Mehr Qualitätstourismus im Landkreis

Reisen für alle - Barrierefrei durch Berchtesgaden

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Berchtesgaden - Große Buchstaben auf der Speisekarte, eine Rampe für Rollstuhl oder Kinderwagen, tiefer hängende Spiegel. Das Thema "Barrierefreies Reisen" ist facettenreicher wie manch einer denkt. Was bedeutet das für den Landkreis Berchtesgadener Land?

 „Reisen für alle“ - „Was sind Barrieren?“ „Für welche Zielgruppen sind barrierefreie Angebote interessant?“ und  „Was ist zu tun?“ All dieses sind Fragen, denen die BGLT gemeinsam mit dem Tourismusberater Dr. Kai Pagenkopf am 22. März auf Initiative der Berchtesgadener Land Tourismus auf den Grund gegangen ist. 

50 Gastgeber und Vertreter von Ausflugszielen waren der Einladung ins Kongresshaus Berchtesgaden gefolgt. Maria Stangassinger, Geschäftsführerin der BGLT, beschäftigt sich seit längerem mit dem Ansatz„Reisen für alle“. Das Thema ist extrem facettenreich und bedeutet bei weitem mehr, als Rollstuhlfahrern oder blinden Menschen eine bedarfsgerechte Unterkunft anzubieten.

Barrierefrei durchs Berchtesgadener Land

„Es geht nicht darum, das Berchtesgadener Land komplett barrierefrei zu gestalten. Wer unsere Gäste aufmerksam beobachtet weiß, dass Familien mit Kleinkindern und ältere Menschen genauso dankbar für Hilfen sind wie Menschen mit einer Behinderung.“. 

EineRampe erleichtert den Zugang ebenso für einen Kinderwagen, Rollator oder Rollkoffer, eine übersichtlich und mit großer Schrift gestaltete Speisekarte kann schon für Vierzigjährige sinnvoll sein, und über einen zu hoch montierten Spiegel hat sie sich selbst manches Mal geärgert. 

Die Initiative der Bayern Tourismus Marketing GmbH (by.tm), das Bewusstsein für die Notwendigkeit barrierefreier Angebote im Hinblick auf den heutigen und zukünftigen Gast zu schärfen, unterstützt sie daher mit Nachdruck. 

Pilotregionen

Mit zehn bayerischen Pilotregionen und intensiven Sensibilisierungsseminare n stieg die by.tm im vergangenen Jahr in das neue deutschlandweit geltende Kennzeichnungssystem ein. Parallel dazu werden die ersten 100 Betriebe entlang der touristischen Servicekette in Bayern zertifiziert. Insgesamt zehn davon aus dem Berchtesgadener Land, unter anderem die Watzmann Therme

Serviceleiter Philipp Däuber teilte seine Erfahrung mit den Teilnehmern: „Wir haben von demZertifizierungsprozess enorm profitiert. Die Profis haben unseren Blick geöffnet und gezeigt, wie neben technischen Geräten und Rampen leicht umsetzbare Veränderungen den Besuch einer Therme spürbar vereinfachen.“ 

Mit Hilfe der Kennzeichnung könne die Therme nun ihre Gäste verlässlich informieren, Mitarbeiter konsequent schulen und mittelfristig sowohl die Ausstattung als auch den Service optimieren. Mit den notwendigen Verbesserungen werden deutlich mehr als ausschließlich Menschen mit Behinderung angesprochen. 

Demografischer Wandel in der Bevölkerung

Denn der demografische Wandel setzt sich fort. Gäste werden älter, schätzen Service und Komfort. Auch Familien suchen gezielt nach Urlaubsregionen, wo die Bewegungsfreiheit mit Kinderwagen möglichst groß, Unterkünfte möglichst stufenfrei und damit gefahrenlos sind. 

Dass barrierefreie Bäder, ebenerdige Eingänge, bequeme Sitzgelegenheiten und andere einfache Lösungen heutzutage auch optisch ansprechend sein können, zeigten die von Dr. Pagenkopf präsentierten Beispiele deutlich. 

Wie Schwellen auch beim Naturerlebnis abgebaut bzw. überwunden werden können, beweist der Nationalpark Berchtesgaden, der nicht nur im „Haus der Berge“, sondern auch im Klausbachtal und am Königssee verstärkt Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung schafft. Dr. Kai Pagenkopf forderte die Teilnehmer auf, die großen Chancen des Themas „Reisen für alle“ zu ergreifen, sich gegenseitig zu vernetzen und dann entsprechend ehrlich und aktiv zu bewerben. 

Qualitätskriterien

Hier schloss sich Maria Stangassinger noch einmal an.: „Die Kommunikation der Berchtesgadener Land Tourismus wird sowohl den service- und komfortorientierten Gast als auch Menschen mit Behinderung in den Fokus stellen. Mit dem einheitlichen Kennzeichnungssystem und damit nachvollziehbaren Qualitätskriterien werden Gastgeber, die barrierefreie Strukturen schaffen, gezielt im Gastgeberverzeichnis als auch online zu finden sein.“

 Detaillierte Informationen über Qualitätskriterien, Ablauf, Kosten, Schulungen und Ansprechpartner des Projekts „Reisen für alle“ gibt es unter www.reisen-fuer-alle.de

Quelle: BGLT

Rubriklistenbild: © dpa

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