Asylbewerberheime im Landkreis

Gemeinden auf Herbergssuche

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Der erste Stock des ehemaligen Schnitzhofheimes soll Asylbewerber-Unterkunft werden. Im Erdgeschoss hat ein Caterer sein Lager, im Dachgeschoss lebt eine Mutter mit ihren Kindern.

Landkreis - Vor zwei Wochen hat der Landkreis Bedenken geäußert, dass die angekündigten Asylbewerber in den Gemeinden untergebracht werden können. Jetzt sind einige Unterkünfte im Gespräch:

Die meisten Diskussionen hat wohl in Marktschellenberg die Ankündigung ausgelöst, dass im ehemaligen Schnitzhofheim Asylbewerber untergebracht werden sollen. Immerhin ist ein Teil der Räumlichkeiten fest vermietet. Auf Anfrage von BGLand24 wurde aber bestätigt, dass einzig das leerstehende erste Stockwerk und das ebenfalls leerstehende Nebengebäude genutzt werden sollen. 

Eine entsprechende Anfrage zur Nutzungsänderung des Besitzers an den Gemeinderat lehnte dieser ab.

Das Landratsamt könnte diese Entscheidung aber noch aufheben. Derzeit wird die Anfrage baurechtlich geprüft. Circa 15 Asylbewerber könnten dort Platz finden.

Auch die Zollhäuser in Marktschellenberg sind als Asylbewerberheim im Gespräch. Sie gehören dem Bund, somit kann die Gemeinde nur aus zweiter Hand informieren. "Ich war verwundert, da es erst hieß, der Ort sei nicht geeignet", sagte Bürgermeister Franz Halmich in der jüngsten Gemeinderatssitzung. "Sobald wir wissen, wann wie viele Flüchtlinge kommen, gibt es sofort eine Bürgerinformation", sicherte er zu. "Wir verhandeln über eine Anmietung", bestätigte der Pressesprecher des Landratsamtes Andreas Bratzdrum auf Anfrage von BGLand24.

Altes Pfarrhaus Oberau ebenfalls als Herberge im Gespräch

Ebenso angemietet werden soll das alte Pfarrhaus in Berchtesgaden/Oberau. Es steht seit Jahren leer, deshalb will es die Diözese vermieten. Die Asylsituation sei 'äußerst bedrängend, und wird immer bedrängender', sagte Berchtesgadens Pfarrer Thomas Frauenlob dem Berchtesgadener Anzeiger und erklärte: "Es gibt noch eine offene Seelsorger-Stelle im Pfarrverband. Solange diese nicht besetzt ist und wir nicht wissen, ob eine Dienstwohnung gebraucht wird, kann das Pfarrhaus nicht langfristig vermietet werden." Eine kurzfristige Nutzung als Asylbewerber-Unterkunft sei aber durchaus möglich. Bis zu 15 Asylbewerber sollen dort untergebracht werden. Den Oberauern wären am liebsten Familien.

Solche Wünsche könnten derzeit sogar bedingt erfüllt werden, bestätigte auch Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser. Die Gemeinde überprüft derzeit mögliche Flächen, um noch mehr Asylsuchende aufnehmen zu können."Wir sind dabei auch auf private Vermieter angewiesen, die vielleicht die Möglichkeit haben, jemand aufzunehmen. Das Landratsamt hat uns in diesem Zusammenhang zugesichert, dass man zumindest Wünsche äußern kann und versucht wird, diese zu berücksichtigen."

Containerdorf bei der Surmühle

Wünsche hat der Besitzer der Surmühle in Teisendorf nicht geäußert. Trotzdem soll auf seinem Grund ein Containerdorf für bis zu 30 Flüchtlinge entstehen. Die Idee hatte er ursprünglich selbst, nach heftigem Gegenwind wurde sie aber von der Gemeinde vorangetrieben. Nach einer Informationsveranstaltung hätten sich jetzt auch die Anwohner damit abgefunden, so Gasser gegenüber BGLand24. "Der Grundtenor des Abends war: 'Wir lassen uns darauf ein'." Die Bedenken konnten vor allem durch die Mitglieder des Teisendorfer Helferkreises zerstreut werden, der gut aufgestellt ist: "Zusammenhelfen schafft die beste Voraussetzung", so das Fazit.

Die 28 Container sind bereits da. Ein entsprechender Bauantrag für die Aufbereitung des Platzes und das Einrichten von Wohn- Aufenthalts-, Sanitär- und Küchen-Container soll gestellt werden. "Sobald die Witterung es im kommenden Jahr zulässt, könnten die Grundlagen geschaffen werden", äußerte sich der Bürgermeister zum Zeitplan. Zuerst muss der Antrag aber seinen Weg durch den Bauausschuss zum Landratsamt gehen und genehmigt werden.

cz

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