Betrüger gab sich am Telefon als Polizist aus

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Freilassing - Die Gauner werden immer erfinderischer: Jetzt gab sich ein Betrüger am Telefon als Polizist aus und erbeutete durch "Telefonspoofing" einen nicht unerheblichen Betrag.

Am Sonntag, 15. März, gegen 14 Uhr erhielt ein Mitarbeiter einer Tankstelle in Freilassing einen Anruf von einem Mann, der sich gegenüber dem 31-jährigen Tankstellenmitarbeiter als Polizeikommissar ausgab und erklärte, Ermittlungen wegen Betrug im Umgang von Paysafekarten zu führen. Dazu nannte der angebliche Polizeibeamte auch ein Aktenzeichen, aber nicht seine Dienststelle. Der Angestellte sollte ihm die Daten von 25 Paysafekarten durchgeben.

Der Mitarbeiter der Tankstelle erkannte auf dem Display seines Telefons die Telefonnummer der Firma, welche die Zahlungskarten vertreibt. Deshalb glaubte er dem angeblichen Polizeikommissar und teilte diesem die Codes für 25 Zahlungskarten, hauptsächlich für Prepaidkarten mit. Dem Betreiber der Tankstelle entstand dadurch ein Schaden in Höhe von 885 Euro.

Technik des "Telefonspoofing" genutzt

Nach ersten Erkenntnisse der Polizeiinspektion Freilassing nutzte der angebliche Polizist die Technik des sogenannten „Call ID Spoofing“ beziehungsweise "Telefonspoofing“. Technisch besteht in nicht regulierten Netzen, auch über Internet, die Möglichkeit, Nummern für den Angerufenen vorzutäuschen. Die echte Rufnummer des Anrufers wird dabei nicht angezeigt. Auf dem Telefondisplay des Angerufenen erscheint hingegen die Telefonnummer, die der Anrufer zuvor eingegeben hat. Diese Masche wird überwiegend von professionellen Betrügern verwendet. In den deutschen Telefonnetzen ist diese Möglichkeit gesetzlich verboten und wird durch technische Einschränkungen erschwert.

Die Polizeiinspektion Freilassing gibt daher eine Warnmeldung heraus. Kein Polizeibeamter wird jemals nach Codes von Paysafekarten, PIN- und TAN-Nummern fragen. Diese Daten sind für kein Strafverfahren der Polizei relevant. Geben Sie solche Daten niemals am Telefon bekannt. Fragen Sie im Zweifelsfall nach der Dienststelle, dem Namen und der Telefonnummer der Polizeidienststelle und rufen Sie zurück. Jeder echte Polizeibeamte wird für Ihr Verhalten Verständnis haben.

Gegen den falschen Polizeibeamten wird unter anderem wegen Amtsanmaßung, Ausspähen von Daten und Betrug ermittelt.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Freilassing

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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