Eiskletterer rufen Einsatzkräfte auf den Plan

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Schneitzlreuth - Zwei Eiskletterer stiegen nachts mit Stirnlampen vom Ristfeuchthorn hinunter. Ein Anwohner sah die Lichter und rief die Rettungskräfte.

Zwei Eiskletterer, die mit Stirnlampen vom Ristfeuchthorn abgestiegen waren, haben am Montagabend Bergwacht und Polizei auf den Plan gerufen. Ein Anwohner im Bereich Ulrichsholz hatte von seinem Küchenfenster aus die Lichtquellen gesichtet und kurz nach 19.30 Uhr die Leitstelle verständigt. Aus aktuellem Anlass bitten die Einsatzkräfte, nächtliche Touren in extremem Gelände formlos zu melden, da Außenstehende Lichtquellen nur schwer von bewusst abgesetzten Lichtzeichen unterscheiden können.

Einheimische Eiskletterer hatten den Wirtsfall oberhalb des Postwirts an den extrem steilen Hängen des Ristfeuchthorns begangen und waren dann südwestlich des Gasthauses Schneizlreuth bei Dunkelheit und zunehmender Wetterverschlechterung mit Stirnlampen durch steiles Gelände abgestiegen. Ein Anwohner hatte die Lichter von seinem Küchenfenster aus bemerkt und aus Sorge, dass etwas passiert sein könnte, einen Notruf abgesetzt. Der Reichenhaller Bergwacht-Einsatzleiter, der Bereitschaftsleiter und ein Polizeibergführer klärten den Sachverhalt dann vor Ort ab. Sie versuchten, das Gelände mit einem Scheinwerfer auszuleuchten, konnten die Bergsteiger aber bei einsetzendem Schneefall nicht sichten. Da die Lichtquellen scheinbar über längere Zeit im Bereich des Wandfußes blieben, dann wieder verschwanden und auch zunächst niemand auf das eingeschaltete Blaulicht reagierte, war nicht klar, ob ein Notfall vorliegt. Die Einsatzkräfte konnten den Abstieg der Eiskletterer dann vom Motzenwirt und Haiderhof aus weiter verfolgen und trafen die beiden schließlich unversehrt im Tal an. Der Einsatz dauerte rund zwei Stunden.

„Der Melder hat sich völlig richtig verhalten. Da derzeit aufgrund der sehr frostigen Temperaturen am Berg auch schnell der Handyakku zusammenbricht, kann nicht jeder gleich einen Notruf absetzen; für uns ist es als Einsatzleiter daher sehr schwer zu beurteilen, ob ein Notfall vorliegt oder nicht. Allgemeine Lichtquellen ohne Notlage oder besondere Lichtzeichen, die alpine Notlage signalisieren, lassen sich vom Tal aus insbesondere bei Wetterverschlechterung und einsetzendem Schneefall nur schwer unterscheiden. Wir tragen die Verantwortung und müssen über längere Zeit den Abstieg beobachten und dann entscheiden, ob wir eine Fußmannschaft losschicken oder nicht“, erklärt Bereitschaftsleiter Dr. Klaus Burger. Aufgrund der alpinen Unfallereignisse der vergangenen Tage im Berchtesgadener Land melden immer mehr aufmerksame Bürger Lichtzeichen und andere Wahrnehmungen aus den Bergen. Die Unfälle, darunter ein tödlicher Absturz am Hinterberghorn im Hochkalter-Massiv, sensibilisieren aufmerksame Beobachter, die dann freilich zu Recht über die Leitstelle und Polizei ihre Wahrnehmungen bekannt geben. Zum Glück sind diese Lichtquellen meistens aber nur die Lichter der Stirnlampen von Bergsteigern, die bewusst oder unbewusst in die Dunkelheit geraten sind. Dadurch werden oft sehr umfangreiche Nachforschungen ausgelöst. „Aus Sicht der Sicherheitsbehörden und Rettungskräfte ist es daher wünschenswert, wenn nächtliche Touren formlos per Telefon bei der örtlichen Polizeidienststelle oder Leitstelle vorab gemeldet werden, um unnötige Rettungseinsätze mit nicht unerheblicher Eigengefährdung der Retter zu vermeiden“, erklärt Burger. „Kommen die Bergsteiger unvorhergesehen in die Nacht und bemerken dann im Einsatzfall Blaulicht im Tal, wäre eine Mitteilung bei der Leitstelle, dass kein Notfall vorliege, ebenfalls noch sehr hilfreich.“

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz

Rubriklistenbild: © pa

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