Bildungsregion BGL stärken

SPD fordert Einrichtung von Stütz- und Förderklasse

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Berchtesgadener Land - Vor der Kreistagssitzung am Freitag hat sich die SPD-Fraktion bei einem Treffen in Bischofswiesen intensiv mit den Ergebnissen der Arbeitskreise der „Bildungsregion Berchtesgadener Land“ befasst.

Als für sie zentrale Punkte stellten die sozialdemokratischen Kreisräte die Einrichtung einer Stütz- und Förderklasse im Landkreis, die intensive Vermittlung von Sprachkenntnissen und eine Stärkung des Jugendamts heraus. Umgesetzt werden sollen die Verbesserungen im Rahmen eines konkreten Arbeitsprogramms.

In seiner Begrüßung erinnerte der Vorsitzende der SPD-Fraktion Hans Metzenleitner noch einmal an das enorme Interesse an den im Rahmen der „Bildungsregion Berchtesgadener Land“ eingerichteten Arbeitskreisen. „Die meisten der fünf Gruppen haben Unterarbeitskreise gebildet, um sich noch genauer mit einzelnen Aspekten unserer Bildungslandschaft zu beschäftigen“, stellte er dar. Das große Engagement der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Teilnehmer verdiene höchsten Respekt und zeige auch, in wie vielen Bereichen noch Verbesserungen notwendig seien.

Frühe Förderung, um Probleme zu vermeiden

Die SPD-Kreisräte waren sich darin einig, aus der Vielzahl an guten Ideen und Vorschlägen die allerwichtigsten herauszugreifen, die dann in ein konkretes Arbeitsprogramm aufgenommen werden sollen. „Das Schlimmste, was mit den Ergebnissen der Arbeitskreise passieren kann, ist eine wohlwollende Zustimmung, nach der dann nichts passiert. Wir brauchen einen Fahrplan mit zeitlichen Vorgaben und einem finanziellen Rahmen, damit die Ergebnisse nicht nur ´schubladisiert´werden“, forderte der stellvertretende Landrat Helmut Fürle.

Als wichtigstes Ziel definierten die Sozialdemokraten eine bessere Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit sozialen und emotionalen Problemen. Die Einrichtung einer Stütz- und Förderklasse, wie sie bereits in Rosenheim besteht, soll hier für eine intensive Förderung vor Ort sorgen. In einem ersten Schritt könnte so ein Angebot für die erste und zweite Jahrgangsstufe, später dann auch für die dritte und vierte Klasse geschaffen werden. „Eine frühzeitige und zielgerichtete Förderung kann helfen, viele spätere Probleme zu vermeiden“, war sich die Freilassinger Stadt- und Kreisrätin Margitta Popp sicher.

Übertrittsdruck vermindern

Eine bessere Information über die Anforderungen des Gymnasiums und über die vielfältigen Möglichkeiten, auch später zum (Fach)abitur zu gelangen, sah Josef Angerer als besonders wichtig an, um den Übertrittsdruck in der vierten Klasse zu vermindern. Der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger und Hans Metzenleitner brachten als weiteres zentrales Arbeitsfeld eine verbesserte Sprachförderung ein. „Erfolgreiche Integration hängt zu einem sehr großen Anteil vom Beherrschen der Sprache ab“, waren sich die beiden sicher. Es gelte jetzt, dass riesige ehrenamtliche Engagement von Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft mit einer deutlich verbesserten Finanzierung durch den Freistaat Bayern auszubauen und zu verstetigen. Ebenso wichtig sei jedoch der Ausbau von Unterstützungssystemen für heimische Kinder mit verschieden ausgeprägtem Förderbedarf durch mehr Schulsozialarbeit, noch intensivere Kooperation mit dem Jugendamt oder einem E-Schulzweig für Kinder mit sozial-emotionalen Förderbedarf.

„Auch wenn in der Bildungspolitik die Rahmenbedingungen nach wie vor in München gesetzt werden, haben wir durch den Prozess ´Bildungsregion´ die große Chance besonders für Kinder und Eltern etwas zu bewegen, die sich in den bestehenden Strukturen schwer tun“, fasste Hans Metzenleitner zum Schluss des Treffens die Diskussion zusammen. Dies könne aber nur gelingen, wenn man sich auf die wichtigsten Ziele konzentriert und die notwendigen Maßnahmen Schritt für Schritt umsetzt.

Pressemitteilung SPD BGL

Rubriklistenbild: © dpa - picture alliance/Symbolbild

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