Radl-Kontrollen stießen auf viel Unverständnis

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Freilassing - Vor allem Gehweg-Rowdys und "Ohne Licht-Fahrer" nahm die Polizei bei einer großen Radl-Kontrolle am Wochenende ins Visier - und erntete dafür viel Unverständnis!

„Mein Licht ist kaputt, deshalb fahre ich auf dem Gehweg!“ Diese oder ähnliche Äußerungen konnten Beamte der Polizei Freilassing bei zurückliegenden Kontrollen von Fahrradfahrern immer öfter machen. Grund genug für die Beamten, sich des Themas, insbesondere nach Ende der Sommerzeit, verstärkt anzunehmen.

Am vergangenen Wochenende wurden deshalb schwerpunktmäßig Fahrradfahrer im Stadtgebiet kontrolliert, die ohne Licht in den Abendstunden bzw. verbotswidrig auf dem Gehweg unterwegs waren. 30 Radler mussten insgesamt beanstandet und mit Verwarnungen belegt werden. Dabei war der überwiegende Teil ohne bzw. ohne eingeschaltete Beleuchtung unterwegs. Bei fast allen Betroffenen erzeugten die Überprüfungen durch die Polizei großes Unverständnis. Zum Teil war sogar noch von „Schikane“ die Rede. Dabei geht es nicht nur um die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer, sondern auch um die der Fahrradfahrer selbst.

Das zunehmende Missachten von Verkehrsregeln durch Fahrradfahrer stellen neben den Polizeibeamten auch die Angehörigen der Sicherheitswacht Freilassing fest. Auch wenn diese keine Möglichkeiten zur Ahndung von Verstößen haben, so weisen sie Radfahrer, die verbotswidrig unterwegs sind, immer wieder auf das Fehlverhalten hin - und ernten dafür Unmut und Ablehnung. 10 Euro Verwarnungsgeld sieht der Bußgeldkatalog für Radfahren ohne Beleuchtung sowie verbotswidriger Benutzung des Gehweges vor. Die Polizei wird in nächster Zeit ein besonderes Augenmerk auf die Beachtung von Verkehrsregeln durch Fahrradfahrer werfen.

Dabei wird auch die Fahrtüchtigkeit nach Alkoholkonsum schwerpunktmäßig kontrolliert. Im laufenden Jahr ereigneten sich im Stadtgebiet von Freilassing acht Alkoholunfälle. Die Hälfte davon ging auf das Konto von betrunkenen Radfahrern. Die im Zuge der Unfallaufnahme festgestellten Alkoholwerte reichten von 1,9 Promille bis 2,6 Promille. Auch für Radfahrer gibt es eine absolute Grenze zur Fahruntüchtigkeit. Sind es beim Kraftfahrer 1,1 Promille, so ist bei Fahrradfahrern spätestens bei 1,6 Promille Schluss. Kommt es zu einem Verkehrsunfall, so relativiert sich dieser Grenzwert nach unten. Es ist jeweils zu prüfen, inwieweit auch schon bei deutlich niedrigerem Wert der Alkoholkonsum unfallursächlich war. Daneben tauchen, ähnlich wie beim Radfahren ohne Licht, versicherungstechnische Probleme auf. Bestehende Haftpflichtversicherungen werden sich unter Umständen auf grobe Fahrlässigkeit berufen und für Schäden nicht aufkommen.

Pressemeldung Polizei Freilassing

Rubriklistenbild: © dpa

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