Aktiver Sicherheitsaustausch mit Gemeinden und Landkreisen

Sicherheitsgespräch bei der Gebirgsjäger-Brigade 23

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Bad Reichenhall - Die Gebirgsjäger gehören nicht nur traditionell zu Bayern, sondern sind auch eine hochspezialisierte Elite-Truppe, die für den Einsatz in extremen Klima- und Wetterbedingungen geschult sind:

Alle waren sie der Einladung von Brigadekommandeur Alexander Sollfrank in das Offiziersheim in Bad Reichenhall gefolgt. Kommunalpolitiker und Pressevertreter hatten die Gelegenheit ihre Fragen an Vertreter des Militärs und der Politik zu stellen. 

Gastredner aus dem Bundesministerium

Neben den zahlreichen Lokalpolitikern, hieß Alexander Sollfrank zunächst die Gastredner Staatsminister Dr. Marcel Huber undOberstleutnant im Generalstabsdienst Martin Werneke aus dem Bundesministerium der Verteidigung willkommen. 

Gebirgsjägerbrigade 23

Schwerpunktthema der Veranstaltung war die Gebirgsjägerbrigade 23, die: "Mit ihren etwa 5.400 Soldaten eine der größten Dienststellen in Bayern ist", so Sollfrank. "Für uns als Gebirgsjägerbrigade 23 ist diese Veranstaltung wichtig. Wir wollen einen Beitrag für den aktiven Informationsaustausch mit unseren Gemeinden und Landkreisen leisten. Wir wollen informieren, besprechen und diskutieren.", so Sollfrank weiter.

Extreme Klima- und Wetterbedingungen

Die Ausbildung in der Gebirgsjägerbrigade erfordert eine besondere Leistungsbereitschaft und -fähigkeit. Die Heeresführer sind Spezialisten im Gebirge und nur fertige Alpinisten haben eine Chance, diese Ausbildung anzutreten. Derzeit gibt es76 Heeresbergführer und weitere 15 Soldaten werden in diesem Jahr dazu ausgebildet. "Neben den Soldaten ist auch die Tragtierkompanie mit über 50 Maultieren und Haflingern ein wichtiges Element der Truppe.", so Alexander Sollfrank.

Gute Personallage

Über Nachwuchssorgen brauchen sich die Gebirgsjäger nicht unbedingt Sorgen machen, da die Personallage gut ist, vor allem bei den Mannschaftsdienstgraden sind 90 Prozent aller Dienstposten besetzt, erläutert der Brigadegeneral. "Die Gebirgsjägerbrigade 23 ist ein attraktiver Arbeitgeber, aber wir müssen uns immer um Nachwuchs kümmern. Wir dürfen hier nicht nachlassen". So veranstaltet die Gebirgsjägerbrigade 23 zum 60-jährigen Bestehen ihrer Verbände  am 13. Mai erstmalig einen "Tag der Gebirgssoldaten" in Mittenwald.

Einsatzgebiete

Nachdem alle Soldaten der Einheit 2015 unversehrt von ihren Einsätzen heimgekehrt sind, geht es ab Jahresmitte an die nächste Einsatzplanung. Im Jahr 2017 wird die Brigade voraussichtlich an Einsätzen in Nordirak, Mali und Somalia teilnehmen. Außerdem ist die Bundeswehr ein verlässlicher Partner der Flüchtlingshilfe sowie der Amts- und Katastrophenhilfe. "Die Einbindung in die Gesellschaft ist gut und wir fühlen uns wohl. Es ist uns wichtig, in unseren Gemeinden verankert zu sen und wir werden weiterhin unseren Beitrag dazu leisten." so Alexander Sollfrank zu dem Thema.

Die Gebirgsjäger in Bayern

Auch Bundeswehrminister Dr. Marcel Huber betonte: "Die Gebirgsjäger gehörentraditionell zu unserer bayerischen Heimat. Wir in Bayern sind sehr stolz auf diese Elite-Truppe, die für unser Vaterland Verantwortung übernimmt. Die Bundeswehr ist ein fester Bestandteil in der Mitte unserer Gesellschaft. Gebirgsjäger tun weit mehr als ihre Pflicht und sind eine hochspezialisierte Truppe der Bundeswehr. Bei ihren Einsätzen in schwerem Gelände und unter extremen Klima- und Wetterbedingungen - etwa am Hindukusch in Afghanistan oder in der Sahelzone in Mali - stellen sie ihre Professionaliät unter Beweis. Nur mit hochspezialisierten Soldaten wie den Gebirgsjägern können wir unsere internationalen Bündnispflichten erfüllen." Ein weiteres Lob von Dr. Marcel Huber ging an die Unterstützung bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation. "Nur durch diese enormen Gemeinschaftsleistungen vor Ort hätte Bayern die Situation bislang so gut bewältigen können. Wir brauchen jetzt aber rasche eine spürbare Reduzierung der Flüchtlingszahlen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir den Menschen mit Schutzbedarf helfen und sie in unserem Land integrieren können", so Huber. "Eine Lösung der aktuellen Flüchtlingssituation könne nur im internationalen Rahmen gefunden werden, indem die Europäische Union ihrer Rolle als Wertegemeinschaft gerecht wird und den Zusammenhalt der Menschen in Europa fördert.", so Huber weiter.

Neues Weißbuch

Oberstleutnant im Generalstabsdienst Martin Werneke stellte noch kurz ein Paar Details zum Weißbuch "Zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr" vor, das derzeit federführend im BMVg geführt wird. Die Veröffentlichung ist für den Sommer 2016 geplant und entsteht unter Beteiligung zahlreicher nationaler und internationaler Experten sowie der interessierten Öffentlichkeit. Zehn Experten-Workshops mit über 1.900 nationalen und internationalen Teilnehmern wurden durchgeführt und sicherheitspolitisch relevante Themen beleuchtet. Die interessierte Öffentlichkeit kann sich über eine Internet-Präsenz über den Weißbuchprozess und Themen sicherheitspolitischer Relevanz informieren.

Abschließende Podiumsdiskussion

Nach der Podiumsdiskussion stellten sich Brigadegeneral Alexander Sollfrank, Staatsminister Dr. Marcel Huber, Obersleutnant im Generalstabsdienst Martin Werneke und der Präsident des Bayerischen Landkreistages, der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter, den Fragen der Zuhörer zu aktuellen politischen Geschehen, Fragen der inneren Sicherheit und der personellen Lage in der Gebirgsjägerbrigade.

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