Zu Besuch im polnischen Partner-Landkreis

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EU-Vorsitzender Stefan Wieneke (rechts) und Vorstandsmitglied Walter Soraruf (links) überreichen Landrat Szczepan Chrzęst ein Präsent als Dankeschön für die Gastfreundschaft. In der Mitte im Bild ist eine Lehrerin der Oberschule.

Landkreis/Belchatów - Drei Tage und Nächte waren 20 Schülerinnen aus dem Landkreis mit der Europa-Union in Polen unterwegs - alles stand im Zeichen der europäischen Einigung.

„Es gibt wohl keine bessere Methode, um den europäischen Einigungsprozess zu beflügeln“, mit diesen Worten fasste der Vorsitzende der Europa-Union Berchtesgadener Land, Stefan Wieneke, am vergangenen Mittwochabend die diesjährig von der Europa-Union organisierte Schülerfahrt nach Polen zusammen. 20 Schülerinnen der Mädchenrealschule Bad Reichenhall waren drei Nächte lang bei Gastfamilien in dem polnischen Partnerlandkreis des Berchtesgadener Landes – Belchatów – untergebracht, bevor es noch für eine Nacht in Polens zweitgrößte Stadt Krakau ging.

Seit Anfang der Jahrtausendwende knüpfen die beiden Landkreise Belchatów und Berchtesgadener Land nun in Form von gegenseitigen Besuchen und Austauschen intensive Kontakte. 2007 wurde die Partnerschaft in der Berufsschule Freilassing dann von Landrat Georg Grabner und seinem damaligen polnischen Amtskollegen Jaroslaw Brózda offiziell besiegelt. Initiator und ständiger Begleiter der nun schon langjährig bestehenden Partnerschaft ist die Europa-Union Berchtesgadener Land. Sieben ihrer Vertreter machten sich daher gemeinsam mit 20 Schülerinnen der Mädchenrealschule Bad Reichenhall wieder auch in diesem Jahr in Form einer rund 13-stündigen Busfahrt auf dem Weg nach Belchatów. Dort angekommen wurden man im Oratorium der Kirche von Landrat Szczepan Chrzęst persönlich in Empfang genommen. In seiner Begrüßungsansprache unterstrich Chrzęst, welche hohe Bedeutung die Partnerschaft zum Berchtesgadener Land ihm persönlich und seinem ganzen Landkreis habe. Besonders der gegenseitige Austausch junger Leute liege ihm sehr am Herzen. In Folge dessen wurden die 20 Schülerinnen, welche von den Lehrkräften Maria Bauer und Andreas Katzengruber begleitet wurden, polnischen Gastfamilien zugeteilt. Teilweise kannte man sich bereits von vergangenen Besuchen.

Das umfassende Programm startete dann gleich am nächsten Morgen. Ziel war die etwa 50 Kilometer entfernte bekannte Stadt Lodz. Neben den zahlreichen Eindrücken der historischen Stadt stand auch ein Besuch in dem Fabrikmuseum auf dem Programm. Dort konnten die Schülerinnen und EU-Mitglieder sich über die Geschichte des Hauptgeschäftszweiges der Stadt informieren – die Textilindustrie. Besonders aber das riesige Einkaufszentrum „Manufaktura“, welches auf einem alten Fabrikgelände errichtet wurde, ließ die Herzen der jungen Damen höher schlagen. Zurückgekehrt in Belchatów, verbrachten die Schülerinnen den späten Nachmittag im Kreise ihrer Gastfamilien. Die Erwachsenen wurden von Edward Olszewski, dem Kreistagsvorsitzenden von Belchatów und langjährigen Begleiter der Partnerschaft, zu einem Abendessen eingeladen. Der Vorsitzende der Europa-Union Berchtesgadener Land, Stefan Wieneke, betonte dort in seiner Ansprache, dass er und seine Vorstandschaft alles tun werden, um die Partnerschaft weiter voran zu treiben. Die Europa- Union hatte erst im Juli eine neue Vorstandschaft gewählt.

Am nächsten Morgen wurde das Museum von Belchatów besichtigt. Im Anschluss daran ging es in die benachbarte Stadt Zelow, wo eine Schule besichtigt wurde. Von den hohen technischen Standards dort waren die deutschen Schülerinnen begeistert. Sogar eine eigene Sternwarte gab es dort, welche man auch aktiv ausprobieren durfte. Danach konnten die Schülerinnen in Belchatów das größte Braunkohlekraftwerk der Welt bestaunen. Besonders die scheinbar unendlich große Grube, welche sogar noch aus dem All zu erkennen ist, hinterließ hierbei Eindruck. In der Stadt

Kleszczow besuchte man dann am Nachmittag eine weitere moderne Schule, welche einen eigenen angebundenen Sportpark hatte. Dieser umfasste sogar eine hochmoderne Schwimmhalle mit Rutsche, Whirlpool, Außenbereich und Sportbecken. Die Wasserratten ließen es sich dort eine Zeit lang gutgehen, während die anderen die Bowlingbahn der Schule testeten. Am Abend lud der Landkreis Belchatów die deutschen Gäste zu einem Grillabend ein. Flotte Musik, leckeres Essen und eine lockere Stimmung sorgten dort für eine durchwegs angenehme Atmosphäre. Stefan Wieneke bedankte sich bei den polnischen Gastgebern für die aus seiner Sicht hohe Gastfreundlichkeit und das „super durchorganisierte und aufschlussreiche“ Programm. Als Vertreter der Lehrerschaft schloss sich Andreas Katzengruber diesen Worten an und betonte, dass die vergangen Tage ihm und seinen Schülerinnen sehr gefallen hätten. Zuvor hatten die Vertreter der Europa-Union auf Einladung von Edward Olszewski noch das Erstligafußballspiel Belchatów gegen Lech Posen besucht. Leider brachte dies aber kein Glück. Die Partie ging aus Sicht der Gastgeber mit 0:1 verloren.

Schweren Herzens Abschied nehmen aus Belchatów hieß es dann schon am nächsten Morgen. Mit einem Besuch des Unterrichtes der dortigen Oberschule wurde der viertägige Besuch der deutschen Gäste abgerundet. Die Anwesenheit gleich zweier Fernsehteams bei diesem letzten Termin unterstrich das öffentliche Interesse der polnischen Seite an der Partnerschaft mit dem Berchtesgadener Land.

Doch nicht direkt zurück in das Berchtesgadener Land, sondern in die in etwa drei Stunden entfernte weltbekannte Stadt Krakau ging es dann zunächst. Der Europa-Unions Schatzmeister Hermann Kagerer übernahm dort die Rolle des Stadtführers. Die Burganlage Wawel und die Marienkirche am Hauptmarkt waren dabei die Schwerpunkte seiner Führung. Am Abend konnten die Erwachsenen und Schülerinnen dann in Krakau noch einen lauen Sommerabend genießen. Die älteren Reiseteilnehmer ließen sich auch das umfassende Krakauer Nachtleben nicht entgehen, bevor es dann am vergangenen Mittwochmorgen wieder zurück nach Bad Reichenhall ging. Schüler, Lehrer und Europa-Union waren sich bei der Rückfahrt einig, dass die Reise aus vielerlei Gesichtspunkten für alle Beteiligten äußerst wertvoll war und das es sicher nicht die letzte gewesen sein wird.

Pressemitteilung Europa Union Bad Reichenhall

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