Diebstähle, Betrügereien, Drogen...

Über 450 Straftaten! Bande aus Freilassing und Laufen geschnappt

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Freilassing - Diebstähle, Urkundenfälschung und Verstöße gegen das Waffengesetz - Die Liste der Straftaten einer Gaunerbande aus Freilassing scheint schier endlos lang zu sein.

Eine Gaunerbande aus dem Bereich Freilassing verübte über Monate hinweg hunderte von Straftaten im gesamten südostbayerischen Raum und nahezu in allen österreichischen Bundesländern. Insgesamt werden der Gaunerbande derzeit mehr als 459 Straftaten wie Diebstähle, Betrügereien, Urkundenfälschungen, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Verstöße nach dem Waffen- und Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt. Nachweislich konnte allein dem Haupttäter ein Beuteschaden durch Diebstähle in Höhe von mindestens 23.000 Euro nachgewiesen werden.

Die erste Spur

Was zunächst wie ein alltäglicher Ermittlungsfall schien, entwickelte sich für die Polizeistation Traunreut zu einem fast internationalen Kriminalfall. Ende Oktober 2015 wurde die Polizeistation Traunreut wegen des Verdachts eines Betruges zu einem Traunreuter Baumarkt gerufen. 

Eine aufmerksame Kassiererin hatte festgestellt, dass ein circa 35-jähriger Mann wiederholt im Baumarkt Elektroartikel im Warenwert von 239 Euro mit einem gefälschten Kassenbon zurückgeben wollte.

Ähnlicher Serienbetrüger in Österreich

Der Mann war auch bereits in anderen Filialen dieses Baumarktes im Kreis Traunstein aufgetreten. Bevor die Polizei eintraf gelang dem Mann jedoch die Flucht aus dem Baumarkt und er konnte auch im Rahmen der sofortigen Fahndung nicht mehr angetroffen werden. Akribische Recherchen der Traunreuter Polizei führten dann auf die Spur eines Serienbetrügers mit ähnlicher Arbeitsweise im benachbarten Österreich.

Dort wurde bereits seit längerer Zeit durch das Landeskriminalamt Salzburg ermittelt weil in mehr als 200 Fällen immer wieder hochwertige Elektrozahnbürsten im Warenwert von ca. 15000 Euro in Drogeriemärkten mit teilweise gefälschten Kassenbons zurückgegeben wurden. Auf Anfrage teilte das Betrugsdezernat in Salzburg mit, dass ein vager Anfangsverdacht gegen einen bereits wegen Diebstahl in Erscheinung getretenen 38-jährigen Mann aus Laufen besteht. Die Beweislage schien jedoch äußerst dünn.

Laufener fuhr trotz Kontrolle fort

Auf einer seiner „Touren“ geriet der 38-Jährige mit einem 42-jährigen Beifahrer auf der Autobahn München-Salzburg in eine Kontrolle, wobei sich der Anfangsverdacht erhärtete, weil er im Fahrzeug identische Elektrozahnbürsten mit sich führte. Die Kontrolle konnte den 38-jährigen Laufener auch nicht davon abhalten seine Betrügereien im südostbayerischen Raum unvermittelt fortzuführen. In Folge wurde ein Durchsuchungsbeschluss beantragt.

Beide Männer waren völlig überrascht, als sie Anfang Dezember in Freilassing festgenommen wurden. Die Durchsuchungen führten zur Auffindung weiterer Beweismittel. Bei dem Laufener wurden Drucker und Thermopapier sowie zahlreiche gefälschte Kassenbon sichergestellt. Der bereits erheblich vorbestrafte Mann räumte angesichts der erdrückenden Beweislage schließlich die Betrügereien in Österreich und Deutschland ein. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt und Haftbefehl erlassen.

Betrugsbande bestand aus fünf Personen

Die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit dem LKA Salzburg konnten jetzt nach Auswertung zahlreicher Beweismittel abgeschlossen werden. Es kristallisierte sich heraus, dass der Laufener zusammen mit vier anderen Mittätern aus Freilassing immer wieder auf Betrugstour ging.

Völlig unerwartet stellte sich für die Ermittler heraus, dass der Chef der Bande, der 38-jährige Laufener, die 240 Elektrozahnbürsten über Monate hinweg aus einem Supermarkt in Freilassing entwendet hatte. Weder dieser Seriendiebstahl noch die Betrügereien in den Drogerie-/Baumärkten waren den jeweiligen Filialen bis dato aufgefallen.

Zwischenzeitlich erfolgten in allen Drogerie-/Baumärkten in Deutschland und Österreich entsprechende Betrugswarnungen um mögliche Nachahmer abzuschrecken. Das länderübergreifende Strafverfahren wird im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens der österreichischen Strafverfolgungsbehörden durch die Staatsanwaltschaft Traunstein geführt und dem Haupttäter droht eine längere Haftstrafe.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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