden der Gebirgsjägerbrigade 23 gestützt. So haben die Soldaten des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Tragtierwesen 230 mit ihren Tragtieren schweres Material und Munition auf bis zu 2500 Meter Höhe verbracht. Die Gebirgspioniere des Gebirgspionierbataillons 8 haben mit ihrer Seilbahn, welche einzigartig in der Bundeswehr ist, ebenfalls den Transport von schwerem Material im Gebirge ermöglicht. 

Ein Gebirgsjäger weist einen Hubschrauber am Landeplatz ein.

Eingegliedert in die Kampfkompanien haben die Gebirgspioniere mit Hilfe von Minen und Sperren sowie mit ihren Fähigkeiten zur Kampfmittelabwehr Bewegungen auch im schwierigen Gelände gehemmt beziehungsweise gefördert. Mit ihren Brigadeversorgungspunkten haben die Gebirgsversorger des Gebirgsversorgungsbataillons 8 ebenfalls die durchgängige Einsatzbereitschaft der kämpfenden Truppe sichergestellt und beschädigtes Material repariert sowie Nachschub nach vorne gebracht. 

Die Funk- und Fernmeldeverbindungen zwischen den Übungsteilnehmern und der Übungsleitung wurden durch die Stabs-/Fernmeldekompanie der Gebirgsjägerbrigade 23 sichergestellt. Von den Unterstützungs- bis hin zu den Kampfverbänden sind alle Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 dazu ausgebildet und befähigt ihre Aufträge unter schwierigen bis hin zu extremen Umweltbedingungen auszuführen, um als System Gebirgsjägerbrigade zu funktionieren.

Delegationen beeindruckt

Hinterhalt - im Schutze des Nebels und unter gegenseitiger Sicherung sitzen die Gebirgsjäger vom GTK Boxer ab

„Das, was einen militärischen Führer der Gebirgstruppe ausmacht, sehe ich hier an allen Ecken und Enden. Das ist für mich die Fürsorge um die Soldaten, die Kameradschaft, aber auch der knallharte Wille, einen Auftrag auszuführen, das Gelände und am Ende dann auch den Gegner zu bezwingen“, resümiert Brigadegeneral Sollfrank. Von der besonderen Leistungsfähigkeit der Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 bei der Übung Edelweiss 2016 überzeugte sich im Rahmen seiner Dienstaufsicht auch der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Bernd Schütt, sowie einige weitere Besucher aus verschiedenen Bereichen der Bundeswehr. 

Darunter waren unter anderem Vertreter aus dem Amt für Heeresentwicklung aus Köln, dem Sanitätskommando aus Diez, eine Delegation aus dem Ausbildungszentrum Infanterie in Hammelburg sowie der Offiziernachwuchs der Gebirgstruppe vom Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf in Mittenwald. Am Ende ihres jeweiligen Besuches zeigten sich die Delegationen beeindruckt vom Können der Soldaten der Gebirgstruppe.

Pressemeldung Bundeswehr Gebirgsjägerbrigade 23

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