Zu wenig Azubis im BGL

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Landkreis - Im Landkreis Berchtesgadener Land gibt es zu wenige Auszubildende, zu viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. Woran es liegt:

Trotz eines großen Angebots an Lehrstellen im Berchtesgadener Land haben die Unternehmen 2012 weniger Azubis für eine Ausbildung gewonnen als im Vorjahr. Insgesamt schlossen die Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistung im Landkreis im abgelaufenen Jahr 349 Ausbildungsverträge ab, ein Minus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In ganz Oberbayern stand 2012 unter dem Strich ein Rückgang um 2,3 Prozent bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen.

„Der Mangel an Bewerbern verfestigt sich und betrifft alle Branchen“, sagt Klaus Lastovka, Vorsitzender des IHK-Gremiums Berchtesgadener Land. Während die Unternehmen angesichts des erwarteten Fachkräftemangels und gut laufender Geschäfte weiter stark in die Ausbildung investierten, sei die Zahl der Bewerber rückläufig, erläutert der IHK-Gremiumsvorsitzende. So verließen zunehmend geburtenschwächere Jahrgänge die allgemeinbildenden Schulen und der Trend zum Studium und zu weiterführenden Schulen wie der Fachoberschule halte an, so Lastovka. Rund 20 Prozent der oberbayerischen Unternehmen gaben 2012 an, dass sie nicht alle Lehrstellen besetzen konnten.

„Für die Bewerber war die Auswahl an Lehrstellen dagegen noch nie so groß“, sagt Lastovka. Insgesamt wurden der Arbeitsagentur im vergangenen Jahr 896 offene Lehrstellen im Berchtesgadener Land aus allen Ausbildungsbereichen gemeldet, genauso viele wie im Vorjahr. Davon blieben jedoch 86 unbesetzt. Dagegen verzeichnete die Arbeitsagentur nach Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst 2012 im Landkreis überhaupt keine unversorgten Bewerber mehr.

Der IHK-Gremiumsvorsitzende Lastovka lobt die Anstrengungen der Betriebe, frühzeitig auf den potenziellen Fachkräftenachwuchs zuzugehen, Schülern mit weniger guten Noten eine Chance zu geben sowie mit Angeboten wie dem Dualen Studium neue Bewerberkreise anzusprechen. Die große Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen zeigt sich laut Lastovka auch darin, dass die IHK in ganz Oberbayern im Jahr 2012 1.266 Betriebe erstmals für die Ausbildung gewinnen konnte.

„Leider unterschätzen viele Schulabgänger die hervorragenden Perspektiven durch eine betriebliche Ausbildung“, beklagt der IHK-Gremiumsvorsitzende. Er appelliert an die Schüler, Betriebspraktika in den anstehenden Schulferien zur Berufsorientierung zu nutzen und sich frühzeitig über Ausbildungsbetriebe zu informieren. Dazu verweist Lastovka auf die Praktikumsbörse www.sprungbrett-bayern.de, die IHK-Lehrstellenbörse (www.ihk-lehrstellenboerse.de) und das Job-Speed-Dating des Wirtschaftsforums Freilassing am 22. Februar 2013.

Insgesamt sind im Berchtesgadener Land 266 IHK-Unternehmen in der Ausbildung aktiv und stehen für 51,7 Prozent aller neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse.

Pressemitteilung IHK München

Rubriklistenbild: © dpa

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