Watzmann-Therme ist nicht pleite

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Informierten heute die Öffentlichkeit zum Thema Watzmann-Therme (von links): Kurdirektor Michael Grießer, Bischofswiesens 1. Bürgermeister Toni Altkofer, Schönaus 1. Bürgermeister Stefan Kurz (Vorsitzender der TRBK) und Berchtesgadens 1. Bürgermeister Franz Rasp, Aufsichtsratsvorsitzender der Watzmann-Thermen-GmbH.

Berchtesgaden - Die Watzmann-Therme ist nicht pleite. Auch ein Stellenabbau oder gar eine Schließung drohen nicht. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse einer Bürgermeister-Runde.

Dem Freizeitbad geht's zwar nicht ausgesprochen gut, so schlecht, wie es jüngst dargestellt wurde, allerdings auch nicht: "Die schwarze Null ist erst mal gesichert", versicherte 1. Markt-Bürgermeister Franz Rasp im Rahmen eines Pressegesprächs. "Und das ist ja erst mal das Wichtigste", so der gleichzeitige Aufsichtsratsvorsitzende der Watzmann-Thermen-GmbH. Zusammen mit seinen Rathaus-Kollegen Stefan Kurz (1. Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee und Vorsitzender des Zweckverbandes der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee) und Toni Altkofer (1. Bürgermeister Bischofswiesen und ebenfalls im Vorsitz der TRBK) stellte sich Rasp heute den Fragen der Presse und somit der Öffentlichkeit. Die Erläuterungen sind das Ergebnis einer Bürgermeister-Runde vom gestrigen Mittwoch.

Die "Watzi" schreibt keine rote Zahlen

Die brennendste Frage: Ist die Watzmann-Therme mit ihren rund 900 Quadratmetern Wasserfläche pleite? Nein, so die klare Antwort. Zwar konnten jüngst die Pachtzahlungen an die TRBK nicht in jenem Umfang getätigt werden, wie dies noch in den goldenen "Thermen-Jahren" Anfang des Jahrtausends möglich war, das hieße jedoch nicht, dass die "Watzi" rote Zahlen schreibe, Stellen abbauen oder gar schließen müsse.

Im Gegenteil: "Wir arbeiten intensiv an einer Neuausrichtung", versicherte Franz Rasp. Diese sehe eine Profil-Schärfung vor, um die Attraktivität der Einrichtung nachhaltig zu sichern. "Und dazu gehören nicht so selbstverständliche Dinge wie Sicherheit und Sauberkeit, denn die sind Voraussetzung. Sie sind im Etat der Watzmann-Thermen-GmbH ohnehin festgeschrieben und gesichert", so Berchtesgadens Bürgermeister.

Neuer Geschäftsführer gesucht

Kurdirektor Michael Grießer, bislang auch Geschäftsführer der Watzmann-Thermen-GmbH, spricht Klartext: "Natürlich hat uns die Eröffnung des Familienbereichs der Rupertus Therme in Bad Reichenhall Besucher genommen. Letztlich erholen sich die Zahlen in den letzten Monaten erfreulicherweise aber wieder". Grießer sprach auch die zunehmende Konkurrenz aus dem Salzburger Raum an: "Wir spüren selbst das Tauern-Spa in Zell am See deutlich". Innerhalb des Landkreises wolle man aber kein Konkurrenzdenken aufbauen, sondern jeweils gezielt Besuchergruppen ansprechen. Franz Rasp: "Während in Bad Reichenhall mit dem Familienbad vor allem auch der Kleinkinderbereich boomt, wollen wir künftig verstärkt auf Schulen und Jugendliche zugehen".

Um diese Werbemaßnahmen forcieren zu können, werden die Aufgaben künftig verteilt: Kurdirektor Michael Grießer gibt seinen Thermen-Geschäftsführer-Posten ab, die Stelle wird separat und neu als Vollzeitjob ausgeschrieben. "Damit kann dann jeder gezielt in seinem Aufgabenbereich tätig sein", so Grießer, der beide Jobs zuletzt nur noch schwer miteinander vereinbaren und unter einen Hut bringen konnte. Die neue Stelle wird laut den Verantwortlichen der TRBG kostenneutral gestaltet werden, da die bislang tätige Prokuristin bereits vor einiger Zeit aus dem Dienst ausschied und ihr Arbeitsplatz nicht neu besetzt wurde.

Nach wie vor eine Erfolgsstory

"Die Watzmann-Therme ist seit Ihrer Eröffnung schon auch eine Erfolgsgeschichte", freut sich Franz Rasp und versichert weiter: "Wir arbeiten hart daran, dass das auch so bleibt". 600.000 Euro konnten anfangs in den Pachtvertrag eingezahlt werden. Geld, das die Therme als Gewinn erwirtschaftete. Diese Summe konnte nicht aufrechterhalten werden. Die Einnahmen schrumpften, vor allem aufgrund der zunehmenden Konkurrenz im Salzburger Raum sowie aus Bad Reichenhall. "Aber da schauen wir nicht tatenlos zu, sondern arbeiten an neuen Konzepten, um die Rentabilität wieder zu steigern und mehr Besucher in die Watzmann-Therme zu locken. Dazu werden wir uns mit einer neuen Marketingschiene auch neu positionieren und aufstellen", so Rasp. Der Berchtesgadener Bürgermeister informierte, dass es einen Zehn-Jahres-Plan gebe - eine "gewünschte Aussicht", was künftig alles umgeseztzt werden soll.

Der Zweckverband der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee sitzt aktuell noch auf rund vier Millionen Euro Schulden. Zum Zeitpunkt der Watzmann-Thermen-Eröffnung waren es noch 16 Millionen Euro. Deshalb sollen laut Vorstand Stefan Kurz in diesem Jahr "substanzielle Entscheidungen" getroffen werden, um den Schuldenabbau weiter voranzutreiben.

Altkofer appelliert an Zusammenhalt

Das Bad brauche keinen Zuschuss. Freilich müsse die Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee aufgrund des Besucherrückgangs in der Theme, die sich dennoch selbst erhalten könne, mit weniger Zahlungen aus dieser Einnahmequelle begnügen - aktuell gehe es um rund 700.000 Euro. Ein Thema, dass laut Bischofswiesens 1. Bürgermeister Toni Altkofer nicht zum Wahlkampfthema mutieren dürfe: "Wir sollten vielmehr zusammenstehen und mehr denn je Zusammenhalt demonstrieren. Nur gemeinsam können wir Probleme gut aufarbeiten, Lösungen finden und etwas bewegen", so Altkofer, der betonte, dass Distanz keinen weiterbringe.

Hans-Joachim Bittner

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser