Gewalt gegen Frauen geht alle was an!

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Adelheid Rupp

Berchtesgadener Land - Gewalt gegen Frauen geht uns alle etwas an, appelliert die SPD-Landtagsabgeordnete Adelheid Rupp.

"Etwa jede vierte Frau hat in ihrem Erwachsenenleben, unabhängig von Bildungsstand und Gesellschaftsschicht, mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Übergriffe durch einen Beziehungspartner erlebt." Daran erinnert die bayerische Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF), Adelheid Rupp, anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen am Freitag.

Häusliche Gewalt werde von der WHO als eines der weltweit größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder gesehen, konstatiert die Betreuungsabgeordnete der SPD-Landtagsfraktion für den Stimmkreis Berchtesgadener Land. Die gesundheitlichen Folgen von Gewalt seien für Frauen und Mädchen weitreichend. Die Folgen reichten von gesundheitsgefährdenden 'Überlebens'-Strategien, wie Alkoholmissbrauch, Medikamentenabhängigkeit bis hin zu Suiziden. Ein wichtiges Hilfsangebot sind hier laut Rupp etwa die Frauenhäuser oder Frauennotrufe.

Neben den individuellen und sozialen Folgen für die Frauen verursache Gewalt auch erhebliche gesamtgesellschaftliche Kosten. Diese betreffen etwa den sozialen Bereich, also Kinder- und Jugendhilfe oder Unterstützungseinrichtungen für Gewaltbetroffene, aber auch die Justiz zum Beispiel bei der Strafverfolgung, und den gesamten Bereich der Erwerbsarbeit, wo Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung zu nennen sind, sowie schwerpunktmäßig den Gesundheitsbereich. "Bis jetzt erachtet es die Staatsregierung jedoch nicht als notwendig, genau Zahlen zu ermitteln", bedauert Rupp. "Wir sind es den Frauen schuldig, noch entschiedener gegen Gewalt vorzugehen. Ein wichtiger Schritt war das Gewaltschutzgesetz der Rot-Grünen-Bundesregierung, das am 1.1.2012 seit zehn Jahren in Kraft sein wird."

Um die umfassende Anwendung der bestehenden Gesetze und Hilfsmaßnahmen gewährleisten zu können, seien Schulungen für die Beamten der bayerischen Polizei und Justiz im Bereich häuslicher Gewalt zwingend erforderlich. Die Staatsregierung müsse ihre Beamten bei ihrer Arbeit stärker unterstützen. "Die schönste Broschüre hilft nichts, wenn die Beamten in der Praxis aus Unkenntnis nicht weiterhelfen können", meint Rupp.

Pressemitteilung Adelheid Rupp

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