Eschensterben an der Saalach

Warum wurden die Bäume wirklich gefällt?

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Bad Reichenhall - Baumfällarbeiten an der Saalach sorgten für große Unruhe unter der Bevölkerung. Eschentriebsterben heißt die Ursache. Wie läßt sich das künftig verhindern?

Groß war die Empörung über die Baumfällarbeiten an der Saalach. Innerhalb kürzester Zeit erreichten zahlreiche Briefe die Redaktion"Ich wohne am Schoedtlweg in Kirchberg und als ich heute von der Arbeit kam, musste ich feststellen dass zwischen Luitpoldbrücke und Kretabrücke großteils der komplette Bewuchs radikal vernichtet wurde! Nur einige Reste stehen noch, und die werden wohl morgen früh fällig sein. Hier läuft offensichtlich etwas völlig anderes als in der Zeitung veröffentlicht wurde! Wo ist denn da bitte der vielzitierte Natur- und Artenschutz?!", so ein Anwohner zu BGLand24.de. 

Bilder Eschensterben Saalach

Klare Worte vom Wasserbauamt

"Eschentriebsterben ist die Ursache für die Abholzung der Bäume", so Walter Raith, Behördenleiter vom Wasserwirtschaftsamt in Traunstein. Das sogenannte Eschentriebsterben ist im Amtsbereich des WWA Traunstein sehr weit verbreitet und ein Rückgang des Eschentriebsterbens derzeit nicht erkennbar. Der auslösende Krankheitserreger, die Fruchtkörper des Falschen Engelbecherchens (Hymenoscyphus pseudoalbidus) gibt über die Luft große Mengen von Sporen ab. Die Eschen werden über die Blätter infiziert und die Krankheit breitet sich von dort in junge Triebe und Stämme weiter aus. Das Ergebnis: Die Blätter beginnen zu welken, Triebe verfärben sich, die Rinde am Stamm stirbt schildartig ab und die Krone beginnt sich zu lichten. 

Steter Verfall des Baumes

Die infizierten Blätter fallen zum Boden und bilden im nächsten Jahr wieder neue Fruchtkörper. Ein Rückschnitt befallener Pflanzenteile ist nach bisherigen Erfahrungen aussichtslos, da umgehend eine Neuinfektion stattfindet. Die durch das Eschentriebsterben geschwächten Bäume werden gleichzeitig auch anfälliger für sekundäre Schadorganismen, wie zum Beispiel Hallimasch und Eschenbastkäfer, die das Absterben der Eschen beschleunigen. Da die Bruch- und Standsicherheit der Eschen durch die Krankheit beeinträchtigt wird, müssen große, stark befallene Bäume zum Beispiel an Straßen aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gefällt werden. 

Verzicht auf Nachpflanzung 

Nach Aussage des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein bekommt der Jungaufwuchs, der bei den Arbeiten weitgehend verschont wurde zukünftig wieder wesentlich mehr Licht. Dadurch werden sich die Büsche und Bäume schnell entwickeln. "Viel schneller als bei einer Pflanzung und gleichzeitig in heimischer und standortgerechter Zusammensetzung.", so Walter Raith.

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