Nach Bürgerentscheid gegen Landesgartenschau 2022

Springt Bad Reichenhall für Traunstein in die Bresche?

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Bad Reichenhall - Bekommt Bad Reichenhall die Landesgartenschau 2022? Ein Bürgerentscheid kippte die "Laga" in Traunstein. Der Reichenhaller Stadtrat hat nun einen ersten Beschluss gefasst.

Nachdem Scheitern der Stadt Traunstein, die Landesgartenschau 2022 auszurichten, hat das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten in Absprache mit der "Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen mbH" beschlossen, di e Gartenschau 2022 neu auszuschreiben

Für Bad Reichenhall besteht damit grundsätzlich die Möglichkeit, sich für die Landesgartenschau 2022 zu bewerben. "Die bisherigen Ausrichter der bayerischen Landesgarten berichten", so Oberbürgermeister Dr. Lackner, "von nachhaltigen positiven Effekten, insbesondere im Tourismus und der Stadtentwicklung." Klar ist, dass vor Abgabe einer Bewerbung Chancen und Herausforderungen der Organisation und Veranstaltung der Landesgartenschau sachlich analysiert und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Gegenwind aus dem Stadtrat

Während sich Oberbürgermeister Dr. Lackner in der Diskussion sehr für die Bewerbung und die vorherige Überprüfung der Machbarkeit einsetzte, wurden insbesondere seitens der SPD finanzielle Bedenken eingebracht sowie ein Bürgerentscheid vorgeschlagen. 

Ulrich Derwart schlug zum Beispiel vor: "Solche Anlagen muss man 25 Jahre lang erhalten. Als finanzschwaches Unternehmen muss man so etwas genau abwägen. Was hindert uns daran, statt aus Zeitdruck eine zu übereilige Entscheidung zu treffen und uns stattdessen bei einer späteren Landesgartenschau zu bewerben? Dann hätten wir keinen Termindruck und könnten uns stattdessen um die Straßenbaugebühren, das Heimatmuseum und all die anderen offenen Punkte kümmern."

Aber auch aus den eigenen Reihen erhielt Oberbürgermeister Lackner Gegenwind.So verwies Sebastian Renoth auf den Schuldenhaushalt und die vielen weiteren offenen Projekte, die angegangen werden müssen. So zum Beispiel die "Kosten für eine zusätzliche Personalbeschaffung, diverse Straßensanierungsprojekte, der Neubau des Heimatmuseums sowie die Renovierung vom Bauhof und natürlichen die diversen Kindergartenprojekte."

Mut zur Entscheidung

Parteikollege Stefan Kantsperger ging einen Schritt weiter und griff den Vorschlag des Bürgerentscheids auf: "Herr Renoth hat die finanziellen Risiken recht eindrucksvoll geschildert. Wir müssen jetzt aber überlegen, was uns die Landesgartenschau bringen würde. Denn wir müssen den Leuten Argumente an die Hand geben, warum so ein Konzept Sinn macht oder nicht. 

Ich finde die Vorangehensweise absolut richtig, erstmal alles zu analyiseren und uns eine objektive Meinung zu verschaffen. Wenn dabei herauskommt, dass eine Bewerbung Sinn machen würde, dann sollten wir auch den Mut haben und nicht zögern. Es bringt nichts, jetzt darüber zu diskutieren. Entscheiden müssen wir uns im Januar, ob wir uns bewerben oder nicht."

So geht es weiter

Der Stadtrat hat den Beschluss gefasst, die Stadtverwaltung damit zu beauftragen, Chancen und Risiken der Landesgartenschau 2022 in Bad Reichenhall zu analysieren und ein entsprechendes Bewerbungskonzept auszuarbeiten

Die endgültige Entscheidung ob sich die Stadt bewirbt, fällt der Stadtrat in eigener Sitzung voraussichtlich im Januar 2017.

57 Prozent lehnten LaGa in Traunstein ab

Nachdem sich Traunstein wiederholt für die Landesgartenschau 2022 bewarb, bekam man im Frühjahr 2015 den Zuschlag: Ein Konzept wurde ausgearbeitet, es ging um zweistellige Millionensummen. Schnell bildete sich jedoch eine Bürgerinitiative dagegen, die einen Bürgerentscheid durchsetzte. Nach einem monatelangen, hitzigen Wahlkampf wurde das Projekt von den Traunsteinern per Wahlzettel begraben.

Rubriklistenbild: © dpa

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