Berliner will ins Rathaus

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Bad Reichenhall - Er ist 41 Jahre alt, in Berlin geboren, verheiratet, hat drei Kinder und verdient derzeit sein Geld als Chefredakteur von Radio Bielefeld - der Oberbürgermeister-Kandidat der FWG Bad Reichenhall.

Am Ende Februar schaltete die FWG Bad Reichenhall eine Stellenanzeige in den Heimatzeitungen und der Süddeutschen Zeitung. Gesucht wurde ein Kandidat für die Oberbürgermeister-Wahl im März 2012. Was anfänglich mit Skepsis beäugt wurde - auch innerhalb der FWG - schien ein Glücksgriff. So sehen es zumindest die Verantwortlichen:

"Der Aufwand hat sich jetzt schon gelohnt. Martin Knabenreich ist genau der Kandidat, wie wir ihn uns vorgestellt hatten. Er entspricht zu 100 Prozent unserem Anforderungsprofil", so der FWG-Vorsitzende Friedrich Hötzendorfer. Der gebürtige Berliner hat von der FWG-Suche über Münchner Freunde erfahren, die die Anzeige gelesen hatten. "Ich fand die Idee sehr faszinierend. Diese Anzeige hat auch gezeigt, dass man in Bad Reichenhall offen ist und bereit, neue Wege zu gehen."

Diese Wege würde der studierte Volkswirt gerne mit seiner Familie bestreiten. Seine Frau habe zehn Jahre in Bayern gelebt und würde sich nichts sehnlicher wünschen, als nach Reichenhall zu ziehen. "Unsere drei Kinder sind ebenfalls offen dafür." Da sie erst neun, fünf und zwei Jahre alt sind, hätten er und seine Frau zwar noch nicht konkret von Umzug gesprochen, da die Entscheidung ja die Bad Reichenhaller Bürger fällen, "aber es gefällt ihnen in den Bergen", lächelt Knabenreich.

Sehen positiv und mit Freunden in die Zukunft: Friedrich Hötzendorfer, Martin Knabenreich und Gerhard Fuchs (v.l.).

Derzeit lebt der 41-Jährige mit seiner Familie in Bielefeld. Dort arbeitet er als Chefredakteur bei Radio Bielefeld. Nach zehn Jahren in einer Führungsposition würde er sich gerne verändern und neue Wege gehen. In Bad Reichenhall sieht er die ideale Möglichkeit dafür. "Die FWG hat mir in mehreren Tage alle Einzelheiten der Stadt nahegebracht - zumindest oberflächlich. Ich habe auch mit mehreren Menschen über die aktuellen Themen in der Stadt gesprochen und finde es hochgradig spannend. In dieser Stadt steckt ungemein viel Potential, wenn der Blick nach vorne gerichtet wird." Auch ein konkretes Beispiel hat der FWG-Kandidat parat: "Die Stadt präsentiert sich nach außen hin - an Touristen, Außenstehende - nicht optimal. Das sollte man ändern."

Ab sofort wird Martin Knabenreich deshalb alle zwei Wochen in die Kurstadt kommen, um zusammen mit der FWG das Programm für die Wahl auszuarbeiten. Die Gruppierung zeigte sich bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montagabend begeistert von 'ihrem' - einstimmig gewählten - Kandidaten. Sie trauen ihm die "fachliche und menschliche Kompetenz zu, das schwere Amt des Oberbürgermeisters nicht nur zu erlangen, sondern auch unvoreingenommen, ideenreich und mit entscheidenden Impulsen für eine positive Entwicklung der Stadt hervorragend zu führen."

Um Martin Knabenreich in Bad Reichenhall bekannt zu machen, wird er sich auf 'klassische Besuchstour durch Vereine, Verbände und Institutionen' begeben und später auch auf eigenen Veranstaltungen Rede und Antwort stehen. "Ein schweres Stück Arbeit liegt vor uns", brachte es Stadtrat-Fraktonssprecher Gerhard Fuchs bei der Mitgliederversammlung auf den Punkt. "Gemeinsam können und werden wir es schaffen."

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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