Touristiker setzen auf Genuss-Wandern

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Den Tag der offenen Tür nutzten viele Interessierte für Gespräche mit den BGLT-Mitarbeitern. Geschäftsführer Stephan Köhl stellte die Arbeit der BGLT im Rahmen einer Präsentation vor.

Berchtesgadener Land - Viele Interessierte warfen am Tag der offenen Tür bei der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH einen Blick hinter die Kulissen.

Gastgeber und Vertreter der Ausflugsziele, potenzielle Hotelinvestoren, Stadt- und Gemeinderatsmitglieder, aber auch Gäste, die beruflich nicht direkt vom Tourismus betroffen sind, nutzten das Angebot, das bewusst in die touristisch ruhige Zeit gelegt wurde. „Wie für alle Tourismusorganisationen - egal ob bei uns im Landkreis oder anderswo - besteht auch für die Aufgaben und Arbeit der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH regelmäßig Erklärungsbedarf“, so BGLT-Geschäftsführer Stephan Köhl, der sich über den regen Zuspruch sehr freute.

Fotos vom Tag der offenen Tür:

BGLT: Tag der offenen Tür

Unterschiedlicher Landkreis

Alle Türen standen offen, in den Räumen der Marketing-Gesellschaft am Berchtesgadener Bahnhof - auch jene des Chefs. Stephan Köhl hat sich Transparenz auf die Fahnen geschrieben, wohl auch, weil es die BGLT in der Vergangenheit nicht immer ganz leicht hatte. Die Gründung der Gesellschaft vor acht Jahren war eine schwere Geburt, und auch die Vermarktung eines so unterschiedlichen Landkreises fällt nicht immer einfach.

Bekannte Motive locken Gäste

Alle Mitarbeiter gaben beim Tag der offenen Tür bereitwillig Auskunft über ihre Tätigkeit, und auch der Geschäftsführer stellte die Arbeit und die kommenden Ziele der BGLT insgesamt viermal im Rahmen einer Präsentation im Konferenzraum vor. Schon die Bildauswahl, mit der sich der Landkreis auf Messen präsentiert, wollte erklärt sein. Dort lockt ein Motiv vom Königssee, denn „das kommt klasse an“. Der Geschäftsführer erklärt: „Die Gäste reagieren darauf. Im Marketing können wir nicht die tiefe Vielfalt, den Bauchladen darstellen, sondern wir müssen es auf eine klare Aussage reduzieren. So fängt man Leute ein.“ Ebenfalls ein beliebtes Motiv ist deshalb der Adler vor dem Watzmann-Massiv: „Den Adler kennt jeder; auch der, der den Watzmann nicht kennt.“

Nur Ainring nicht involviert

Die Struktur der 2004 gegründeten Gesellschaft stellte Köhl ebenfalls dar. Gesellschafter sind die Kur-GmbH Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain mit 26 Prozent, der Rupertiwinkel (Anger, Teisendorf, Piding, Freilassing, Saaldorf-Surheim, Laufen, Schneizlreuth) mit 15 Prozent und die Tourismusregion Berchtesgaden–Königssee (Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau, Schönau am Königssee) mit 59 Prozent. Einzig die Gemeinde Ainring ist in diesem Verbund nach wie vor nicht dabei.

Gestaffelt sind die Anteile nach den Übernachtungszahlen: Das Gesamtbudget beläuft sich auf 3,0 Millionen Euro, davon 1,1 Millionen Euro Basismittel, 0,5 Millionen Euro Kooperationsmittel und 1,4 Millionen Euro Vertrieb. 66 Prozent der Gelder schlagen für Marketing zu Buche.

Ziel: Marke ausbauen

Als Gründungsziele wurden für die BGLT damals ausgegeben: Erhöhung der Marketingkraft, Ausbau der Marke „Berchtesgadener Land“, Bettenauslastung verbessern und Wertschöpfung steigern, Absicherung des Landkreises als führende Tourismusdestination, Schnittstellenfunktion zu den landesweiten Tourismusorganisationen.

Dem gegenüber stellte der Geschäftsführer die Vision 2020: „Die bekannteste Ferienregion Deutschlands steht für Naturerlebnisse und Gesundheit mit hoher Qualität.“ Grundlage sind die beiden Säulen Naturerlebnis und Gesundheit, verwirklicht in den Bereichen Sport & Outdoor, Brauchtum & Kultur sowie Kulinarik & Einkaufen. Köhl verdeutlichte: „Das Berchtesgadener Land ist ein touristisches Kerngebiet in Oberbayern, wir zählen zu den stärksten touristischen Regionen Deutschlands.“

Genuss-Wandern Top-Thema

Als Top-Thema setzt die BGLT auf „Genuss-Wandern“, denn „das geht das ganze Jahr über, wir sind prädestiniert dafür“. Weiteres wichtiges Standbein ist die Gesundheitsschiene mit Bad Reichenhall als Zentrum. Zudem wird für 2013 und 2014 ein Schwerpunkt auf das Thema Familien gesetzt.

Weiter erläuterte der BGLT-Geschäftsführer die verschiedenen Marketing-Kanäle. Die eigenen Print-Medien mit Gastgeberverzeichnis und verschiedenen Themen-Prospekten erreichen über 600.000 Stück Auflage.

10.000 Übernachtungen mehr?

Als Highlight präsentierte er zudem den Besuch von Hansi Hinterseer und die dazu gehörige Fernsehsendung. Detaillierte Informationen dazu – inklusive einer Karte mit den Drehorten – finden sich auf der Homepage der BGLT. „Wir erhoffen uns im nächsten Jahr als Effekt dieser Sendung einige 10.000 Übernachtungen mehr durch Hansi Hinterseer-Fans“, so Köhl.

BGL sogar im "Playboy"

Außerdem erscheinen über 100 große Presseartikel pro Jahr über den Landkreis, etwa in der Süddeutschen Zeitung, dem „Spiegel“ oder auch im „Playboy“. Die BGLT war auch auf 19 großen Messen vertreten. Einen wichtigen Fokus legt der Geschäftsführer auf das Internet als Werbeträger. So kommt die Homepage der BGLT auf 1,2 Millionen Besuche pro Jahr, über 20.000 Fans hat die Facebook-Seite und rund 370.000 sogenannte „Videoviews“ gibt es beim Internet-Videoportal „Youtube“. Gerade Letzteres ist laut Köhl die zweitgrößte Suchmaschine der Welt und der viertgrößte TV-Kanal der Welt.

Köhls Fazit: „Online ist das Berchtesgadener Land die Nummer 1 im Bayern-Tourismus.“ Der Geschäftsführer ist von den Stärken der Region überzeugt: „Es gibt bei uns einzigartige Vielfalt an Allwetter-Ausflugszielen für jede Zielgruppe, da kann mit uns niemand mithalten. Mit dem Haus der Berge 2013 und dem Porsche-Spielzeugmuseum in Anger 2014 bekommen wir zwei neue Top-Ausflugsziele noch dazu. Im Berchtesgadener Land gibt es keinen Meeresstrand und kein großes Skigebiet, aber sonst haben wir alles.“

Kontakte wichtig

In angeregten Gesprächen wurden die Informationen schließlich noch vertieft, der Geschäftsführer zeigte sich sehr zufrieden mit dem Tag der offenen Tür: „Wieder einmal hat sich gezeigt, dass der persönliche Kontakt ungeheuer wichtig ist, um unsere vielfältigen Aufgaben und den Erfolg unserer Arbeit zu verstehen. Doch auch uns bringen Gespräche und Diskussionen immer wieder einen Schritt weiter. Nur wenn wir in Kontakt treten und bleiben, können wir gemeinsam das touristische Angebot optimieren und entsprechend nach außen kommunizieren.“

tj/bit

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