Herrenloses Zelt löst große Suchaktion aus

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Weißbach - Ein herrenloses Zelt hat am Samstag am Scharnbach einen großen, fünfstündigen Sucheinsatz von Bergwacht und Polizei ausgelöst. Von dem Besitzer fehlt aber noch jede Spur.

Strömungsretter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hatten das Zelt bereits vor Tagen bei einer Fortbildung im Gebiet der Weißbachschlucht entdeckt und schließlich am Samstagmittag Alarm geschlagen, da Ausrüstung, Essen und Werkzeug noch immer unverändert am selben Fleck lagen. Offenbar wurde das Lager sehr plötzlich verlassen, wobei unklar ist, ob jemanden etwas zugestoßen ist, da bisher auch keine passende Vermisstenmeldung vorliegt.

Suchaktion am Scharnbach 

Der Scharnbach fließt von der Sellarn-Alm durch den tief eingeschnittenen Graben zwischen den steilen Nordwesthängen des Ristfeuchthorns und der Scharnbachscheid und mündet schließlich gegenüber des Mauthäusls in die Weißbachschlucht. Aufgrund einer für Samstagabend angekündigten Schlechtwetterfront entschied sich der Einsatzleiter der Reichenhaller Bergwacht nach Rücksprache mit Polizei und Canyon-Rettern, das absturzgefährliche Gelände rund um den Gebirgsbach bei schönem Wetter noch großflächig abzusuchen, um die Helfer später bei Regen keinem unnötigen Risiko aussetzen zu müssen. Niederschlagsabhängig führt der Bach wesentlich mehr Wasser und ist auch von Canyon- Rettern mit entsprechender Sicherheitsausrüstung nicht mehr begehbar. Zudem werden die Steige und Steilhänge extrem rutschig, wodurch eine Suchaktion extrem gefährlich werden kann.

Neben den Mannschaften der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger war am Samstag auch die Canyon-Rettungsgruppe von Berg- und Wasserwacht und die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau im Einsatz: 18 ehrenamtliche Helfer suchten in fünf Gruppen insgesamt fünf Stunden lang den Bachlauf, die Steige und Steilhänge großflächig von der Sellarn-Alm aus absteigend und von der Weißbachschlucht aus aufsteigend ab, konnten aber keine weiteren Hinweise auf einen möglichen Unglücksfall finden. Aus der Luft wurden sie durch die Crew des Polizeihubschraubers „Edelweiß 7“ unterstützt, die das Gebiet mit einem Bergwacht-Luftretter an Bord rund zwei Stunden lang abflog und in der Nähe des Zelts eine Luftmatratze und ein Innenzelt entdeckte; ob die Gegenstände ebenfalls dem mutmaßlich Vermissten gehören, ist unklar. Eventuell handelt es sich um einen Mineraliensammler, da am Zelt eine Box mit Steinen und entsprechendes Werkzeug gefunden wurde. Insgesamt 18 Bergwacht- und Wasserwacht-Einsatzkräfte, darunter zwei Hundeführer und vier Canyon-Retter waren bis Samstagabend gefordert.

Pressemitteilung BRK

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