Der dritte Mann - Bürgermeister per Anzeige

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Bad Reichenhall/Prien - Seit 2008 ist Jürgen Seifert Bürgermeister in Prien. Er wurde per Anzeige gefunden. Auch in Bad Reichenhall soll diese Idee zum Erfolg führen.

Ende Juni haben die Freien Wähler in Bad Reichenhall ihren Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl im kommenden Jahr vorgestellt. Martin Knabenreich, ein gebürtiger Berliner, ist aus Sicht der FWG der ideale OB für Bad Reichenhall. Doch die Entscheidung hat im Endeffekt der Bürger.

So war es auch im Prien. Wochenlang war Jürgen Seifert nur 'der dritte Mann'. Keiner wußte, wen der Verein 'Mehr Demokratie für Prien' aufstellen würde. "Niemand hat damit gerechnet, dass es ein Auswärtiger ist", gibt Seifert im Chiemgau24-Interview zu. So skeptisch die Priener ihm anfänglich gegenüber standen, waren sie offensichtlich doch der Meinung, dass der Blick von außen der Gemeinde helfen kann. Das zeigte das Ergebnis der Wahl.

Jetzt ist Jürgen Seifert seit drei Jahren der Bürgermeister in Prien und zieht eine durchweg positive Bilanz: "Durch die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat haben wir Projekte in Angriff genommen, die jahrelang, wenn nicht jahrzehntelang, auf Eis gelegen haben. Beispielsweise die Generalsanierung der Franziska-Hager-Mittelschule, der Bau des Brucker-Kreisels und die Dachsanierung des Prienavera." Der 49-Jährige ist überzeugt davon, dass das unter anderem auf die von allen angestrebte Unabhängigkeit, seine Neutralität und sein Fachwissen zurückzuführen ist. Als ehemaliger Stadtkämmerer von Kulmbach wußte er von Anfang an, wie der Hase läuft.

Martin Knabenreich stellte sich Kurdirektorin Gabriella Squarra vor.

Wie der Hase in Bad Reichenhall läuft, muss Martin Knabenreich noch lernen. Der studierte Volkswirt arbeitet derzeit als Chefredakteur bei Radio Bielefeld. Alle zwei Wochen kommt er in die Kurstadt, um sich vorzustellen. Unter dem Motto „Martin Knabenreich informiert sich“ hat sich der Oberbürgermeisterkandidat bereits bei einigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Bad Reichenhall vorgestellt. Die Gesprächsreihe hat am 9. Juli mit Kurdirektorin Gabriella Squarra begonnen.

Großen Zuspruch fand auch die Einladung der FWG von Jungwähler zu einem Grillnachmittag, um Knabenreich kennenzulernen. Bis zu 25 Jugendliche nutzten die Gelegenheit, mit ihm in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen. Natürlich kam auch in dieser Runde wieder der Vorwurf aus den Reihen der jungen Menschen, die Stadt sei überaltert und tue nichts für die Jugend. Der OB-Kandidat bat die jungen Kritiker, sich bei der Lösung der Probleme einzubringen, was ihm mehrfach versprochen wurde.

Martin Knabenreich in der Diskussion mit Jugendlichen.

Auch einen Ausflug nach Herrenchiemsee organisierte die FWG, wobei knapp 30 Mitglieder die Gelegenheit wahrnahmen, mit Martin Knabenreich Gespräche zu führen. Diese Vorstellungsrunde soll noch weiter fortgesetzt werden. Vor allem in kleinen Kreisen will der FWG-Kandidat mehr über die Sorgen und Probleme in Bad Reichenhall erfahren und den Teilnehmern die Möglichkeit geben, ihn persönlich kennenzulernen.

Bisher ist Martin Knabenreich der einzige, bereits aufgestellte Kandidat. Es bleibt abzuwarten, ob er letztlich - wie Jürgen Seifert - 'der dritte Mann' ist, der gegen einen amtierenden Bürgermeister und einen Alteingesessen antreten muss.

Pressemitteilungen FWG Bad Reichenhall/cz

Rubriklistenbild: © tj

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