Landkreis Berchtesgadener Land:

Asylbewerber bleiben größte Herausforderung

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Landrat Georg Grabner rechnet mit weiteren Stellen und hohen Personalkosten, um dem Asylansturm gerecht zu werden.

Landkreis - In seiner Weihnachtsansprache im Kreistag Berchtesgadener Land hat Landrat Georg Grabner vor allem nochmal das Thema 'Asyl' angesprochen. Es bleibe die größte Herausforderung des Landkreises.

Derzeit sind 1042 Asylbewerber im Landkreis untergebracht. Die Betreuung wird hauptsächlich im Landratsamt gesteuert. Aber ohne die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung wäre vor allem

der tägliche Flüchtlingsansturm in Freilassing

nicht zu bewältigen. "Mein ganz großer Dank gilt deshalb den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die viel Freizeit und sogar Urlaub eingebracht haben, um helfen zu können", so der Landrat.

Grabner appellierte aber gleichzeitig an die Kreisräte, Unterkünfte für die Asylsuchenden in den Gemeinden zu schaffen: "Hier sind wir alle gefordert, die Gemeinden genauso wie der Landkreis. Bitte unterstützen Sie uns dabei, wo immer Sie die Möglichkeit haben!" Dessen ist man sich durchaus bewusst: In Marktschellenberg, Berchtesgaden/Oberau und Teisendorf sind die Verhandlungen für mehr Unterbringungsmöglichkeiten kurz vor dem Abschluss.

Wie Bayernwelle Südost berichtet, informierte außerdem Saaldorf-Surheims Bürgermeister Bernhard Kern den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung über ein „Vier-Säulen-Programm“ zur Unterbringung von Flüchtlingen. Zuerst kommt die Unterbringung von Asylbewerbern in Unterkünften, die frei sind. Dann wird die Aufstellung von Containern diskutiert. Drittens ist ein kommunales Förderprogramm für Flüchtlinge vorgesehen und für den Notfall die Unterbringung in Hallen angedacht. Derzeit leben 35 Asylbewerber in je einer Einrichtung in Saaldorf und Surheim. Bis zu 130 sollen es demnächst werden.

Neben der Akquise von Unterkünften für die Asylbewerber muss der Landkreis auch die Betreuung der Asylbewerber leisten, deren Anträge bearbeiten und die Häuser verwalten. Dafür wurden im vergangenen Jahr 14 neue Stellen geschaffen. Für Sozialarbeiter, Verwaltungsangestellte und Hausverwalter wurden insgesamt 430.000 Euro zusätzliche Personalkosten ausgegeben. Derzeit rechnet der Landkreis mit noch einmal 14 neue Stellen und zusätzlichen Personalkosten in Höhe von 790.000 Euro. Im Stellenplan für das kommende Jahr sind 11 befristete Stellen und 620.000 Euro Mehrkosten eingeplant.

Eine Belastung, deren Ende derzeit nicht absehbar ist.

cz

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