Brauchtum in der Adventszeit

Morgen kommt der Nikolaus

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In Bischofswiesen/Loipl war der Nikolaus mit seinen Buttenmandl bereits am 1. Adventssonntag. Am Wochenende ist er im restlichen Berchtesgadener Tal unterwegs.

Berchtesgadener Land - Seit Tagen gibt es unter den Kinder im Landkreis kein anderes Thema mehr: morgen kommt der Nikolaus mit seinen Kramperl. Doch was genau hat es mit diesem Brauch auf sich und welche gibt es noch?

Spätestens mit dem ersten Advent beginnt vor allem im Berchtesgadener Tal die Brauchtumszeit. Den Auftakt machen die Loipler Buttenmandl. Sie laufen am ersten Adventssonntag mit dem Heiligen Nikolaus und dem Nikolo-Weibi von Haus zu Haus. Dabei haben die Buttenmandl ursprünglich 'die Stuben ausgeräumt'. Alles Alte musste raus, um für neues Platz zu schaffen. Das bezog sich natürlich auch auf den Geist. Alles Böse musste raus.

Wie passt da der Nikolaus dazu? "A Guter muss a dabei sein", bringt es Kreisheimatpfleger Johannes Schöbinger auf den Punkt. "Der Heilige bringt Gutes und Segen." Und das schon seit über 400 Jahren.

Im Berchtesgadener Talkessel wird dieses Brauchtum besonders gepflegt. In allen fünf Gemeinden sind die verschiedenen Kramperlbassen mit dem Nikolaus hauptsächlich am 5. und 6. Dezember zu den Kindern unterwegs. So auch am Samstag und Sonntag. In Bischofswiesen/Winkl Land ist der Nikolaustag traditionell der zweite Adventssonntag. In Maria Gern kommt der Heilige am 24. Dezember.

Nikolaus-Brauch im restlichen Landkreis

Auch im restlichen Landkreis kommt natürlich der Nikolaus. Das bezieht sich aber auf den traditionellen Nikolaus-Brauch, den es seit Mitte des 16. Jahrhunderts gibt. Dort brachte der Heilige die Geschenke. Der Krampus war dabei, um die Kinder maßzuregeln, die nicht brav gewesen sind.

Glöcklsinger auf Herbergssuche

Mit Beginn der Adventszeit sind auch wieder die Glöcklsinger unterwegs. Diesen Brauch gibt es sowohl drent und herent der deutsch-österreichischen Grenze. "Dabei handelt es sich um einen Einkehrbrauch", erklärt Schöbinger. "Vor allem Minderbemittelte haben ab dem 16. Jahrhundert die Herbergssuche nachgespielt, um ein Geschenk zu erhalten." Heute sind es hauptsächlich Kinder, die an den Donnerstagen vor Weihnachten von Tür zu Tür gehen, singen und spielen und dafür Geld und Süßigkeiten bekommen.

Christkindlanläuten und -anschießen

Am 17. Dezember, genau acht Tage vor Weihnachten beginnt nachmittags um 15 Uhr das „Christkindl-Einläuten“, wobei alle Kirchen-Glocken erschallen. Zeitgleich findet das „Christkindlanschießen“ durch die Weihnachtsschützen und Böllerschützen statt. Auch dieses Brauchtum gibt es verstärkt im Berchtesgadener Tal. Doch auch in den anderen Gemeinden des Berchtesgadener Landes wird geläutet und geschossen.

Das Christkindlanschießen ist ein sogenannter Lärmbrauch. "Ursprünglich sollte es böse Geister vertreiben und neues Leben geweckt werden." Im Laufe der Zeit sei der Brauch immer mehr christlich adaptiert worden. Nach wie vor locken die Schüsse und das Läuten zahlreiche Besucher vor die Türen. Auch das neue Jahr wird mit Böllerschüssen begrüßt.

Rauchen in den Rauhnächten

Hinter der eigenen Tür spielt sich nach wie vor der Brauch des Rauchengehens ab. In den vier Rauhnächten wird zuerst ein Rosenkranz gebetet, dann gehen die männlichen Familiemitglieder mit einer Rauchpfanne und Weihwasser durch das ganze Haus, von unten nach oben und treiben mit den guten Düften das verdorbene, schlechte aus, bringen Segen herein und halten Unheil ab.

"Vor hunderten Jahren war es zur Zeit der Wintersonnenwände wirklich stockfinster", versucht der Kreisheimatpfleger den Brauch zu vermitteln. "Da hatten die Leute noch andere Ängste." Aus diesen sind viele Bräuche entstanden. Ein Teil hält sich bis heute und wird gepflegt - auch im Berchtesgadener Land.

cz

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