Hoher Besuch bei Berchtesgadener Molkerei

"Es gibt Kunden, denen Qualität wichtig ist!"

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Staatsbesuch Molkerei Berchtesgadener Land (v. l.: Veronika Pletschacher, Andreas Argstatter, Bernhard Pointner, Helmut Brunner, Dr. Robert Habeck, Rudolf Schaupp)

Berchtesgadener Land - Die Molkerei Berchtesgadener Land war Schauplatz eines spannenden Ministertreffens zum Thema Milchpreispolitik:

Ihre Position zum Thema Milchpreispolitik haben Agrarminister Helmut Brunner und sein Schleswig-Holsteinischer Amtskollege Dr. Robert Habeck bei einer gemeinsamen Besichtigung der Milchwerke Berchtesgadener Land erklärt.

Gemeinsam mit dem Stellvertretenden Landrat Rudolf Schaupp, Milchwerke-Vorstand Andreas Argstatter und Geschäftsführer Bernhard Pointner, sowie Abteilungsleiter im Landwirtschaftsministerium München Konrad Schmid, besuchten die Minister die Molkerei Berchtesgadener Land. Dr. Habeck informierte sich bei seinem Besuch über die Milch- und Produktpolitik der Genossenschaft. Im anschließenden Pressegespräch erläuterten die Gäste den begleitenden Medien- und Parteivertretern ihre Position zum Thema Milchpreispolitik.

Qualität statt Quantität

Zunächst bedankte sich Bernhard Pointner bei seinen Gästen für ihren Besuch und betonte: „Für uns ist es wichtig, dass wir aufzeigen konnten, dass der Kunde nicht nur billig einkauft, sondern dass es durchaus Kunden gibt, denen Qualität sehr wichtig ist. Wir sind in dieser Krise noch in der Lage, den Landwirten einen ausreichenden Milchpreis zu bezahlen. Ob der Weg der Molkerei Berchtesgadener Land auch auf andere übertragbar ist, dass wage ich zu bezweifeln", so Pointner. "Aber zumindest konnten wir hier in der Region viel Geld und Wertschöpfung auf den Höfen lassen und hoffen, dass wir die Betriebe in diesem Gebiet auf Dauer in der Milchwirtschaft halten können,“ so Pointner weiter. 

Helmut Brunner über die heimische Milchpolitik

Als nächstes ergriff Landwirtschaftsminister Helmut Brunner das Wort und bedankte sich bei seinem Amtskollegen für dessen Besuch. "Dieser stand", so der Minister schmunzelnd, "unter dem Motto: 'Von Bayern lernen'. Diesem Wunsch sind wir gerne nachgekommen“, erläuterte Brunner, “um mit meinem Kollegen einen Leuchtturm unserer Molkereiwirtschaft zu besichtigen. Dieser Betrieb ist wirklich eine Besonderheit. Die Berchtesgadener haben es in den letzten Jahren verstanden, eine eigene Marke für ihre Produkte zu entwickeln. 

Zusammen mit den Milcherzeugern haben sie es geschafft, nicht nur eine höhere Wertschöpfung, sondern auch eine höhere Wertschätzung zu erreichen“, so Brunner. Der Minister verwies auf die Politik der Molkerei Berchtesgadener Land, die „gut 10 Cent mehr auszahlt wie woanders“. Und der Agarminister weiter: „Das ist genau dass, was ich mir unter dem bayerischen Weg vorstelle. Nämlich, dass wir nicht die Masse im Vordergrund sehen, sondern die Qualität. Und es ist nicht nur wichtig höchste Qualität zu erzeugen, sondern diese auch als Wertschöpfung an den Mann oder die Frau zu bringen.

Dafür brauchen wir unsere Mitbürger die unsere Qualität zu schätzen wissen. Ich bin durchaus zuversichtlich, dass wir im Laufe der Zeit immer mehr Mitbürger überzeugen können, dass es für sie einen persönlichen Mehrwert darstellt, wenn sie hochwertige Bioprodukte kaufen. Und dass sie nachvollziehen können wann, wo und wie Nahrungsmittel erzeugt werden. Das bedeutet, dass die Nähe, die Frische und die kurzen Transportwege auch als gewollter Mehrwert erkennbar und die Verbraucher bereit sind, einen vernünftigen Preis zu zahlen“.

Außerdem betonte Brunner: "Das Klientel Landwirtschaf  muss zunehmend auch auf die Verbraucherwünsche eingehen. Umgekehrt erwarte ich von unseren Mitbürgern, dass diese die hohen Anstrengungen unserer Landwirte honorieren und die Produkte auch zu einem vernünftigen Preis erwerben."

Dankeschön von Dr. Habeck

Sein Schleswig-Holsteinischer Amtskollege bedankte sich zunächst für die Einladung und betonte in seinem Statement: „Wenn ich etwas dazu beitragen kann, dann vielleicht dass der bayerische Weg nicht in Bayern endet, sondern vielleicht bis nach Berlin ins bayerisch geführte Agrarministerium geht

Aber das ist noch ein tiefer Graben, der im Moment allerdings erstaunliche Brückenschläge findet“, so Habeck. Auch lobte der Schleswig-Holsteinische Minister den unermüdlichen Einsatz seines Amtskollegen in Sachen Milchpreispolitik. „Wenn ich das, was Herr Brunner soeben gesagt hat, auf dem Landesbauerntag in Schleswig-Holstein sagen würde, dann würden die ihre Trillerpfeifen herausholen oder sagen Du bist ein Träumer, Du bist ein Illusionist“, so Habeck weiter.

Bestätigung durch den Stellvertretenden Landrat

Auch Schaupp bestätigte den Sinn der Berchtesgadener Strategie. „Wir haben entgegen dem bayern- oder deutschlandweitem Trend hier im Berchtesgadener Land alle unsere Betriebe erhalten können. Wir haben keinen verloren. Es sind alle noch an Bord. Und sie sind gut unterwegs, obwohl wir nur 22 Milchkühe pro Milchbetrieb haben. 

Das spricht für die Kleinräumigkeit und die Systematik unserer Landwirtschaft und wie die Produktionsbetriebe bei uns aufgestellt sind. Mit einem guten regionalen Konzept, dass aber auch überregional getragen wird." so Rudolf Schaupp.

Im Anschluss an das Treffen in Molkerei Berchtesgadener Land stand für die Minister noch ein Termin in Rosenheim an, bei der ein weiterer Milchviehbetrieb besichtigt wurde.

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