Im Berchtesgadener Land

Grüne wollen "temporäre Holzbauten" für Flüchtlinge

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Berchtesgadener Land -  Nach Ansicht des Kreisvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen sollte bei der Unterbringung von Flüchtlingen auch "temporäres Bauen", zum Beispiel in Holzbauweise, erwogen werden.

Wie Grünen-­Kreisvorsitzender Dr. Bernhard Zimmer anlässlich einer Vorstandssitzung erläuterte, gebe es bereits einige positive Beispiele, auch in Bayern. So sei im letzten Jahr in Königsbrunn bei Augsburg eine Unterkunft für 120 Flüchtlinge in Holzbauweise errichtet worden. Diese Unterkunft bestehe aus acht kleineren zweigeschossigen Gebäuden, die sich Orts planerisch gut in die Umgebung einfügten. Die Gebäude erreichten das energetische Niveau eines KfW-­Effizienzhauses 55 und blieben so fast ein Drittel unter den Vorgaben der aktuellen Energieeinsparverordnung.

Die Holzbauweise biete außerdem den Vorteil einer witterungsunabhängigen Vorfertigung. Auch sei die Wohnatmosphäre in solchen Gebäuden sehr angenehm. Solches „temporäres“ Bauen kommt für Zimmer generell bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Frage. Damit könnten kurzfristig Engpässe auf dem Wohnungsmarkt beseitigt werden. Sollten diese Gebäude dann nicht mehr gebraucht werden, könnten sie wieder abgebaut und andernorts wieder neu errichtet, oder nachhaltig entsorgt werden. 

Zimmer verwies darauf, dass etwa in Paris als Ersatz für die Oper, die renoviert werden musste, ein „temporärer“ Ersatzbau in Holzbauweise errichtet wurde. Dieses Gebäude sei nach der Wiederinbetriebnahme der Oper dann „auf Wanderschaft gegangen“ und wo anders, dort ebenfalls als Zwischenlösung, wieder errichtet worden. „Temporäres“ Bauen in Holzbauweise biete außerdem einheimischen klein­ und mittelständischen Unternehmen Marktchancen gegenüber den derzeit üblichen industriell gefertigten Containern. 

Grünen-­Kreisvorstandsmitglied Edwin Hertlein wies darauf hin, dass auch die Baulandausweisung in den Kommunen ein Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarkt sein könne. In der Marktgemeinde Teisendorf wären in den letzten zehn Jahren rund 120 Bauparzellen, überwiegend nach einem auch nach sozialen Kriterien gestalteten Einheimischenmodell, ausgewiesen worden. Dadurch hätten sich viele junge Familien eigenes Wohneigentum leisten können, was indirekt wiederum den Wohnungsmarkt entlastet habe. Für Hertlein ist aber auch klar, dass die verschiedenen Wohnbaugesellschaften im Landkreis einen Beitrag leisten könnten, durch den Bau weitere Sozialwohnungen günstigen Wohnraum im Landkreis zu schaffen. Hierfür biete das kommunale Wohnraumförderprogramm des Freistaates Bayern gute Ansätze.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband BGL

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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