Am 20. Juni ist der Weltflüchtlingstag

Wie sieht eine gelungene Integration aus?

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Gelungene Integration im Café International

Bad Reichenhall: Das Diskutieren über die Flüchtlingskrise fällt mitunter schwer. Zu emotional, zu viele Vorurteile belasten die Diskussionen. Das Café International ist beispielhaft, wie Integration funktioniert:

Migrant, (Kriegs-)Flüchtling, Asylbewerber... es gibt viele Wörter für Menschen, die aus welchem Grund auch immer die Entscheidung getroffen haben, ihre Heimat zu verlassen

Terroranschläge, Übergriffe auf Frauen und viele andere Straftaten, die von Ausländern in Deutschland verübt worden sind, sorgen allerdings dafür, dassviele Leute die Asylbewerber misstrauisch beäugen. Sich teilweise weigern, sie in ihrem Umfeld wohnen haben zu wollen oder gar mit ihnen in Kontakt treten zu wollen.

Es gibt aber auch viele Beispiele die funktionieren. Beispiele, in denen unzählige Helfer ebenso viele unzählige ehrenamtliche Stunden damit verbringen, die Heimatlosen zu integrieren. Zu diesen Beispielen gehört das Café International in Bad Reichenhall und die ehrenamtlichen Helfer, die sich hier engagieren.

Bildergalerie: Gelungene Integration in Bad Reichenhall

Und es gibt auchmittlerweile viele Beispiele, bei denen sich die Flüchtlinge bei uns engagieren, wie zum Beispiel bei der Flutkatastrophe. 

Gelebte Integration

Seit dem Spätsommer 2015 hat auch Bad Reichenhall ein „Café International“, ein Ort der Begegnung, den es mittlerweile in vielen Orten gibt. Während die ersten Zusammenkünfte aus Mangel einer festen Anlaufstelle zunächst an wechselnden Orten stattfand hat das Café Internationel seit dem 15. November eine feste Bleibe im katholischen Pfarrheim an der Anton- Winkler-Straße. Regelmäßig alle vier Wochen finden diese Treffen seitdem Freitags ab 15 Uhr statt

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich mit den fremden Nachbarn zum gemeinsamen Kaffee- und Teetrinken zusammenzusetzen, um sich näher kennenzulernen. Es geht um die Geschichten der Menschen aus fernen Ländern, um das weitere Schicksal der Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Irak, Iran, Somalia, Nigeria, Eritrea usw. 

Treffpunkt der Kulturen

Mittlerweile hat sich das Café als unverzichtbarer Treffpunkt nicht nur für Flüchtlinge und deren Helferkreis Asyl, sondern auch für Kirchen- und Behördenvertreter, der Caritas, der AWO und anderer Institutionen etabliert. An die 120 Besucherinnen und Besucher aus aller Herren Länder sorgen eigentlich dafür, dass das Café schon fast aus alle Nähten platzt. 

Über den eigenen "Tellerrand blicken"

Es herrscht eine Kultur des Miteinanders, die beim Kaffeetrinken, Musizieren und Tanzen zum Ausdruck kommt“, so Ilse Rothstein, VdK-Vorsitzende und eine der Mütter des Projekts. 

Obwohl sie persönlich aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten soll und das nächste Café am 8. Juli 2016 voller Vertrauen in die Hände der AWO Bad Reichenhall übergibt, muss sie sich nicht um den Fortbestand des bewährten Konzepts sorgen. 

Neben dem Café International in Bad Reichenhall finden übrigens auch in Berchtesgaden regelmäßig im Werk 34 ähnliche Veranstaltungen statt.

Professionelle Betreuung - Soziales Netzwerk

„Ursprünglich hatte der Sozialverband VdK die Aufgabe, Hilfestellung im zerstörten Nachkriegsdeutschland zu leisten. Im vergangenen Jahr suchten erneut Tausende Kriegsflüchtlinge aus den Krisengebieten Zuflucht bei uns, haben einen langen und gefährlichen Weg hinter sich und alles verloren“, so Ilse Rothstein, die Vorsitzende des Ortsverbands Bad Reichenhall

Wie viele Einheimische hat sie nicht vergessen, dassauch ihre Eltern und Großeltern einst als Flüchtlinge ins Land gekommen waren. Während die Gesamtsozialbetreuung in den professionellen Händen wie Caritas und Startklar Jugendhilfe liegt, sah sich die Vorsitzende in der Pflicht, das soziale Engagement des VdK in Richtung Flüchtlingshilfe auszudehnen

Zum Glück fanden sich zahlreiche Freiwillige, die beim Helferkreis Asyl mit anpacken, damit sich die Fremden hier willkommen fühlen.

Was bedeutet der Weltflüchtlingstag?

Der Weltflüchtlingstag hat seinen Ursprung bereits im Jahr 1914. Damals rief Papst Benedikt XV. mit dem Dekret Ethnografica studia im ersten Weltkrieg einen Gedenktag aus, der an die vielen Migranten und Flüchtlinge erinnern sollte. 

Die einzelnen Bischofskonferenzen legten daraufhin unabhängig von den anderen Ländern ihren eigenen Flüchtlingstag fest. So gedachte zum Beispiel Lateinamerika am 12. Oktober, dem Tag der Entdeckung Amerikas den vielen Flüchtlingen auf der Welt. 

Im Jahre 2001 wurde das erste Mal weltweit am gleichen Tag der Flüchtlinge gedacht. Die UN-Generalversammlung erklärte am  4. Dezember 2000 den 20. Juni zum Weltflüchtlingstag. Die Wahl fiel auf den 20. Juni, der zuvor bereits in etlichen Ländern als Afrika-Flüchtlingstag galt.

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