Bayerisch-österreichisches Grenzgebiet

Fahnder legen Schleusern das Handwerk

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Piding/Urwies - Über das Pfingstwochenende verstärkte die Bereitschaftspolizei die Fahndungskräfte im Grenzgebiet. Sieben Schleusern konnte das Handwerk gelegt werden.

Schleuser bringen auf geschickte Weise hunderte Flüchtlinge in das Grenzgebiet. Allein durch die Schleierfahnder der Polizeiinspektion Fahndung in Piding/Urwies wurden seit Januar 2015 über 2.600 Menschen nach unerlaubter Einreise festgenommen. Am Pfingstwochenende versuchte die Polizeiinspektion Fahndung mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei, den Schleusern im Rahmen einer Schwerpunktaktion das Handwerk zu legen.

Über einen Zeitraum von vier Tagen verstärkte die Bereitschaftspolizei die Fahndungskräfte aus Urwies, Freilassing und Burghausen. Der Schwerpunkt des Einsatzes lag auf der gezielten Bekämpfung der Schleuserkriminalität im Bereich zwischen Tittmoning und Berchtesgaden. Wie in der Vergangenheit mehrfach berichtet, bringen Schleuserbanden fast täglich Personengruppen von bis zu 30 Personen mit Kleintransportern in das bayerische Grenzgebiet. Um polizeilichen Kontrollen zu entgehen, werden gezielt kleine Grenzübergänge genutzt. Nicht selten werden die Übergänge zuvor durch Begleitfahrzeuge ausgekundschaftet. Im Hinterland werden die Personen durch die Schleuser ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Mehrheitlich handelt es sich um Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan.

Seit März dieses Jahres kam es im Grenzgebiet zwischen Tittmoning und Berchtesgaden zu über 90 solcher „Absetzungen“. Allein in diesem Jahr griffen Fahndungsbeamte der Schleierfahndung bereits über 2.600 Menschen auf. Mit einer groß angelegten Fahndungsaktion am vergangenen Wochenende versuchten die Fahndungskräfte der Polizeiinspektion Fahndung, zusammen mit Kräften der Bundespolizei, den Fahndungsdruck auf die Schleuserbanden zu erhöhen.

„Insgesamt sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir konnten 7 Schleuser festnehmen, knapp 90 Personen wurden nach irregulärer Einreise aufgegriffen.“ In der Mehrzahl handelt es sich um Menschen aus Syrien, Irak, Iran und Afghanistan. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung wurden alle Personen an die Anlaufstelle für Asylbewerber in München weitergeleitet. Gegen die Schleuser ermittelt die Kriminalpolizei Traunstein. Mehrere Jugendliche reisten ohne Begleitung von anderen Familienangehörigen. Sie wurden durch das Kreisjugendamt Berchtesgadener Land in Obhut genommen.

Auszug aus der Aufgriffsbilanz:

Freitag, 23.50 Uhr: Einschleusung von vier syrischen Staatsangehörigen durch einen in Deutschland wohnhaften Rumänen am ehemaligen Grenzübergang Bad Reichenhall-Autobahn

Samstag, 3.30 Uhr: Drei Personen aus Kamerun werden in einem Linienbus auf der Strecke Budapest-Amsterdam auf der A 8, Höhe Piding festgestellt.

Samstag, 5.15 Uhr: Ein Verkehrsteilnehmer meldet auf der Grenzstraße in Freilassing 8 Personen aus Syrien, die zu Fuß in das Bundesgebiet einreisen. Sie wurden kurz zuvor auf österreichischer Seite von einem Schleuser dort abgesetzt.

Samstag, 11 Uhr: Meldung einer Personengruppe von 17 Afghanen am Bahnhof Bad Reichenhall. Darunter mehrere Familien und allein reisende Jugendliche.

Samstag, 16.30 Uhr: Feststellung von 5 Personen aus dem Irak im Stadtgebiet Laufen.

Samstag, 21.30 Uhr: Unerlaubte Einreise von 10 syrischen Staatsangehörigen über die Staatsbrücke in Laufen. Der Schleuser hatte die Personen in einem Lkw bis zur Grenze gebracht.

Sonntag, 6.30 Uhr: In Grabenstätt wird eine Gruppe von 12 Migranten aus Afghanistan, dem Iran und Pakistan aufgegriffen. Der Schleuser konnte unerkannt bleiben.

Sonntag, 21.30 Uhr: Schienenfahnder stellen auf der Bahnlinie Salzburg – München 6 Personen aus Syrien und Afghanistan fest. Sie konnten weder Reisepapiere noch Aufenthaltstitel vorweisen.

Montag, 4 Uhr: Aufgriff von 9 syrischen Staatsangehörigen in Freilassing. Die Personen waren kurz zuvor zu Fuß in das Bundesgebiet eingereist.

Pressemeldung der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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