„Struber Jager“ im Wüstensand

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Das gepanzerte Fahrzeug GTK Boxer und dem Hubschrauber NH 90

Bad Reichenhall - Mit rund 200 Soldaten unterstützt das Gebirgsjägerbataillon 232 aus dem Berchtesgadener Talkessel die NATO-Mission  (ISAF) in Nordafghanistan.

Seit Anfang August sind die „Struber Jager“ wieder in Afghanistan im Einsatz. Zusammen mit Kameraden aus den Standorten Füssen, Ingolstadt, Regen und Lehr in Niedersachsen sind sie in Mazar-e-Sharif stationiert und bilden dort den Einsatzverband Nord oder „Northern Reaction Unit“ (NRU) wie es in Afghanistan heißt.

Afghanistan ist für die Gebirgsjäger im Allgemeinen und die „Struber Jager“ im Besonderen beileibe kein Neuland. Rund die Hälfte des Einsatzverbandes hat Einsatzerfahrung gesammelt, der Großteil der Soldaten in Afghanistan. Ihr Einsatzraum ist der gesamte Norden Afghanistans. Viele Bereiche und Ortschaften sind dabei aus den letzten Einsätzen des Verbandes bereits wohlbekannt. An vielen Orten, an denen die Gebirgsjäger eingesetzt waren (OP North, Kunduz, Fayzabad), wurde für die Bundeswehr Geschichte geschrieben.

Ein Gebirgsjäger der NRU mit der Ausstattung „Infanterist der Zukunft“

Mazar-e-Sharif, mit circa 370.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Afghanistans und zugleich Provinzhauptstadt, liegt mitten im Zentrum des Nordens. Die Stadt ist bekannt für die Blaue Moschee aus dem 15. Jahrhundert, in der ein Schwiegersohn Mohammeds begraben liegen soll. Die hier im Feldlager „Camp Marmal“ stationierte NRU ist eine schnelle Eingreiftruppe für den gesamten Norden. Sie untersteht direkt dem Kommandeur des Regionalkommandos Nord, Generalmajor Jörg Vollmer aus Deutschland. Die Gebirgsjäger sind somit eine Art „Feuerwehr“, die bei Problemen aktiviert wird und andere ISAF-Truppenteile oder auch afghanische Sicherheitskräfte unterstützt.

Rückverlegung wirkt sich auf die Arbeit aus

Das geplante Ende der ISAF-Mission bis zum Ende 2014 wirkt sich dabei auch auf die tägliche Arbeit der Soldaten aus. Die Rückverlegung von unzähligen Fahrzeugen, Containern oder anderem Material sowie der Rückbau von Feldlagern spielt für die Bundeswehr eine immer größere Rolle. Die NRU sichert dabei diesen Rückbau und Rücktransport innerhalb von Afghanistan bei Bedarf ab.

Zur Erfüllung ihres Auftrags verlassen die Gebirgsjäger regelmäßig für mehrere Tage das Feldlager in Mazar-e-Sharif. Das heißt dann auch: Schlafen unter freiem Himmel auf dem Feldbett, keinerlei Sanitäreinrichtungen sowie die eher eintönige Feldverpflegung in Form von Einmannpackungen, sogenannte EPA. Das alles bei zum Teil über 40 Grad Außentemperatur in der kargen Sand- und Felssteppe Afghanistans oder in den Grüngürteln entlang der Flussläufe.

Auch wenn es bis jetzt noch zu keinen Gefechten kam, verlangen diese schwierigen klimatischen Bedingungen den Soldaten viel Können und vor allem eine große Belastbarkeit ab. Die Gebirgsjäger meistern bisher die an sie gestellten Aufgaben, da Professionalität und Entbehrungen auch die Grundlage für die Ausbildung in der heimischen Bergwelt sind.

Regelmäßiger Kontakt nach Hause ist wichtig

Haben die Soldaten ihren Auftrag erfüllt, bietet das Feldlager „Camp Marmal“ die Möglichkeit, neue Kräfte zu sammeln. Hier sind die Gebirgsjäger jeweils zu zweit oder dritt in klimatisierten Wohncontainern untergebracht. Zur Ablenkung stehen Betreuungseinrichtungen und auch Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung. Außerdem können sie über Telefon und WLAN ihre Angehörigen in Deutschland erreichen. Der regelmäßige Kontakt ist für die Soldaten sehr wichtig, bedeutet der Einsatz doch für die meisten eine etwa sechsmonatige Trennung von ihren Familien und Lieben daheim.

Die „Struber Jager“ sind für ihren Auftrag in Afghanistan gut ausgebildet, gut ausgestattet und voller Selbstvertrauen. Zu ihrem professionellen Selbstverständnis gehört aber der notwendige Respekt vor dem Auftrag und vor dem, was sie außerhalb des Feldlagers erwartet.

Magnus S./Pressebericht Gebirgsjägerbataillon 232

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