Hochbetrieb am Grenzübergang

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Bad Reichenhall - Richtig viel zu tun hatten die Fahnder der Polizeiinspektion Traunstein am Wochenende: Findelkinder, Drogenfahrten und gesuchte Straftäter bestimmten das Programm.

Per Notruf alarmierte am vergangenen Samstagabend ein auf deutschem Bundesgebiet ausgesetzter jugendlicher Afghane die Bayerische Polizei.

Nachdem der Hilferuf von der Einsatzzentrale in Rosenheim entgegengenommen und der Standort der Telefonzelle lokalisiert worden war, konnte eine Streife der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein den verstörten Jugendlichen am ehemaligen Grenzübergang Bad Reichenhall-Autobahn in Empfang nehmen.

Die Fahndung nach dem verantwortlichen Schleuser blieb mangels konkreter Fahrzeugbeschreibung ergebnislos. Der illegal eingereiste Migrant wurde nach Anzeigenaufnahme an die zuständige Asylaufnahmeeinrichtung in München weitergeleitet.

Nach eigener Aussage hatte der 16-Jährige seit seiner Flucht vom Hindukusch eine wahre Odyssee hinter sich. Von Afghanistan ging es über mehrere Stationen bis nach Italien, wo er sich die letzten fünf Tage aufhielt. Anschließend wurde er von einem ihm unbekannten Lkw-Fahrer bis zum „Walserberg“ transportiert. Nachdem er den Truck verlassen musste, setzte er in seiner hilflosen Lage den Notruf ab.

Neben diesem menschlichen Schicksal hatten es die Schleierfahnder in den vergangenen Tagen aber überwiegend mit gesuchten Straftätern sowie einem Drogenschmuggler zu tun.

So konnten die Fahnder in der Nacht auf Sonntag einen per nationalen und internationalen Haftbefehl gesuchten Kroaten festnehmen.

Der 33-jährige Ex-Jugoslawe war als Fahrer eines kroatischen Pkw auf der Autobahn in Richtung München unterwegs, als er in die Polizeikontrolle geriet. Obwohl sich der wegen Urkundenfälschung gesuchte Mann einen „neuen“ Familiennamen zugelegt hatte, konnte seine wahre Identität festgestellt werden. Nach Verbüßung einer offenen Gefängnisstrafe von 4 Monaten, droht ihm aufgrund eines europäischen Haftbefehls die Auslieferung in die Niederlande. Den Verwandtenbesuch in Essen musste er auf unbestimmte Zeit stornieren.

Sehr ergiebig gestaltete sich am Sonntagmorgen die Kontrolle eines mazedonischen Fernreisebusses an der Autobahnausfahrt Piding-Nord. Gleich drei Mazedonier, allesamt mit vollziehbaren Einreiseverboten im Fahndungscomputer vorgemerkt, mussten wegen illegaler Einreise den Bus verlassen. Mit Handschellen ging es dann zur Dienststelle. Nach Anzeigenaufnahme und Hinterlegung einer angemessenen Kaution durften zwei der Männer im Alter von 42 und 43 Jahren, wieder in Richtung Östereich ausreisen. Für den Jüngsten und Dritten im Bunde ging es hingegen für die nächsten 435 Tage in die JVA. Ein zu vollstreckender Haftbefehl wegen eines Drogendeliktes aus dem Jahre 2002 wurde dem 35-Jährigen zum Verhängnis.

Mit Drogen im Gepäck und im Blut erwischten die Schleierfahnder am Sonntagabend einen durchreisenden 31-jährigen Österreicher. Der Fahrer eines Wiener Pkw hatte unter seinem Sitz rund 6,5 Gramm Marihuana verstaut. Da ein Drogenschnelltest auf diverse Stoffgruppen positiv verlief, musste sich der Wiener noch einer Blutentnahme im Krankenhaus unterziehen. Wegen Schmuggel und Fahren unter Drogeneinfluss erwartet den Österreicher neben einer Geldstrafe auch der Entzug der Fahrerlaubnis.

Am Montagvormittag beging ein Pole einen verhängnisvollen, da möglicherweise sehr teueren, Fehler. Da er seine Reisedokumente vergessen hatte, wies er sich, obwohl er lediglich Beifahrer in einem österreichischen Pkw war, mit einem gefälschten Führerschein aus. Der 36-jährige in Wien lebende EU-Bürger gab in seiner Vernehmung zu, dass er das polnische Falsifikat für 300 Euro auf dem „Schwarzmarkt“ in Warschau erworben hatte. Regulär hatte der Maschinenbauer noch nie einen Führerschein besessen.

Knapp 2000 Euro musste am Dienstmorgen ein Metalltechniker aus Braunau bei den Schleierfahnder bar auf den Tisch legen. Nur so konnte er die drohende 19-tägige Haftstrafe abwenden. Nach zahlreichen Telefonaten war das Geld beigeschafft, der Haftbefehl wegen eines Betäubungsmittelverstoßes erledigt und der 21-jährige Österreicher wieder auf freiem Fuß.

Pressemeldung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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