Viele Einsätze

BRK im Berchtesgadener Land war 2015 enorm gefordert

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Landkreis - 2015 war für die fünf freiwilligen BRK-Bereitschaften im Berchtesgadener Land ein extrem außergewöhnliches Einsatzjahr, das sie zeitweise an die Grenzen der ehrenamtlichen Belastbarkeit brachte.

Nachdem sie bereits im Sommer mehrmals pro Woche in Folge zur Betreuung von im Berchtesgadener Land gestrandeten Asylsuchenden im Einsatz waren, mussten sie ab 14. September wochenlang rund um die Uhr im Schichtdienst die medizinische Erstversorgung von täglich bis zu 2.000 Menschen in der Erstaufnahmestelle in Freilassing sicherstellen. Eine Arbeit, die ohne jede Vorankündigung zusätzlich zu den regulären Aufgaben anfiel, denn insgesamt waren die heimischen BRK Bereitschaften im vergangenen Jahr auch bei über 200 (2014: 179) Sanitätsdiensten gefordert, sind mit ihren Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) bei 31 Schadenslagen ausgerückt (meist mehrere SEG´n pro Fall; 2014 27 Schadenlagen) und waren 23 Mal (2014: 14) als Erstversorger und zur Spitzenabdeckung des Rettungsdienstes im Einsatz, wobei im Ganzen über 1.000 (2014: 185) Patienten versorgt wurden; zusätzlich wurden viele tausend unverletzte Menschen betreut, untersucht und verpflegt.

Im Berchtesgadener Land leisten rund 200 freiwillige Sanitäter in fünf Bereitschaften ehrenamtlichen Dienst. Bei außergewöhnlichen Schadensfällen stellen sie mit ihren SEG´n Behandlung, Transport, Betreuung und Verpflegung (BtD), Information und Kommunikation (IuK), Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV, Krisenintervention), Technik und Sicherheit (TuS) und Motorradstreife Fachkräfte und Material zur Versorgung einer Vielzahl an Verletzten und Betroffenen bereit und kümmern sich um die Einsatzleitung.

Über 200 Sanitätsdienste 

„Unser Spektrum an Sanitätsdiensten war 2015 wieder sehr vielfältig: Wir sicherten zahlreiche Sportveranstaltungen wie an der Kunsteisbahn am Königssee, beim Skispringen, beim Skijöring und beim Autoslalom ab. Highlights waren unter anderem der G7 Gipfel, die Salzach-Festspiele, die Freilassinger Autoshow, das Trachtenfest in Thundorf, die Eröffnung des Porsche-Museums in Aufham, das Jubiläum des Polizei-Fortbildungsinstituts, die Winterspiele der Christophorus-Schulen Berchtesgaden, der Rupertusthermen-Lauf, die Roßfeld-Historic-Rallye, der Feldkirchner Triathlon und ein Segway-Turnier. Darüber hinaus waren wir aber auch bei großen Festen wie Faschingsumzügen, Pferde- und Reitsportveranstaltungen wie dem Leonhardi-Ritt, 140 Jahre Musikkapelle Steinbrünning, dem 110-jährigen Gründungsfest des Burschenvereins Surheim, dem Open-Air „Der Thumsee brennt“, bei Filmdreharbeiten von Lena Lorenz, der BR-Sendung „Bürgerforum Live“, dem Heimatsoundkonzert „Mia san ned nur mia“ und beim Krampuslauf zur Sicherheit von Teilnehmern und Besuchern im Einsatz“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter. Der umfangreichste und stundenintensivste Sanitätsdienst fand wieder an der Kunsteisbahn in Schönau am Königssee statt.

Plus an Sicherheit: Spitzenabdeckung durch die BRK-Bereitschaften 

Seit 2011 gibt es die Rettungsdienst-Spitzenabdeckung durch die ehrenamtlich betriebenen Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Bereitschaften, die den regulären Rettungsdienst und Krankentransport unterstützen, wenn besonders viel los ist und kein Rettungs- oder Krankenwagen mehr frei ist. 2015 wurden die SEG´n zu insgesamt 54 Einsätzen alarmiert – doppelt so viele wie im Vorjahr (2014:27), davon allein 23 (2014: 14) Notfälle und Krankentransporte, bei denen jeweils ein Patient versorgt und in eine Klinik transportiert werden musste; zusätzlich dazu etliche Betreuungen, medizinische Versorgungen und Transporte von erkrankten und verletzten Flüchtlingen. Die restlichen 31 (2014: 13) Einsatzfälle sind größere Schadensereignisse mit Sicherheitsabstellungen bei Flüchtlingseinsätzen, Bränden, Gasaustritten, extremen Wetterereignissen oder Evakuierungen, bei denen immer mehrere SEG´n und Fahrzeuge gleichzeitig im Einsatz waren.

„Dieses sinnvolle Plus an Sicherheit für die Menschen im Landkreis leisten wir ausschließlich ehrenamtlich; die zusätzlichen Fahrzeuge und Ausrüstung müssen aber nahezu komplett mit Spenden aus der Bevölkerung finanziert werden“, betont Halter. Bei der Spitzenabdeckung des regulären Rettungsdienstes und Krankentransports hat sich die 2011 durchgeführte Aufteilung in kleinere Einheiten wie SEG Behandlung und Transport bereits mehrfach bewährt. „Die Besatzungen sind sehr schnell einsatzklar und können den Rettungsdienst bei Engpässen rasch und effektiv ergänzen“, freut sich Halter, der an größere Verkehrsunfälle und Brandereignisse wie am 23. Mai in Schneizlreuth erinnert.

Bilder des Jahresrückblicks des BRK Berchtesgadener Land

Viel Arbeit durch Flüchtlinge, Brände und Verkehrsunfälle 

2015 waren die SEG´n neben dieser Spitzenabdeckung für den Rettungsdienst und Krankentransport (23) auch bei 31 größeren Schadenslagen regulär im Einsatz, fast immer mit mehreren SEG´n pro Fall; vor allem bei größeren Bränden und Verkehrsunfällen und zur Versorgung der vielen tausend Flüchtlinge. SEG-Einsätze waren unter anderem am 2. Februar bei Verkehrsunfällen aufgrund eines extremen Wintereinbruchs, am 27. Mai bei einer Rauchentwicklung im Haus Hohenfried, von Mai bis September aufgrund mehrerer Flüchtlingseinsätze, am 23. Mai beim Großbrand mit sechs Toten in Schneizlreuth, am 26. August bei einem schweren Verkehrsunfall in Piding und am 20. Dezember bei einem größeren Brand in Berchtesgaden.

Über 54.000 ehrenamtliche Stunden 

Zusätzlich zu den Einsätzen waren die Ehrenamtlichen in der sozialen Arbeit, in der Blutspende, bei Ausbildungs- und Übungsterminen und weiteren Veranstaltungen wie Kinderferienprogramm, Altkleidersammlung oder an Christkindl- und Ostermarkt-Ständen gefordert, da sie auch einen großen Teil ihrer Arbeit durch Spenden selbst finanzieren müssen. Besondere Fortbildungen waren unter anderem Grund- und Fachlehrgänge der Fachdienste Information und Kommunikation und Betreuungsdienst, Sanitätsausbildungen und mehrere große Übungen wie an der Klinik Schönau oder am Gasthaus Krepfei in Anger. Weitere wichtige Dienste und Termine waren die Ungarnhilfe, Altenheim- und Klinik-Besuche, die Kinder-Safety-Tour in Bischofswiesen, der Hausnotruf-Hintergrunddienst und Trau-Dich-Projekte an Kindergärten. Insgesamt wurden 2015 dabei über 54.000 (2014: 51.000) ehrenamtliche Stunden geleistet. Ein besonderes Highlight war die Indienststellung eines neuen Mehrzweckfahrzeugs des Betreuungsdienstes im Herbst.

Jugendarbeit gestärkt

Bereitschaftsjugendgruppen gibt es in Freilassing und Teisendorf, wobei sich aktuell 29 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 16 Jahren engagieren und 2015 zu vielen eigenen Dienstabenden getroffen haben. „Unser Nachwuchs hat dabei viel gelernt und unter anderem auch tatkräftig bei zahlreichen Sanitätsdiensten und Veranstaltungen mitgeholfen. Auch konnten 2015 viele Jugendliche als aktive Einsatzkräfte in die Bereitschaften wechseln und so den Nachwuchs sicherstellen. Trotzdem blieben die Mitgliederzahlen der Jugendgruppen konstant, da sich immer wieder neue Jugendliche für die Arbeit begeistern“, berichtet Kreisbereitschaftsjugendwart Christian Koller zufrieden.

Pressemitteilung BRK BGL

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