Hauptmann Kaiser aus Bad Reichenhall

Wie ein Soldat Flüchtlingen helfen kann

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Hauptmann Andreas Kaiser.

Bad Reichenhall - Auch die Bundeswehr hilft bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation - egal ob bei der direkten Versorgung oder in der Logistik. Hauptmann Andreas Kaiser aus Bad Reichenhall ist einer von ihnen:

Die Bundeswehr unterstützt die bundesweiten Anstrengungen in der Flüchtlingshilfe im erheblichen Umfang. Nicht nur für den Bau von Einrichtungen und die Versorgung der Flüchtlinge an Bahnhöfen und Aufnahmezentren wird viel Personal der Bundeswehr gebraucht. Auch die Logistik, die hinter diesem Einsatz steht, ist immens. Neben jener der Logistik der Bundeswehr gibt es eine Vielzahl an „Playern“, die in der logistischen Organisation der Flüchtlingshilfe involviert sind.

Gemeinsame Koordinierungsstelle

Die Komplexität und der Koordinationsbedarf zwischen allen Organisationen ist hoch. Für den Raum Bayern wurde in München eine Koordinierungsstelle für Flüchtlingsverteilung eingerichtet, in der unter anderem Vertreter der Bundespolizei, der Deutschen Bahn, Verbindungspersonal der Länder aus den Bereichen Nord, Ost, Süd, Süd-West und West und der Firma Bus Oberbayern zusammenarbeiten. Ihre Aufgabe ist es den Flüchtlingsstrom, der unter anderem im Raum Passau und Freilassing nach Deutschland kommt, im Rahmen der Möglichkeiten auf Busse und Bahn zu verteilen.

"Es ist eine Notsituation"

Hauptmann Andreas Kaiser.

Hauptmann Andreas Kaiser hatte sich freiwillig für einen Einsatz in der Koordinierungsstelle gemeldet, nachdem die Brigade innerhalb von 24 Stunden einen Offizier für diese Aufgabe zu benennen hatte. Für Kaiser gab es dabei keinen Zweifel, wenngleich die Auftragslage in seiner Abteilung oft sehr hoch ist. „Es ist eine Notsituation, in der wir zum einen den vielen freiwilligen Helfern unter die Arme greifen und zeitglich den Menschen in Not helfen können.“Kaiser ist ausgebildeter Logistikoffizier und dadurch bestens für die Aufgabe geeignet. Er konnte bereits Erfahrungen im „Transportgeschäft“ sammeln, da er bei vielen Übungen und im militärischen Alltag Transporte geplant und durchgeführt hatte.

Wie er selbst sagt, hat er in dieser Zeit viel gelernt, was er letztlich in seine Arbeit in der Koordinierungsstelle einbringen konnte. Die besondere Herausforderung war, dass Menschen zu transportieren und Zahlen eher ungewiss waren. Seit Ende September war Kaiser in München eingesetzt, zunächst im Bayerischen Staatsministerium des Inneren, für Bau und Verkehr und ab dem 5. Oktober in der Zentrale in der Dachauer Straße, einer Liegenschaft der Bundeswehr.

Im Schichtbetrieb gearbeitet

Da die Koordinierungsstelle, so wie alle anderen Einrichtungen in der Flüchtlingskrise, rund um die Uhr betrieben werden muss, wurde im Schichtbetrieb gearbeitet. Das Bundeswehrteam bestand neben Kaiser aus zwei Portepeeunteroffizieren. Acht bis zehn Stunden pro Tag waren davon aktiver Dienst, den Rest des Tages hatten die Soldaten frei, mussten jedoch ständig in Rufbereitschaft bleiben. 

Die täglichen Aufgaben der Soldaten waren, obwohl sie sich auf den Transport beschränkten, keineswegs monoton. Neben der Disposition der Busse von Privatunternehmen für Lang- und Kurzstrecke und der Einrichtung eines Pendelverkehrs gehörte auch die Bestellung von Sonderzügen und Etablierung eines Sonderfahrplans zu seinem Dienst. Nach dem Umzug in die Liegenschaft in der Dachauer Straße bestanden Kaisers Aufgaben vor allem in der Koordinierung der Bundeswehrbusse, Busse des Technischen Hilfswerks und des Zugverkehr.

Positive Erfahrung 

Er war auch bei der Identifizierung und Festlegung der Ziele im Deutschlandausgleich nach dem Königsteiner Schlüssel beteiligt. Inzwischen ist Hauptmann Kaiser nicht mehr vor Ort, da er durch einen anderen Kameraden herausgelöst wurde. „Rückblickend war der Einsatz in der Koordinierungsstelle eine interessante Tätigkeit über den Bundeswehr-Alltag hinaus. Insbesondere die enge Zusammenarbeit mit den Behörden und zivilen Helfern hat viel Freude bereitet. Die Auswirkungen der Arbeit konnte man unmittelbar sehen. So war es trotz der Umstellung auf die Arbeit im Schichtdienst und den nicht immer einfachen Herausforderungen eine positive Erfahrung, die meinen Dienst in den Streitkräften bereichert hat.“

Pressemeldung Gebirgsjägerbrigade 23 Bad Reichenhall

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