„Hilfe muss selbstverständlich werden“

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Bad Reichenhall - Der „Internationale Tag des älteren Menschen“ soll die Menschen daran erinnern, dass ältere Menschen immer seltener von Familiernangehörige unterstützt werden.

Die Malteser helfen Senioren durch Dienste wie den Hausnotruf, möglichst lange in der eigenen Wohnung leben zu können.

In den kommenden Jahren werden auf die Gesellschaft große Herausforderungen in der Betreuung und Pflege von Senioren zukommen. Anlässlich des „Internationalen Tags des älteren Menschen“ am 1. Oktober erinnern die Malteser bundesweit daran, dass ältere Menschen immer seltener von Familienangehörigen unterstützt werden. „Auch im ländlichen Raum können ältere Menschen oft nicht in der Familie versorgt werden“, so Michael Soldanski, Dienststellenleiter der Malteser in Bad Reichenhall. „Es muss selbstverständlich werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Leider scheuen sich noch viele Senioren, einen sozialen Dienst in Anspruch zu nehmen oder um Besuche ehrenamtlicher Helfer zu bitten“, weiß Soldanski aus seiner Arbeit. Bisher pflegen und unterstützen oftmals Verwandte, vor allem Töchter und Schwiegertöchter, ihre älteren Familienmitglieder.

Durch die berufliche Mobilität sowie die steigende Erwerbsquote von Frauen ist dies immer seltener möglich. Während 1996 mehr als jedes zweite Elternpaar (55 Prozent) in der Nachbarschaft mindestens eines der Kinder lebte, ist der Anteil 2008 auf 45 Prozent gesunken. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Deutsche Alterssurvey“, der Anfang September von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder vorgestellt wurde. „Für die Kinder ist es sehr belastend, wenn sie nicht mal eben zu den Eltern fahren können, um nach dem Rechten zu sehen“, berichtet Soldanski. Die Angehörigen leben mit der ständigen Sorge, nicht da zu sein, wenn etwas passiert. Hilfsmittel, wie den Hausnotruf, nehmen die meisten aber erst in Anspruch, wenn etwas vorgefallen ist.

Ältere Menschen müssen es oft erst akzeptieren: Es ist in Ordnung Hilfe anzunehmen.

„Wenn die Mutter gestürzt ist und Stunden auf dem Boden gelegen hat, weil sie nicht alleine aufstehen konnte“, nennt Soldanski als Beispiel. Er glaubt, dass diese Zurückhaltung durch falschen Ehrgeiz bedingt ist: „Viele Senioren denken, dass sie den Hausnotruf erst benötigen, wenn sie gar nicht mehr alleine können. Aber eine Brille setzt man auch nicht erst auf, wenn man blind ist“, erklärt Soldanski. Genau so wie die Brille zu einer höheren Lebensqualität beitrage, tue es der Hausnotruf. „Er verleiht ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit – auch für die Angehörigen.“

Die Malteser unterstützen Senioren in ihrem Alltag bei Bedarf auch mit warmen Mittagsmenüs oder mit dem Fahrdienst.

Darüber hinaus leisten ehrenamtliche Helfer im Besuchs- und Begleitungsdienst älteren Menschen, die alleine sind, gerne Gesellschaft.

Pressemeldung Malteser Hilfsdienst

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser