Asylbewerber aus Kosovo: "Ich werde mich wehren"

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Landkreis - Der "Asyl-Notfallplan" des Freistaates ist in Kraft: Im Berchtesgadener Land sieht man sich gewappnet, Landrat Grabner befürchtet jedoch, dass die Stimmung kippen könnte.

"Die Regierung hat sich noch nicht an uns gewandt", gibt Landrat Georg Grabner im Gespräch mit BGLand24.de Entwarnung. Denn: Die Zahlen der Asylbewerber in Bayern sind im Laufe der letzten Wochen wieder gestiegen. So stark, dass der Freistaat den "Winter-Notfallplan" in Kraft gesetzt hat. Konkret heißt das, dass jeder Landkreis bereit sein muss, 200 bis 300 Flüchtlinge kurzfristig aufzunehmen.

Im Berchtesgadener Land entschied man sich bereits im November dafür, für den "Fall der Fälle" Schulturnhallen bereit zu stellen: Bad Reichenhall, Freilassing und Laufen wären dann betroffen. "Damit haben wir mehr Kapazitäten als das Soll ist", so Grabner. Doch den Landrat plagen trotzdem Bedenken.

Weit über die Hälfte, der seit Monatsbeginn in Bayern angekommenen Flüchtlinge, stammen aus Kosovo. Ein Land, in dem kein Krieg herrscht: "Wir müssen aufpassen, dass in der Bevölkerung die Stimmung nicht kippt", so der Landrat - "Für Kosovaren besteht oft kein Asylgrund, und das müsste man der Bevölkerung dann erst mal vermitteln, wenn die Turnhallen nicht mehr benutzt werden können."

"Sowas können wir nicht brauchen"

Das Problem in Grabners Augen: Auch wenn meist kein Asylgrund besteht, ein Verfahren müsse schließlich trotzdem eingeleitet werden, und bis zur Abschiebung "sind die dann halt erst mal da". Kriegsflüchtlinge nehme man ja gerne auf, "aber sowas können wir nicht brauchen". Und der Landrat legt nach: "Ich werde mich dagegen wehren, hier Kosovaren aufzunehmen." Die Lösung könne nur darin bestehen, dass die Bundesregierung Kosovo als sicheren Drittstaat ausweist.

Bad Reichenhall auf Herbergssuche

Währenddessen wird in Bad Reichenhall weiter nach möglichen Aufnahmeeinrichtungen gesucht. Am Wochenende sahen sich Stadträte drei mögliche Unterkünfte an: Der ehemalige Edeka am Werkmeisterweg und die zwei leerstehenden Wirtshäuser am Saalachsee und am Schroffen. Unabhängig vom Notfallplan kommen allein auf die Große Kreisstadt heuer wohl noch etwa 200 Flüchtlinge zu.

xe

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