Asylbewerberunterkünfte im Berchtesgadener Land

Rund 300 Plätze fehlen im Landkreis

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Landkreis - Immer wieder betont Landrat Georg Grabner, dass das Berchtesgadener Land nicht genug Unterkünfte für die bis Ende des Jahres angekündigte Zahl von 1.700 Asylbewerber hat. Aktuelle Zahlen bestätigen das jetzt:

Derzeit sind bereits 812 Asylbewerber in elf Gemeinden im Landkreis untergebracht, 218 unbegleitete Minderjährige, die extra untergebracht und betreut werden, nicht mitgerechnet. Wöchentlich kommen 37 Flüchtlinge dazu. Bis Ende des Jahres könnten es noch 1.700 Asylbewerber im Berchtesgadener Land werden. Bisher sind 1250 prognostiziert.

Im Zugzwang sind vor allem die vier Gemeinden, die bisher keine Unterkunft für die Geflüchteten stellen konnten: Anger, Marktschellenberg, Ramsau und Schneizlreuth. Sie sollten bereits 35 (Anger), 14 (Marktschellenberg), 14 (Ramsau) und zehn (Schneizlreuth) Asylbewerber beherbergen. Ende des Jahres könnten es laut Landratsamt bis zu 63, 25, 25 und 19 sein. Doch selbst die Vorzeige-Gemeinden Berchtesgaden (103 Asylbewerber derzeit), Bischofswiesen (92), Laufen (75) und Piding (44) müssten dann noch deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen. Einzig Bayerisch Gmain (derzeit 65 Asylbewerber) und Schönau am Königssee (95) sind bereits jetzt über einem möglichen Soll.

Keine der 15 Gemeinden im Berchtesgadener Land versperrt sich der Aufnahme von Flüchtlingen. Anger beschloss in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Bau einer Unterkunft für insgesamt 56 Asylbewerber. In Bad Reichenhall soll ein Wohnhaus eine neue Heimat für bis zu elf Flüchtlinge werden. Allerdings hätte die Kurstadt dann mit 138 Asylbewerbern gerade mal ihr aktuelles Soll erfüllt. Bis Ende des Jahres müsste sie im schlimmsten Fall laut Schlüssel noch Plätze für mindestens 106 zusätzliche Flüchtlinge finden. Dabei wird Bad Reichenhall nur noch von Teisendorf und Freilassing übertroffen. In der Marktgemeinde sind derzeit 22 Asylbewerber untergebracht, bis zu 109 sollte sie noch zusätzlich aufnehmen. Die Grenzstadt müsste dann zu den bisherigen 112 Flüchtlingen noch 116 weiter aufnehmen.

Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher forderte deshalb bereits vom Freistaat Bayern eine Entlastung, da seine Stadt durch die durchreisenden Flüchtlinge, die täglich von Österreich einreisen, bereits überbelastet sei. Am Donnerstag waren es beispielsweise wieder 860 Migranten, die dann mit Sonderzügen im Bundesgebiet verteilt wurden.

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Aufgrund der aktuell undurchsichtigen Situation, wie viele Flüchtlinge wirklich noch auf dem Weg sind, sich auf den Weg machen, bei uns ankommen, traut sich das Landratsamt keine Prognose zu, was uns im kommenden Jahr erwartet. Fakt ist, dass ein Großteil der Bevölkerung daran beteiligt ist, dass die Betreuung der Flüchtlinge sowohl an der Grenze, als auch in den einzelnen Gemeinden so reibungslos klappt. Das wird sich auch im kommenden Jahr nicht ändern. Doch ob dann noch Unterkünfte zur Verfügung stehen oder die Flüchtlinge in Hallen und Containern untergebracht werden müssen, steht in den Sternen.

cz

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