Schulschwänzer „borgt“ sich Mamas Auto

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Bad Reichenhall - Um dem vermeintlich drögen Schulalltag zu entrinnen, hat sich ein 16-Jährige Salzburger etwas Besonderes einfallen lassen: Er schnappte sich das Auto seiner Mutter und ging mit seinen Kumpels auf Spritztour.

Am Donnerstag gegen 15 Uhr war der Kleinbus Renault Espace von den Schleierfahndern auf der BAB 8 kurz vor der Ausfahrt Piding in Fahrtrichtung München gesichtet worden. Aufgrund des jugendlichen Aussehens aller Fahrzeuginsassen gaben die Beamten Anhaltesignale. Nachdem der Fahrer vermutlich aus Unsicherheit den Anweisungen nicht Folge leistete, konnte er letztendlich an der nächsten Abfahrt bei Anger gestoppt werden. Es stellte sich schnell heraus, dass es sich bei der „Reisegruppe“ um in Salzburg wohnhafte Serben, im Alter von 16 Jahren, handelte. Weder die Burschen noch die zwei Mädchen konnten sich mit den erforderlichen Reisedokumenten ausweisen. Freimütig gab der verantwortliche Fahrer zu, dass er sich zwar für eine Fahrschulausbildung in Österreich angemeldet hat, die nächste Woche beginnen soll, er aber derzeit noch keinen Führerschein besitzen würde.

Ohne Wissen seiner Mutter hatte er sich den eigentlich in einer Schatulle sicher verwahrten Zweitschlüssel für den Renault beschafft. Kurzerhand lud er seine Mitschüler zu einer Spritztour ein. Die Schule wurde geschwänzt.

Nachdem die ahnungslose und nicht gerade erfreute berufstätige Mutter des Fahrers auf der Dienststelle eingetroffen war, wurde ihr das Fahrzeug mitsamt ihrem Filius übergeben. Wie bei den anderen benachrichtigten Eltern dürfte es im Nachklang sicherlich zu einer intensiven familieninternen Nachbetragung der Schwarzfahrt bzw. dem Schule schwänzen kommen.

Glücklicherweise blieb die Schwarzfahrt des Salzburgers unfallfrei und somit für alle Beteiligten und Verkehrsteilnehmer folgenlos. Aus rechtlicher Sicht bleibt die Rundreise allerdings nicht ohne Folgen, da der jugendliche Chauffeur von den Schleierfahndern wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zur Anzeige gebracht wurde.

Es ist davon auszugehen, dass dem jungen Mann als Quittung für seine Exkursion auch von Seiten der österreichischen Behörden Sanktionen drohen. Die bereits erfolgte Anmeldung zum Lernführschein kann er vorerst stornieren.

Pressemeldung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Polizei

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser