Energieagentur und Energienutzungsplan

Landkreis rückt Klimaschutz in den Fokus

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Die Energieagentur soll Bürgern eine kostenlose und neutrale Energie-Erstberatung bieten und weiterführende Angebote von Energieberatern besser bekannt machen.

Landkreis - Am innovative Energienutzungsplan beteiligen sich alle Gemeinden im Landkreis. Gleichzeitig wird mit mehreren beteiligten Landkreisen an einer Energieagentur für Südostbayern gearbeitet.

In einer Auftaktveranstaltung wurden die Ziele und der organisatorische Ablauf für den Energienutzungsplan ausführlich vorgestellt. Für und mit jeder Landkreisgemeinde wird innerhalb der nächsten 12 Monate ein Handbuch erstellt, wie Vor-Ort Energie eingespart werden kann und wo der Ausbau regionaler erneuerbarer Energien erfolgen soll.

Gemeinden in der Pflicht

Landrat Georg Grabner (links) und die Bürgermeister der Landkreisgemeinden mit den Projektleitern Prof. Dr. Markus Brautsch (Mitte) und Dipl.Ing. Tobias Eder (hinten links) sowie Klimaschutzmanager Manuel Münch (vorne 3.v.l.).

Landrat Grabner bedankte sich eingangs bei allen 15 Landkreisgemeinden, dass diese sich am Projekt beteiligen und dadurch ein deutliches Zeichen für eine regenerative und regionale Energieversorgung im Berchtesgadener Land setzen. Im gleichen Atemzug appellierte er jedoch auch an die Gemeindevertreter für deren kontinuierliche Unterstützung. „Der Energienutzungsplan kann in der Praxis nur so gut sein, wie er Vor-Ort mitgetragen und auch umgesetzt wird - diese Chance müssen wir nutzen.“

Gemeinsam mit jeder Kommune wird ein Maßnahmenkatalog für eine nachhaltige Energieversorgungsstruktur erarbeitet und darüber hinaus ein sogenanntes Leuchtturmprojekt pro Gemeinde detailliert ausgearbeitet.

Der Energienutzungsplan für das Berchtesgadener Land wird mit fast 140.000 Euro durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gefördert und soll durch seinen innovativen Charakter zur Weiterentwicklung des Energienutzungsplans als bayerisches Instrument für die kommunale Energieleitplanung beitragen.

Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie in der Rubrik „Energienutzungsplan“ unter www.klimaschutz-bgl.de.

Energieagentur für Südostbayern

Als zentrale Anlaufstelle für Bürger, Kommunen und Unternehmen soll die Energieagentur neutrale und fachkompetente Informationen und Beratungsangebote mit Einbindung der regionalen Wirtschaft und Energieberater zum Thema Energie und energetische Sanierung bieten.

Der Ausschuss für Umweltfragen und Energie des Landkreises Berchtesgadener Land befürwortete am Mittwoch den 14. Oktober einstimmig, die Gründung einer regionalen Energieagentur gemeinsam mit den beteiligten Landkreisen Berchtesgadener Land, Altötting, Mühldorf a. Inn und Traunstein weiter voranzutreiben.

„Riesiger Schritt nach vorne für mehr Klimaschutz in der Region“

Landrat Georg Grabner hob in der Sitzung eingangs hervor, dass die Energieagentur enorm wichtig sei, um Haushalte, Wohnungswirtschaft und Unternehmen flächendeckend anzusprechen, zur Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen zu motivieren und sie dabei qualifiziert zu beraten. „Das ist ein riesiger Schritt nach vorne für mehr Klimaschutz in der Region“, ist Landrat Grabner überzeugt. Er zeigte sich daher sehr erfreut, dass die Gespräche und die bisherige Zusammenarbeit in diesem Projekt mit den drei weiteren Landkreisen so positiv waren. Wie im Landkreis Berchtesgadener Land wurde auch im Landkreis Traunstein am Mittwoch ein einstimmiger Beschluss gefasst, in den kommenden Wochen wollen auch Altötting und Mühldorf in den Ausschüssen die Weichen stellen. Die endgültige Entscheidung wird dann im Kreistag getroffen.

Neutrale Beratung rund um Energieeffizienz

In Bayern gibt es bereits zehn Energieagenturen, die durch ihre organisatorische Nähe zu Städten, Gemeinden und Landkreisen produktneutrale Beratung rund um Energieeffizienz und erneuerbare Energien anbieten. Eine der Energieagenturen ist das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza), das schon seit 17 Jahren erfolgreiche Arbeit leistet. Martin Sambale, Geschäftsführer von eza entwickelte in Zusammenarbeit mit den beteiligten Landkreisen ein Konzept für den Aufbau einer neuen Energieagentur in Südostbayern und stellte dieses im Ausschuss vor. Dabei ließ er auch seine langjährigen Erfahrungen aus dem Allgäu mit einfließen und erläuterte die Arbeit der zukünftigen Energieagentur anhand von Beispielen aus der Praxis. Für Sambale ist die Größe mit vier Landkreisen für die Arbeit einer Energieagentur „perfekt“. Für einen Landkreis alleine sei der Aufbau einer Energieagentur mit einer so professionellen Beratung kaum zu stemmen.

Freistaat Bayern unterstützt Energieagenturen finanziell

Auch für Kommunen und Unternehmen soll die Energieagentur Ansprechpartner in Energiefragen sein.

Der Aufbau von Energieagenturen wird durch den Freistaat Bayern bezuschusst. Ein entsprechenderFörderantrag soll noch in diesem Jahr eingereicht werden. Der Landkreis Berchtesgadener Land muss mit einem Finanzierungsanteil von rund 51.000 Euro im ersten Jahr rechnen. Mit zunehmenden Erlösen der Energieagentur in den folgenden Jahren soll der durch die Landkreise zu leistende Beitrag sinken.

Die Energieagentur soll künftig auch die Klimaschutzaktivitäten des Landkreises optimal unterstützen. Klimaschutzmanager Manuel Münch erläutert, dass Leistungen der Energieagentur, die regional gebündelt werden, kostengünstiger und qualitativ hochwertiger für landkreisspezifische Projekte effektiv genutzt werden können. Die Aufgabenfelder der Energieagentur sind so konzipiert, dass sie nicht in Konkurrenz zu bestehenden Angeboten treten. Vielmehr soll die neue Energieagentur mit den Akteuren, Initiativen und der regionalen Wirtschaft eng zusammenarbeiten.

Pressemeldung Landratsamt Berchtesgadener Land

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